# taz.de -- Stromproduktion in der EU: Wind und Solar übertreffen Fossile
> Allein Wind und Sonne haben in der EU erstmals mehr Strom produziert als
> fossile Brennstoffe. Etwa die Hälfte der EU-Stromproduktion ist
> erneuerbar.
(IMG) Bild: Drohnenaufnahme von Solar-Photovoltaikanlagen auf rekultiviertem Land im ehemaligen Tagebaugebiet des Kohletagebaus Jaenschwalde
Berlin taz | Wind- und Solarenergie haben im vergangenen Jahr einer Analyse
zufolge in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe. So
stammten gut 30 Prozent des EU-Strommixes 2025 aus Sonnen- und Windenergie
und 29 Prozent aus Kohle, Gas und anderen fossilen Brennstoffen, wie aus
[1][einem Bericht der Denkfabrik Ember] hervorgeht.
Stromerzeugung aus Kohle habe 2025 mit einem Anteil von 9,2 Prozent einen
historischen Tiefstand erreicht, heißt es weiter von Ember. Weiterhin
erheblich abhängig sei die EU jedoch von Gas: Im Vergleich zu 2024 ist der
Anteil von Erdgas im Strommix auf 16,7 Prozent gestiegen.
Insgesamt machten Erneuerbare – also auch etwa Wasserkraft und Energie aus
Biomasse – mit 47,7 Prozent fast die Hälfte der Stromproduktion aus.
Weitere 23,4 Prozent wurden mit Atomkraft erzeugt.
Deutschland liegt dabei über dem EU-Durchschnitt. Erneuerbare Energien
lieferten etwa 58 Prozent des Stroms. Dabei lagen die Windkraft mit etwa
einem Drittel und die Solarenergie mit 17 Prozent [2][erstmals an der
Spitze]. Der Anteil von Kohle liegt bei unter 25 Prozent, während Erdgas
auf etwas mehr als 12 Prozent anstieg.
## Warnung vor fossilen Abhängigkeiten
Dem Bericht von Ember zufolge könnten [3][der Ausbau von
Batteriespeichern], die Stärkung der Stromnetze und die Ausweitung der
Nachfragesteuerung einen höheren Anteil von Solar- und Windenergie im
Energiemix ermöglichen: „Dies erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit,
sondern ist auch entscheidend für stabile und verlässliche Energiepreise.“
In dem Bericht warnen die Autor*innen vor einer energiepolitischen
Erpressung durch Länder, die fossile Brennstoffe exportieren, darunter
beispielsweise Russland, das weiterhin einige EU-Länder mit Erdgas
versorgt.
Auch [4][mit Blick auf die USA] warnt der Bericht vor starken
Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. Diese „gefährdet die Sicherheit
der EU und schwächt ihre Verhandlungsposition in geopolitischen
Auseinandersetzungen und Handelskonflikten“. Investitionen in heimische
erneuerbare Energien könnten diese Risiken senken.
Korrektur 23.01.: In einer früheren Fassung dieses Textes hieß es,
erneuerbare Energien hätten 68 Prozent des Stroms in Deutschland geliefert.
Tatsächlich waren es 58 Prozent. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
22 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://ember-energy.org/latest-insights/european-electricity-review-2026/
(DIR) [2] /So-viel-Sonnenstrom-wie-nie-zuvor/!6142830
(DIR) [3] /Ausbau-von-Stromspeichern/!6144948
(DIR) [4] /Energieversorgung-in-Europa/!6146931
## AUTOREN
(DIR) Lalon Sander
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