# taz.de -- Migrationspolitik unter Trump: USA stoppen Vergabe von Einwanderungsvisa für 75 Staaten
> Aussetzung tritt am 21. Januar in Kraft und wird mit Sicherheitsbedenken
> begründet sowie der Sorge, Einwanderer könnten Hilfsleistungen benötigen.
(IMG) Bild: Beamte der US-amerikanischen Zoll- und Einwanderungsbehörde überwachen die Ankunftshalle des internationalen Flughafens von LA
rtr | Die USA setzen die Bearbeitung von Einwanderungsvisa für
Antragsteller aus 75 Ländern aus. Dies teilte ein Sprecher des
Außenministeriums am Mittwoch mit. Die Aussetzung trete am 21. Januar in
Kraft. Zuerst hatte der Sender Fox News von diesem Schritt berichtet.
In einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen internen Dokument
des Ministeriums hieß es, alle Richtlinien, Vorschriften und Anweisungen
würden genau unter die Lupe genommen, um ein Höchstmaß an Überprüfung und
Sicherheitskontrolle für alle US-Visumantragsteller zu gewährleisten.
Zudem bestehe bei Antragstellern aus diesen Ländern ein hohes Risiko, dass
sie auf staatliche Leistungen in den USA angewiesen sein könnten. „Das
Außenministerium wird von seiner seit Langem bestehenden Befugnis Gebrauch
machen, potenzielle Einwanderer für unzulässig zu erklären, die der
öffentlichen Hand zur Last fallen und die Großzügigkeit des amerikanischen
Volkes ausnutzen würden“, sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher
Tommy Pigott.
Die Maßnahme ist Teil eines verschärften Vorgehens gegen Einwanderung, seit
Donald Trump wieder als US-Präsident im Amt ist. Der Denkfabrik Cato
Institute zufolge handelt es sich um die „migrationsfeindlichste Agenda in
der amerikanischen Geschichte“, die allein im nächsten Jahr rund 315.000
legale Einwanderer abweisen würde.
## Besuchsvisa zur Fußball-WM nicht betroffen
Besuchsvisa sind von der Regelung nicht betroffen. Die USA richten 2026 mit
Mexiko und Kanada die Fußball-WM aus, 2028 finden die Olympischen Spiele
in Los Angeles statt.
Die Aussetzung betrifft folgende Länder: Afghanistan, Ägypten, Albanien,
Algerien, Antigua und Barbuda, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Bahamas,
Bangladesch, Barbados, Belarus, Belize, Bhutan, Bosnien, Brasilien,
Kambodscha, Kap Verde, Kolumbien, Kuba, Dominica, Dominikanische
Republik, Elfenbeinküste, Eritrea, Fidschi, Gambia, Georgien, Ghana,
Grenada, Guatemala, Guinea, Haiti, Irak, Iran, Jamaika, Jemen, Jordanien,
Kamerun, Kasachstan, Kirgistan, Kosovo, Kuwait, Laos, Libanon, Liberia,
Libyen, Marokko, Moldau, Mongolei, Montenegro, Myanmar, Nepal, Nicaragua,
Nigeria, Nordmazedonien, Pakistan, Republik Kongo, Russland, Ruanda, St.
Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Senegal,
Sierra Leone, Somalia, Sri Lanka, Sudan, Südsudan, Syrien, Tansania,
Thailand, Togo, Tunesien, Uganda, Uruguay und Usbekistan.
Im Dezember hatte die US-Regierung Einwanderungsanträge für Menschen aus 18
Staaten gestoppt und Einreiseverbote für Menschen aus 7 Ländern verhängt.
Damit sind insgesamt Bürger von fast 40 Staaten von Einreiseverboten
betroffen. Schon im Juni 2025 war die [1][Liste der Einreiseverbote
(„Travel Ban“) erweitert] worden.
15 Jan 2026
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