# taz.de -- Trumps „Friedensrat“ für Gaza: Wenig stabil
> Der „Board of Peace“ für Gaza nimmt Gestalt an – es ist ein Produkt der
> Trump’schen Egomanie. Man sollte wenig auf ihn wetten.
(IMG) Bild: US-Präsident Donald Trump in Sharm El Sheikh, Ägypten, am 13. Oktober 2025
Donald Trumps neues Konstrukt nennt sich Friedensrat. Bis vor Kurzem
dachten die meisten, dass es dabei um Gaza geht, doch spätestens seitdem
die Charta des Rates veröffentlicht wurde, ist klar: Es geht nicht um Gaza.
Und natürlich genauso wenig um Frieden (gerade erst hat Trump dem
norwegischen Premier erklärt, ohne Friedensnobelpreis fühle er sich
überhaupt zu keinem Frieden verpflichtet).
Worum es Trump wirklich geht, ist – Überraschung – die Zerstörung der alten
Weltordnung, inklusive der UNO, die ihm schon lange ein Dorn im Auge ist,
und der Aufbau einer neuen. Unter seiner absoluten Führung. Das letzte Wort
in diesem Rat hat der Vorsitzende – natürlich Trump. Der bestimmt auch
darüber, welche Staaten Mitglied werden können und welche es bleiben. Wer
einen ständigen Sitz will, zahlt einfach eine Milliarde Dollar.
Rechenschaftspflicht? Ach wo. Das avisierte Projekt scheint wie die
Wahrwerdung eines langgehegten politischen Trump’schen Traums.
Die große Frage lautet nun: Wird dieses Projekt erfolgreich sein? Das hängt
vor allem davon ab, wer Trumps Einladung folgt und seinem Club beitritt.
Bisher gingen Einladungen an diverse Staatschefs raus: an den türkischen
Präsidenten Erdoğan, Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, Javier Milei
aus Argentinien – [1][und auch ihn: Putin]. Orbán hingegen hat nicht lang
gefackelt und gleich zugesagt. Der neue Friedensrat – [2][eine Achse
autoritärer Staaten?] Auch Deutschland hat mittlerweile eine Einladung
erhalten. Die Reaktion war bisher eher kühl – und das ist auch gut so. Denn
wer beitritt, kapituliert vor Trump und seinem erträumten
milliardenschweren Machtclub, in dem ohnehin nur einer das Sagen hat.
Am wahrscheinlichsten wird sein: Der Friedensrat – wenn er denn ins Leben
gerufen wird – zerbröselt von selbst. Denn am Ende dürfte die Staaten, die
tatsächlich beitreten, wenig verbinden, und eine Weltordnung, die nur vom
Ego ihres Gründers zusammengehalten wird, hält nicht auf Dauer. Das bleibt
zumindest zu hoffen.
19 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kreml-berichtet-von-Trump-Angebot/!6146662
(DIR) [2] /Konkurrenz-zur-UN/!6146453
## AUTOREN
(DIR) Judith Poppe
## TAGS
(DIR) Gaza-Krieg
(DIR) Donald Trump
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Nahost-Debatten
(DIR) Donald Trump
(DIR) US-Außenpolitik
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Gaza
(DIR) Vereinte Nationen
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Emmanuel Macron
(DIR) Gaza
(DIR) Gaza
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Internationale Ordnung: Was es mit dem Board of Peace auf sich hat
Das vom US-Präsidenten Trump initiierte Board of Peace könnte den Vereinten
Nationen Konkurrenz machen. Wer darin sitzt und welche Kritik es gibt.
(DIR) Deutsche Reaktionen zum Trump-Vorschlag: „Friedensrat“ stößt auf Ablehnung – außer bei der AfD
Kanzler Merz schweigt zur Einladung aus Washington, aber fast alle
Bundestagsparteien sehen die Trump-Idee für ein neues Weltgremium
skeptisch.
(DIR) +++ Nachrichten zu Grönland +++: Macron schlägt G7-Treffen mit Russland und Dänemark vor
Trump droht Frankreich mit Zöllen auf Wein und Champagner, weil Macron
nicht beim „Friedensrat“ mitmachen will. Der lädt zum Abendessen in Paris –
mit Russland.
(DIR) Kreml berichtet von Trump-Angebot: Auch Wladimir Putin soll in Gaza-„Friedensrat“
US-Präsident Trump sucht weiter Mitglieder für den von ihm geleiteten
Friedensrat. Ein entsprechender Brief ging offenbar auch in Moskau ein.
(DIR) Konkurrenz zur UN: Ärger über neuen Friedensrat
Trumps Gremium soll über Gaza hinaus für Konflikte zuständig sein. Die
internationale Ordnung zählt dabei wenig, das Wort des US-Präsidenten viel.
(DIR) Britischer Ex-Premier in Nahost: Tony Blair soll Trump-Friedensplan in Gaza verwalten
Der einstige Premier Großbritanniens soll sich um Nahost kümmern – schon
wieder. Beim ersten Mal scheiterte er am Fundamentalismus Netanjahus.