# taz.de -- Weltwirtschaftsforum in Davos: Trumps „Friedensrat“ scheitert bereits in Gaza
> In Davos enthüllen der US-Präsident und sein Schwiegersohn ihren
> Wiederaufbauplan für Gaza. Doch das Leben dort ist nach wie vor ein
> Albtraum.
(IMG) Bild: Gaza im Januar 2026 – weit entfernt von jeder Normalität
Mit dem sogenannten Friedensrat will US-Präsident Donald Trump seinen
vergoldeten Hofstaat in Mar-a-Lago zum Prinzip seiner Außenpolitik erheben.
Dabei geht es, wie könnte es anders sein, vor allem um Geschäftsdeals und
ums Geldmachen.
Dazu passt auch die Zukunftsvision, die sein Schwiegersohn Jared Kushner am
Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos präsentierte, samt
Bildern, die aussehen wie ein KI-generiertes Dubai. Während Trump den
Standortwert von Gaza und den Meeresblick pries, beschrieb Kushner seine
eigene Haltung als „sehr unternehmerisch“.
Trump hat mit seinem „Board of Peace“ offenbar Großes vor. Derweil gleicht
Gaza einem apokalyptischen Albtraum. Seit dem Beginn des
[1][Nicht-Friedensschlusses im Oktober] hat Israel über 2.500 Gebäude
gesprengt. Die ausgebombte Bevölkerung lebt dort bei Regen und Wind in
schlammigen Zeltlagern, wo sich Krankheiten rasant verbreiten. Nach wie vor
lässt Israel nicht ausreichend Hilfe nach Gaza und verbietet nun auch noch
37 humanitären NGOs die Arbeit vor Ort.
Der [2][Krieg gegen die Bevölkerung geht also weiter] – genauso wie die
Angriffe auf jene, die ihn dokumentieren. So tötete die israelische Armee
erst am Mittwoch die drei Journalisten Anas Ghunaim, Abdul Ra’ouf Shaath
und Mohammad Qeshta, die laut Berichten in einem mit dem Logo einer
ägyptischen NGO markierten Auto unterwegs waren.
Da hilft es wohl auch kaum, dass mit dem Bulgaren Nikolaj Mladenov ein
erfahrener UN-Diplomat [3][die Verhandlungen übernimmt], der Kontakte
sowohl in Israel als auch zur Palestinian Authority und zur Hamas hat.
Nicht nur die islamistische Gruppe operiert nach wie vor in Gaza. Auch
Israels Premier Netanjahu tut alles, um den Fortschritt des Friedensplans
zu verhindern. Dabei wird der Zulauf zur Hamas und zu anderen militanten
Gruppen kaum versiegen, solange sich Israel nicht bereit erklärt oder dazu
gezwungen wird, den Palästinensern ein Leben in Selbstbestimmung zu
ermöglichen. Eine KI-generierte Traumwelt ist mit Sicherheit kein Ersatz
für einen gerechten Frieden.
23 Jan 2026
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(DIR) Leon Holly
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