# taz.de -- Nach Northvolt-Pleite: Batteriefabrik in Schleswig-Holstein kommt, aber kleiner
> US-Firma Lyten baut die Batteriefabrik im deutschen Norden. Aber nur mit
> einem Drittel der ursprünglich geplanten Arbeitsplätze.
(IMG) Bild: Das Fabrikgelände in Schleswig-Holstein: Hier könnten 1.000 Jobs entstehen
Nahe der Kreisstadt Heide [1][will die US-Firma Lyten eine Batteriefabrik
bauen]. Das erklärte ihr Chef Dan Cook bei einem Besuch in
Schleswig-Holstein. Nach einem Besuch des Baugeländes traf er sich am
Dienstag mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und anderen Mitgliedern
der schwarz-grünen Landesregierung in Kiel.
Lyten hatte das Gelände nach der Insolvenz der schwedischen Firma Northvolt
übernommen, doch bisher fehlten Einzelheiten der geplanten Maßnahmen. Nun
erklärte Cook, dass rund 1.000 Arbeitsplätze entstehen könnten – Northvolt
hatte noch mit 3.000 gerechnet.
Die US-Firma will den Standort nicht nur für die Batterieproduktion nutzen,
sondern auch ein Rechenzentrum und KI-Projekte ansiedeln. Nach ersten
Berichten sollen anstelle herkömmlicher Lithium-Ionen-Batterien solche mit
Lithium-Schwefel-Technik produziert werden. Da sie leichter sind, könnten
sie unter anderem in Flugzeugen und Raumschiffen, aber auch in Drohnen und
Satelliten verwendet werden. Der Bau könnte 2027 starten.
[2][Daniel Günther zeigte sich nach dem Gespräch zuversichtlich]. Die
Landesregierung werde Lyten unterstützen, etwa bei Fragen der
Energieversorgung, sagte Günther bei einem Pressestatement. Northvolt hatte
den Standort auf der grünen Wiese ausgesucht, weil es dort reichlich
günstigen Windstrom gibt.
## Saubere Batterien für eine Million Autos
Mit dieser Energie und einem nachhaltigen Wasserkonzept wollte Northvolt in
der geplanten Gigafabrik die „saubersten“ Batterien der Welt bauen, die
rund eine Million E-Autos im Jahr hätten versorgen können.
Schleswig-Holstein, der Bund und die EU unterstützten das Prestigeprojekt
mit Fördermitteln und Darlehen in dreistelliger Millionenhöhe. Das Geld
dürfte nach der Unternehmenspleite größtenteils verloren sein. Dan Cook
sagte, derzeit gehe Lyten davon aus, die notwendigen Investitionen in
Schleswig-Holstein mit privatem Kapital zu stemmen, also kein weiteres Geld
zu benötigen.
„Lytens Mission ist es, der führende Anbieter von sauberen, lokal bezogenen
und lokal hergestellten Batterien und Energiesystemen in Nordamerika und
Europa zu sein“, heißt es auf der Website des Unternehmens, das 2015
gegründet wurde. Nach dem Aus von Northvolt hatte Lyten zugesagt, die
Standorte übernehmen zu wollen – doch bis zum Vertragsabschluss dauerte es
länger, als zunächst vorgesehen. Das Projekt erlitt einen Dämpfer, [3][als
2025 die Regierung der kanadischen Provinz Quebec verkündete], sie wolle
nicht weiter in eine ehemalige Northvolt-Baustelle Geld investieren.
## Opposition hat Landesverfassungsgericht eingeschaltet
Für die schwarz-grüne Landesregierung in Kiel ist die Ansiedlung der
Batteriefabrik eine wichtige Etappe auf ihr Ziel, Schleswig-Holstein bis
2040 in ein klimaneutrales Industrieland zu transformieren.
Landeswirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) hatte bereits im
vergangenen Jahr bei einem Besuch in den USA mit Lyten verhandelt.
In Schleswig-Holstein sieht vor allem die Landtags-Opposition das Thema
kritisch. Mehrere Abgeordnete sehen ihre Rechte verletzt, weil die
Regierung ihnen vor den Entscheidungen zu wenig Informationen gegeben habe.
Das Landesverfassungsgericht verhandelt Ende März darüber.
17 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Esther Geißlinger
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