# taz.de -- Der Kanzler als Handelsvertreter: Merz und Unternehmenschefs tingeln durch die Golf-Staaten
> Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate sind reich
> und haben Erdgas. Das macht sie zu einem beliebten Reiseziel der
> Regierung.
(IMG) Bild: Merz auf dem Weg zum Klinkenputzen am Golf
dpa/rtr | Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will mit den Golfstaaten
Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten neue
„strategische Partnerschaften“ schließen. Merz brach am Mittwoch nach Riad
auf, begleitet von einer großen Wirtschaftsdelegation.
Am Donnerstag reist Merz weiter nach Katar, am Freitag in die Vereinigten
Arabischen Emirate. Die reichen Öl-Länder sind willkommene Investoren und
Kunden deutscher Unternehmen. [1][Zudem hofft Berlin auf mehr Flüssigerdgas
(LNG) aus der Region, um seine Lieferkette breiter aufzustellen.] Im
Gegenzug könnte die Bundesregierung weitere Waffenlieferungen in die Region
freigeben.
Der deutsche Energieversorger Uniper zeigte sich „interessiert,
Energiepartnerschaften aufzubauen und zu vertiefen“, sagte Uniper-Chef
Michael Lewis. Er ist Teil der Wirtschaftsdelegation von Merz. „Zusätzliche
LNG-Optionen können helfen, die Energieversorgung Europas zu
diversifizieren und wasserstofffähige Gaskraftwerke ab 2030 verlässlich zu
betreiben. Dabei bieten langfristige Verträge meist Preisvorteile“,
betonte Lewis.
Golfstaaten wie Katar fordern Langfristverträge, die wegen der angestrebten
Klimaneutralität Deutschlands 2045 jedoch umstritten sind. Dabei geht es
etwa um die Frage, ob Firmen eingekauftes Gas bei sinkendem Verbrauch in
Deutschland dann auch in Drittländer verkaufen können.
[2][Etwa in Fragen der Klimapolitik, aber auch in geopolitischen und
Menschenrechtsangelegenheiten gelten die Golfstaaten als komplizierte
Partner.] Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte von
Merz, die „Achtung universellen Rechts“ einzufordern. Amnesty prangert
unter anderem die hohe Zahl von Hinrichtungen in Saudi-Arabien oder die
Waffenlieferungen der Emirate für die sudanesische RSF-Miliz an.
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic,
wies im Sender ntv darauf hin, angesichts der Umbrüche in der Weltordnung
sei es richtig, „eine realistische Außenpolitik zu betreiben“. Es würde
„uns guttun und strategischen Spielraum verschaffen, wenn wir werte- und
interessengeleitete Außenpolitik nicht gegeneinander ausspielen“, so
Ahmetovic.
4 Feb 2026
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