# taz.de -- Justizumbau in Italien: Das wäre ein anderes Italien
> Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will die unabhängige Justiz schwächen
> und sich mehr Macht sichern. Helfen könnte ihr ein Referendum Ende März.
(IMG) Bild: Will Italiens unabhängige Justiz schwächen: die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni
Alles gar nicht so schlimm. Dieses Urteil über Italiens
[1][Ministerpräsidentin Giorgia Meloni] hat sich in Europa festgesetzt.
Ihre Äußerungen sind häufig im Gleichklang mit denen des US-Präsidenten
Donald Trump oder des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán. Ihre Taten
indes sind es oft nicht. Eine entfesselte Jagd auf Migrant*innen, wie sie
[2][Trump mit seinen ICE-Truppen] in den USA organisiert, wäre in Italien
gegenwärtig unvorstellbar. Doch Meloni würde gern anders handeln – wenn sie
nur könnte. Bislang kann sie nicht, dagegen steht eine unabhängige Justiz.
Doch die will sie jetzt umbauen, dafür fehlt ihr nur noch die Zustimmung
der Bürger*innen, diese könnte sie in einem Referendum Ende März erreichen.
Die unabhängige Justiz hatte Meloni immer wieder Steine in den Weg gelegt,
beispielsweise bei ihrem Plan, Abschiebungen direkt über Lager in Albanien
abzuwickeln. Mit Einschränkungen wie diesen [3][will sich die nur
vordergründig gemäßigte Postfaschistin keineswegs abfinden.] Ihre seit 2022
währende Amtszeit als Ministerpräsidentin will sie nun mit einem radikalen
Umbau des Staats krönen.
So sollen auch das Parlament und der Staatspräsident geschwächt, ihre Rolle
als Ministerpräsidentin hingegen deutlich gestärkt werden – und das per
Direktwahl durch das Volk. Dann hinge nicht mehr der Regierungschef von der
Zustimmung des Parlaments ab, es wäre umgekehrt. Wenn er – oder sie –
zurücktritt, wird das Parlament automatisch aufgelöst und wäre damit
erpressbar durch die Ministerpräsidentin.
Damit ginge der alte rechte Wunschtraum vom starken Mann, der starken Frau
an der Spitze der Exekutive in Erfüllung. Auch der Staatspräsident wäre in
seinen Vollmachten dramatisch eingeschränkt, er würde es sich vermutlich
hundertmal überlegen, ehe er dem ermächtigten Ministerpräsidenten
widerspricht. Das wäre ein völlig neues Italien – jenes Italien, in dem
Meloni ihren radikal rechten Tönen auch radikal rechte Taten folgen lassen
könnte.
13 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Michael Braun
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