# taz.de -- USA stoppen Einwanderungsanträge: Trump beschimpft Menschen aus Somalia als Müll
       
       > Der US-Präsident hetzt gegen Menschen aus Somalia, seine Regierung stoppt
       > Einwanderungsanträge von dort und aus 18 anderen Ländern.
       
 (IMG) Bild: Wurde von US-Präsident Trump als „Müll“ bezeichnet: die somalischstämmige demokratische Kongress-abgeordnete Ilhan Omar aus Minnesota
       
       afp/dpa US-Präsident Donald Trump hat Somalia als miserables Land und aus
       dem ostafrikanischen Staat stammende Menschen als Müll bezeichnet. „Ich
       will sie nicht in unserem Land haben. Ich bin ehrlich. Manche sagen
       vielleicht: „Oh, das ist politisch nicht korrekt.“ Das ist mir egal. Ich
       will sie nicht in unserem Land haben“, sagte Trump am Ende einer
       Kabinettssitzung. Die USA könnten den einen oder den anderen Weg
       einschlagen, „und wir werden den falschen Weg einschlagen, wenn wir
       weiterhin Müll in unser Land lassen“.
       
       Trump stellt Migranten immer wieder pauschal als gefährliche Kriminelle dar
       und beleidigt sie rassistisch. Er nutzt dazu auch entmenschlichende Sprache
       und sagte etwa, sie würden das „Blut unseres Landes vergiften“. Seine
       jüngsten Attacken gegen Somalier wurden auch in der amerikanischen Presse
       als ungewöhnlich ausfallend gewertet. Beweise für seine Thesen blieb Trump
       auch diesmal schuldig.
       
       Vergangene Woche hatte Trump behauptet, Flüchtlinge seien heute der
       Hauptgrund für gesellschaftliche Probleme in den USA – und führte dann den
       Bundesstaat Minnesota als Beispiel an, der „von Hunderttausenden
       Flüchtlingen aus Somalia übernommen“ worden sei. Zuvor hatte er
       öffentlichkeitswirksam das Ende eines Schutzprogramms für Somalier in
       Minnesota verkündet, unter das aktuellen Statistiken zufolge bloß ein paar
       Hundert Menschen fallen.
       
       ## Trump beschimpft auch Kongressabgeordnete
       
       Am Dienstag beschimpfte Trump ausdrücklich auch die [1][somalischstämmige
       demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar] aus Minnesota. „Ilhan Omar
       ist Müll. Ihre Freunde sind Müll“, wütete er. Mit seiner Tirade reagierte
       Trump auch auf einen riesigen Skandal in Minnesota, bei dem einige Dutzend
       Somalier das Sozialsystem des Bundesstaates unter Führung von Gouverneur
       Tim Walz um Hunderte Millionen Dollar betrogen haben sollen.
       
       Omar reagierte mit den Worten, Trumps „Besessenheit“ mit ihrer Person sei
       unheimlich. „Ich hoffe, er bekommt die Hilfe, die er dringend braucht“,
       schrieb die Demokratin auf der Plattform X. Der somalischstämmige
       Lokalpolitiker Jamal Osman aus Minnesota erklärte bei einer
       Pressekonferenz, wegen Trumps Rhetorik hätten viele Familien Angst. Der
       Präsident sei rassistisch und islamophob, sagte Osman, betonte aber, man
       werde sich „davon nicht spalten lassen“.
       
       ## Razzien gegen somalische Migranten in Minnesota?
       
       In US-Medien wurde derweil über bevorstehende [2][Razzien der
       Einwanderungsbehörde ICE] gegen somalische Migranten in den Städten
       Minneapolis und St. Paul in Minnesota spekuliert. Die New York Times
       berichtete, die Operation richte sich gegen Hunderte Somalier ohne
       notwendige Aufenthaltspapiere.
       
       In Minnesota leben nach Medienberichten über 60.000 Menschen aus Somalia,
       die meisten legal. Es ist die größte Gemeinschaft von Somaliern in den USA.
       Nach Angaben des Nachrichtenportals „Axios“ lag ihr Bevölkerungsanteil 2023
       in dem Bundesstaat bei 1,05 Prozent.
       
       ## USA stoppen Einwanderungsanträge aus 19 Ländern
       
       Nach dem Schusswaffenangriff auf Nationalgardisten in Washington haben die
       USA Einwanderungsanträge aus 19 Ländern gestoppt. Betroffen sind unter
       anderem Menschen aus Afghanistan, Jemen, Venezuela, [3][Sudan] und Somalia,
       wie aus einer in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten
       Regierungsmitteilung hervorgeht. Der Schritt erfolgt eine Woche nach dem
       Schusswaffenangriff auf zwei Nationalgardisten in Washington, der
       mutmaßlich von einem Afghanen verübt wurde.
       
       Die USA hätten in jüngster Zeit gesehen, „was ein Mangel an Überprüfung und
       Kontrolle sowie Priorisierung von Schnellverfahren für das amerikanische
       Volk bedeuten kann“, hieß es in dem Regierungsmemorandum. Als Beispiel wird
       darin der mutmaßliche Angreifer von Washington genannt. Der Stopp für
       Einreiseanträge betrifft teilweise Länder, gegen die US-Präsident Donald
       Trump im Juni bereits Einreisebeschränkungen verhängt hatte.
       
       Nach dem Schusswaffenangriff von Washington am Mittwoch vergangener Woche
       hatte die Regierung ihre Migrationspolitik nochmals verschärft. Unter
       anderem setzte sie vorerst sämtliche Asylverfahren aus: Die
       Einwanderungsbehörde (USCIS) habe „alle Asylentscheidungen ausgesetzt, bis
       wir sicherstellen können, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich
       überprüft und kontrolliert wird“, erklärte Behördenleiter Joseph Edlow am
       Freitag.
       
       Am Mittwoch vergangener Woche waren eine Soldatin und ein Soldat der
       Nationalgarde im Zentrum der US-Hauptstadt durch Schüsse schwer verletzt
       worden. Die 20-jährige Nationalgardistin erlag später ihren Verletzungen.
       Der mutmaßliche Angreifer, ein 29-jähriger Afghane, wurde festgenommen und
       wegen Mordes und Mordversuchs angeklagt. Sein Motiv ist bislang unklar, bei
       einer Anhörung am Dienstag plädierte er auf unschuldig.
       
       Der Mann war im Zuge der Massenevakuierungen beim chaotischen Rückzug der
       westlichen Streitkräfte aus Afghanistan 2021 in die USA gekommen. Er soll
       laut Medienberichten in seiner Heimat unter anderem mit dem
       US-Auslandsgeheimdienst CIA zusammengearbeitet haben. Sein Asylantrag in
       den USA wurde im April genehmigt – also unter der Trump-Regierung.
       
       3 Dec 2025
       
       ## LINKS
       
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