# taz.de -- Blaue Welle bei den US-Midterms: Trumps Niederlage als Netanjahus Niederlage
       
       > Wow, ist das blau! Die Demokraten gewinnen beide Kammern des Kongresses –
       > und einige Gouverneursposten dazu. Die US-Midterms im Liveticker.
       
 (IMG) Bild: Für Israels Demokratische Partei ist der Sieg der US-Demokraten eine Niederlage Netanjahus
       
       In den USA finden Zwischenwahlen statt (engl.: „Midterms“). Alle 435
       Abgeordneten des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel des Senats
       werden neu gewählt. Auch 36 von 50 Gouverneursposten stehen zur Wahl, und
       in allen 50 Bundesstaaten werden die Landesparlamente neu gewählt.
       
       Hochrechnungen zufolge gewinnen die Demokraten die Mehrheit in beiden
       Parlamentskammern, auch den umkämpften Senat. Die Demokraten erhalten nach
       aktuellen Hochrechnungen mindestens 231 von 435 Sitzen im
       Repräsentantenhaus und im Senat 54 von 100 Sitzen. Nach North- und South
       Carolina „flippte“ Texas, inzwischen sind auch Kansas, Iowa, Ohio und
       [1][Maine] sicher blau. Auch vier neue Gouverneursposten gehen an die
       Demokraten. 
       
       Mit ihrer Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus können sie künftig die
       Handlungsmöglichkeiten des Präsidenten einschränken. So könnten sie neue
       Finanzmittel blockieren oder Untersuchungsausschüsse einsetzen. 
       
       13.22 Uhr: Was für eine Wahlnacht!
       
       Was haben wir noch am Dienstag tagsüber hin und hergegrübelt. Es hätte ja
       alles knapp und eng und seltsam werden können. Und dann so eine klare
       Angelegenheit für die Demokrat*innen, unglaublich!
       
       Jetzt sind fast alle Schlachten geschlagen und ausgezählt. Bei den
       Senatssitzen sind nur zwei noch offen – wobei einer davon eine
       Riesenüberraschung darstellt: In Mississipi dürfte die Feststellung des
       Wahlsiegs noch dauern: 96 Prozent der Stimmen sind ausgezählt, das sind
       zusammen rund 920.000 Stimmen, und der demokratische Herausforderer Scott
       Colom liegt mit 43 Stimmen vorne.
       
       Und in Alaska sorgt allein schon das Wahlsystem dafür, dass dort noch kein
       Gewinner feststeht. Derzeit, bei 71 Prozent ausgezählter Stimmen, führt der
       Republikaner Dan Sullivan mit einem Vorsprung von 1,2 Prozentpunkten vor
       der Demokratin Mary Peltola. Aber in Alaska braucht es eine Mehrheit von
       über 50 Prozent, um direkt zu gewinnen. Hat das niemand, wird ausgezählt,
       was diejenigen, die für keinen der beiden Hauptkandidaten gestimmt haben,
       als Zweitpräferenz angegeben haben. Das ist per se kompliziert und wird
       nicht besser, wenn einer der weiteren Kandidaten auch noch genauso heißt
       wie der republikanische Kandidat. Im Ergebnis: Auch das dauert.
       
       Bislang wissen wir also sicher, dass die Demokraten mindestens 7
       Senatssitze hinzugewonnen haben und mit mindestens 54 Sitzen klar die
       Mehrheit stellen.
       
       Auch für das Repräsentantenhaus wird noch in verschiedenen Wahlkreisen im
       ganzen Land gezählt. Aber mit mindestens 27 Zugewinnen haben die Demokraten
       mit mindestens 231 von 435 Sitzen die klare Mehrheit, und der Speakerposten
       wechselt vom Republikaner Mike Johnson zum Demokraten Hakeem Jeffries.
       
       Und auch bei den 36 Wahlen zu den Gouverneuren haben die Demokraten klar
       zugelegt: Mit Texas, Nevada, Iowa, Georgia und Ohio wechselt in gleich fünf
       Bundesstaaten die Farbe der Exekutive vom republikanischen Rot zum
       demokratischen Blau. Insbesondere Georgia scheint da bedeutsam, denn es
       gibt theoretisch beiden demokratischen Senatoren, Raphael Warnock und dem
       jetzt wiedergewählten Jon Ossoff, die Mögichkeit, für 2028 eine
       Präsidentschaftskandidatur anzustreben ohne befürchten zu müssen, dass ihr
       Sitz dann von einem republikanischen Gouverneur mit einem Nachrücker der
       Gegenseite nachbesetzt wird.
       
       Weniger eindeutig ist das Bild bei den vielen Referenden, die in den
       Bundesstaaten abgestimmt werden. Am meisten Beachtung hatte zuvor die
       kalifornische Abstimmung über eine Milliardärssteuer gefunden. Auch da wird
       noch gezählt, aber mit lediglich 44 Prozent Zustimmung nach 60 Prozent
       ausgezählter Stimmen sieht es nicht gut aus. Und während die
       Wähler*innen zwar in Missouri und Virginia per Referendum das Recht auf
       Schwangerschaftsabbruch verteidigten, stimmte Idaho klar dagegen, und in
       Arizona und vermutlich auch Colorado stimmten Mehrheiten für harsche
       Anti-Trans-Politiken.
       
       Was all das zu bedeuten hat, ob und wie die Demokraten ihre neue Macht in
       Washington zu nutzen wissen, ob sich Donald Trump – der jede Schuld für die
       republikanische Niederlage von sich weist – irgendwie in seiner Politik
       einschränken lässt, all das werden wir berichten. Aber nicht mehr in diesem
       Liveticker, den wir hiermit für heute schließen. Auf taz.de und im Epaper
       geht die Berichterstattung natürlich weiter, und Chefredakteurin Barbara
       Junge, New-York-Korrespondent Sebastian Moll und US-Redakteur Bernd Pickert
       treffen sich in ein paar Stunden wieder, um im „Bundestalk“-Podcast diese
       historische Wahl zu besprechen; Martina Mescher moderiert, morgen zu finden
       überall, wo es Podcasts gibt.
       
       Damit, mit müden Grüßen – ciau! (pkt)
       
       ## 13.01 Uhr: Israels Demokraten hoffen auf Neuanfang
       
       Die oppositionellen Demokraten in Israel haben der Demokratischen Partei in
       den USA zu ihrem Sieg bei den Zwischenwahlen gratuliert. In einer
       Stellungnahme verband die linksliberale Partei dies mit der Hoffnung auf
       eine rasche Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern, die unter
       dem rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stark
       gelitten hätten. Trump hatte am Tag vor den Wahlen in den USA angekündigt,
       die Milliardenhilfen für Israel zu beenden. (maf/rtr)11.27 Uhr: Spaniens
       Ministerpräsident sieht Ende der rechtsextremen Welle, deutsche Politiker
       stimmen zu
       
       Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez sieht in den Ergebnissen der
       US-Zwischenwahlen eine Absage an eine rechtsgerichtete Politik. Die Wähler
       ‌in den USA votierten gegen Maßnahmen, die „nur arm machen“, sagte Sanchez
       mit Blick auf die Niederlagen der Republikaner von US-Präsident Donald
       Trump. Die US-Bürger hätten genug von Hass, Sexismus und der Leugnung des
       Klimawandels. Die rechtsextreme Welle, die konservative Bewegungen auf
       beiden Seiten des Atlantiks beflügelt habe, breche eher zusammen, als dass
       sie wachse.
       
       Ähnliches hört man auch von SPD und Grünen in Deutschland. Die
       Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner etwa hat den sich abzeichnenden
       Wahlausgang in den USA als einen „fantastischen Sieg der Demokraten“
       bezeichnet. Es habe sich gelohnt, zu zeigen, dass es eine Alternative zu
       US-Präsident Donald Trump und seiner Politik gebe, „die den Bürgerinnen und
       Bürgern nicht nur in den USA, sondern weltweit geschadet hat“ sagte
       Brantner dem RBB24 Inforadio. Bei der Wahl sei ein „Stoppschild gegen Trump
       und seine Milliardäre“ gezeigt worden. Auch der Parlamentarische
       Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, hat den Sieg der
       Demokraten bei den US-Zwischenwahlen als hoffnungsvolles Zeichen gegen den
       weltweiten ‌Rechtspopulismus gewertet. (maf/rtr)
       
       ## 10.39 Uhr: Keine Entwarnung für den Rest der Welt
       
       Die Wählerinnen und Wähler in den USA haben US-Präsident Donald Trump die
       Grenzen seiner Macht aufgezeigt. Ein außenpolitischer Kurswechsel in
       Washington sei aber nicht zu erwarten, sagt die USA-Expertin Stormy-Annika
       Mildner, die Direktorin der transatlantischen Denkfabrik Aspen Institute
       Germany in Berlin. „Die Wahlergebnisse sind für Europa keine Entwarnung“,
       sagt sie. Man solle die Ergebnisse nicht als Rückkehr zur traditionellen
       amerikanischen Außenpolitik missverstehen. „Gerade in der Außenpolitik
       sollten wir den Einfluss des Kongresses nicht überschätzen: Trump wird an
       seiner America-First-Politik festhalten.“ (maf/afp)
       
       🐾 Trump wird jetzt noch gefährlicher
       
       Bei den Midterms in den USA gewinnen die Demokraten beide Kammern des
       Kongresses zurück. Es ist ein deutliches Votum gegen die Politik Trumps –
       [2][der nun noch gefährlicher wird], kommentiert taz-Auslandsredakteur
       Bernd Pickert. (taz)
       
       ## 09.30 Uhr: Irans Parlamentspräsident freut sich über „Nein“ zum Krieg
       
       Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sieht in der
       US-Wahl eine Absage der ‌Bürger an den Krieg mit seinem Land. „Die
       Amerikaner haben ‚Nein zum Krieg‘ gesagt, und wir unterstützen diese
       Botschaft“, schrieb Ghalibaf auf der Online-Plattform X. Die Regierung in
       Washington dürfe den Willen der Öffentlichkeit nicht ignorieren und den
       Iran daher nicht angreifen. Er drohte der US-Führung mit einem „Albtraum“,
       sollte sie den Willen der Bevölkerung missachten, um „internationalen
       Geldgebern und Erpressern“ zu dienen. (maf/rtr)
       
       🐾 Die Demokraten räumen auch in Texas ab
       
       Es ist eine [3][historische Nacht in dem konservativen Bundesstaat]. Der
       bibelfeste Talarico holt den Senatsposten, die bisher eher unbekannte
       Hinojosa das Gouverneursamt, schreibt taz-USA-Korrespondent Hansjürgen Mai
       aus Washington.
       
       ## 09.01 Uhr: Musks monetäre „Wahleinmischungs-Weltraum-Laser“ gescheitert
       
       Elon Musk macht nach der krachenden Niederlage der von ihm massiv
       unterstützten Republikaner bei den US-Kongresswahlen auf lustig: „Ich
       schätze mal, meine Wahleinmischungs-Weltraum-Laser haben dieses Mal nicht
       funktioniert“, schrieb der Tech-Milliardär am Mittwoch auf der
       Onlineplattform X.
       
       Der reichste Mann der Welt hatte für die in den USA als Midterms
       bezeichneten Wahlen fast eine halbe Milliarde Dollar in den Wahlkampf der
       Republikaner von Präsident Donald Trump gepumpt. Allein im Senatsrennen im
       Südstaat Texas unterstützte Musk den Republikaner Ken Paxton mit mehr als
       200 Millionen Dollar (178 Millionen Euro). (ras/afp)
       
       🐾 Der ranghöchste Demokrat der USA
       
       Hakeem Jeffries wird Sprecher des Repräsentantenhauses und jubelt. Doch er
       muss mit [4][Gegenwind aus dem Weißen Haus und aus seinen eigenen Reihen]
       rechnen, schreibt taz-USA-Korrespondent Sebasian Moll aus New York.
       
       ## 08.53 Uhr: Demokratische Siege im Süden
       
       Die Bedeutung der demokratischen Siege in South Carolina und Texas sowie
       die Stärke von Jon Ossoff und Keisha Lance Bottoms in Georgia sind in ihrer
       Bedeutung kaum zu überschätzen. Seit der Implementierung der Southern
       Strategy durch die Republikaner in den 60er Jahren gilt der Süden als
       sichere Bank für die Konservativen. Die Wahl an diesem Dienstag könnte hier
       der Beginn einer Zeitenwende sein. (sem)
       
       ## 08.41 Uhr: Bislang keine Vorwürfe zu Manipulation
       
       Die vielen Befürchtungen, dass die Trump Regierung in die Wahl eingreifen
       oder sie manipulieren könnte, haben sich nicht bewahrheitet. Vom Versagen
       eines Wahlzettel-Scanners in New York und einigen leeren Bombendrohungen
       abgesehen, verlief die Wahl überaus ruhig und regulär. Anscheinend hat sich
       die Vorhersage bewahrheitet, dass es sich bei einem überwältigenden Sieg
       der Demokraten für Trump nicht lohnt, die Wahl zu sabotieren. Allerdings
       sind es bis zum Einsatz des neuen Parlaments auch noch zwei Monate. (sem)
       
       08.30 Uhr: Abdul El-Sayed zieht in den Senat ein
       
       Auch in Michigan ist die Messe gelesen: Der linke Demokrat Abdul El-Sayed
       zieht für den Bundesstaat in den Senat nach Washington. Im Wahlkampf hatte
       ihn nicht nur sein republikanischer Konkurrent Mike Rogers, sondern auch
       Präsident Trump als Muslimbruder und radikalen Dschihadisten dargestellt.
       Nach 85 Prozent ausgezälter Stimmen liegt er mit 52 zu 46 Prozent vorne.
       (pkt)
       
       ## 08.16 Uhr: Republikaner verlieren schwarze Wählerschaft
       
       Laut [5][einer CNN-Umfrage haben ganze 89 Prozent der Afroamerikaner für
       die Demokraten gestimmt], nachdem Trump bei dieser Bevölkerungsgruppe noch
       vor zwei Jahren einen starken Zuwachs für die Republikaner erreicht hatte.
       Trumps aggressive Politik gegen [6][DEI (Diversity, Equity and Inclusion)],
       so wie [7][das Gerrymandering], das ihnen an vielen Orten die Stimme
       raubte, sind nach hinten losgegangen. Politico spricht von einem
       „Blacklash“. (sem)
       
       ## 08.13 Uhr: „Alhamdulillah“ mit Augenzwinkern
       
       Obwohl Michigan noch nicht eindeutig entschieden ist, ruft Abdul El-Sayed
       seinen Anhänger:innen mit breitem Grinsen ein „We did it“ entgegen.
       Dann tut er etwas, das er sonst nicht so oft tut: Er beendet die ersten
       Zeilen seiner Rede mit „Alhamdulillah!“ Das bedeutet „Gelobt sei Gott“,
       erklärt er – „für die Rechten“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.
       
       Im Wahlkampf war El-Sayed von den Republikanern wegen seiner Religion
       heftig angegangen worden. Er wurde als „Dschihadist“ beschimpft und ihm
       wurde Antisemitismus vorgeworfen. Nun dankt er seinen Anhänger:innen
       dafür, dass sie trotzdem zu ihm gehalten haben: „Ihr habt auf den
       unwahrscheinlichsten aller Kandidaten gesetzt. Ihr habt mich in euren
       Häusern wilkommengeheißen, in euren Kirchen, euren Synagogen euren
       Veteranen- und Gewerkschaftshallen […]. Mir euer Vertrauen, euren Glauben
       und eure Güte gegeben.“ Er hoffe, dass er all das im Dienst seiner
       Wähler:innen als Senator mit nach Washington nehmen könne. (fsch)
       
       ## 07.54 Uhr: Demokratischer Kandidat führt mit 28 Stimmen Vorsprung – in
       Mississippi (!!!)
       
       Es wäre die ultimative Bombe: Selbst im erzrepublikanischen Mississippi
       liegt derzeit der demokratische Senatskandidat Scott Colom in Führung – mit
       28 Stimmen bei 97 Prozent Auszählung. Egal was passiert: Die Demokraten
       werden darüber nachdenken, dass die Landkarte möglicher Swing States für
       2028 nach diesen Midterms womöglich ganz anders aussieht als gedacht. (pkt)
       
       07.45 Uhr: Vier neue demokratische Gouverneur:innen
       
       Nicht nur beide Kammern des Kongresses werden durcheinandergewirbelt. Auch
       Gouverneursposten werden neu vergeben; zur Wahl standen 36 von insgesamt
       50. In vier davon haben die Demokraten den Republikanern die Posten
       abgeluchst: [8][Georgia, Iowa, Ohio, und Texas werden künftig demokratisch
       regiert].
       
       In Georgia fährt Keisha Lance Bottoms einen historischen Sieg gegen den
       Milliardär Rick Jackson ein und wird die erste schwarze Frau an der Spitze
       eines Bundesstaates. Die Demokratin Gina Hinojosa gewinnt nach 30 Jahren
       republikanischer Regierung in Texas gegen Greg Abbott und wird damit als
       erste Latina Gouverneurin. Amy Acton gewinnt das sonst zuverlässig
       republikanische Ohio gegen Vivek Ramaswamy, der im Wahlkampf mit härtesten
       Schmierenkampagnen aufgefallen war. Und in Iowa gewinnt Rob Sand gegen den
       republikanischen Kandidaten Zach Lahn. (ras)
       
       ## 07.30 Uhr: Besonders Jüngere und Hispanics wenden sich von Trump ab
       
       Die Wählerbefragung der AP deutet darauf hin, dass sich besonders viele
       junge Menschen und Hispanics von den Republikanern abwandten, verglichen
       mit Donald Trumps Wahlsieg vor zwei Jahren. Da waren die unter-30-Jährigen
       noch gleichmäßig zwischen Trump und Kamala Harris aufgeteilt. Nun gaben
       sieben von zehn jungen Wähler:innen an, bei der Wahl zum
       Repräsentantenhaus für die demokratischen Kandidat:innen gestimmt zu
       haben.
       
       Auch unter den Hispanics schnitten die Republikaner schwächer ab: Nur etwa
       ein Drittel gab an, bei der Wahl zum Repräsentantenhaus im eigenen
       Wahlkreis die Republikaner unterstützt zu haben. Vor zwei Jahren hatten
       etwa vier von zehn für Trump gestimmt. Bundesweit sagten rund sechs von
       zehn hispanischen Wähler:innen, sie hätten bei der Wahl zum
       Repräsentantenhaus für die demokratischen Kandidat:innen gestimmt.
       
       Die Wirtschaft und der Zustand der Demokratie waren laut
       Nachwahlbefragungen die wichtigsten Themen für die meisten Wähler:innen.
       Dahinter folgten Migration, Gesundheitsversorgung und erst sehr viel später
       kamen Kriminalität und Außenpolitik. (fsch)
       
       07.17 Uhr: Aus Rot wird Blau
       
       In Anchorage, Alaska, ist es 21.15 Uhr, in Chicago schon nach Mitternacht.
       Alle Wahllokale sind geschlossen, jetzt wird nur noch ausgezählt. Aber
       schon jetzt ist völlig offensichtlich: Die demokratische blaue Welle, der
       „Bluenami“, hat selbst Staaten mit traditionell stramm republikanischer
       Wählerschaft überrollt. Auf der [9][„magischen Wand“ des TV-Senders CNN]
       wird die Dimension dieser Wahlschlappe deutlich.
       
       Statt Zitterpartien über Wochen gibt es schon jetzt ein deutliches
       Ergebnis: Die Demokraten haben beide Kammern des Kongresses geholt. Nach
       North- und South Carolina „flippte“ Texas, inzwischen sind auch Kansas,
       Iowa, Ohio und Maine sicher blau.
       
       Wenn das mal nicht der schnelle „Erdrutschsieg“ ist, [10][von dem Kollege
       Bernd Pickert vor der Wahl geschrieben hatte]… (ras)
       
       ## 07.15 Uhr: Golfen statt Weltpolitik
       
       Susan Glasser weist [11][in einem spitzen Kommentar im New Yorker] auf
       Trumps letzte Rede vor der Wahl hin, [12][in der er über die Renovierung
       des reflektierenden Basins auf der Mall geprahlt hat]. Jetzt habe er ja
       noch zwei Jahre seine anderen großen Projekte zu vollenden: seinen
       Trump-Bogen und einen Weltklasse-Golfplatz. Davon, Amerika wieder „Great“
       zu machen, könne hingegen keine Rede mehr sein. (sem)
       
       ## 07.12 Uhr: El-Sayeds Vorsprung wächst in Michigan
       
       Jetzt kommen sie in Michigan doch voran mit der Auszählung. Beim Stand von
       74 Prozent ausgezählter Stimmen liegt Abdul El-Sayed mit 51,7 gegen 46,3
       Prozent der Stimmen vorne. Bei seiner Wahlparty warten enthusiastische
       Anhänger*innen sehnsüchtig darauf, dass sein Sieg endlich bestätigt
       wird und er zu ihnen spricht. (pkt)
       
       ## 07.00 Uhr: Letzte Wahllokale geschlossen
       
       Mit Alaska hat auch der letzte Bundesstaat die Wahllokale geschlossen.
       Zurzeit führt die Demokratin Mary Peltola gegen den republikanischen
       Kandidaten Dan S. Sullivan mit 54,1 zu 42,8 Prozent der Stimmen. Auf Daniel
       J. Sullivan fallen 1,5 Prozent der Stimmen. Wie bitte? Ja, richtig gelesen:
       Bei der Kongresswahl stehen zwei Sullivans auf dem Wahlzettel, neben dem
       amtierenden republikanischen Senator Dan auch der völlig unbekannte
       pensionierte Lehrer Daniel.
       
       Die Republikaner vermuten dahinter ein Manöver der Demokraten. „Die
       Kampagne meiner Gegnerin ist buchstäblich darauf ausgerichtet, die Menschen
       in Alaska in die Irre zu führen, zu lügen und zu betrügen“, sagte der
       republikanische Kandidat am Dienstag vor Reportern in Anchorage, der
       größten Stadt Alaskas. „Wir erleben den größten Wahlbetrugsskandal in der
       Geschichte des Bundesstaates Alaska – vielleicht einen der größten in der
       Geschichte des US-Senats.“ Peltola bestreitet, von dem Manöver Kenntnis
       gehabt zu haben. (ras/ap)
       
       ## 06.35 Uhr: Missouri verteidigt Abtreibungsrecht
       
       Auch im konservativen Missouri verteidigen die Wähler*innen das Recht
       auf Abtreibung. Erst 2024 hatte der Bundesstaat ebenfalls per Referendum
       entschieden, dieses Recht in der Verfassung des Staats zu verankern. Eine
       rechte Initiative hatte jetzt ein Referendum angesetzt, um dieses Recht
       wieder zurückzunehmen und außerdem jegliche geschlechtsangleichende
       Behandlung für trans Personen zu verbieten. Mit 55,2 zu 44,8 Prozent ist
       die Initiative gescheitert. (pkt)
       
       ## 06.37 Uhr: James Talarico predigt zu seinen Anhängern
       
       Der in Texas erfolgreiche demokratische Kandidat James Talarico, ein
       zutiefst gläubiger Pfarramtsanwärter, spricht zu seinen Anhängern in
       biblischen Gleichungen. In diesem Kampf von David gegen Goliath seien die
       Texaner seine Steinschleuder gewesen, sagt er, und erzählt noch ein paar
       bewegende Anekdoten aus seinem Leben. Eigentlich eine klassische
       Wahlkampfrede – auch wenn das nun eigentlich vorbei sein sollte. Muss ihm
       halt noch jemand sagen. (pkt)
       
       ## 06.28 Uhr: Die Demokratischen Headquarters kriegen den Hals nicht voll
       
       Wer als Unterstützer der Demokraten in den entsprechenden Mailing Lists
       steht, wird in den Monaten vor wichtigen Wahlen mehrmals täglich mit
       Bettelmails bombardiert. Das müsste doch jetzt mal vorbei sein? Nö. Mail
       von 20 Minuten nach Mitternacht, Washingtoner Zeit:
       
       „We can’t believe our eyes. Democrats have already flipped SIX Senate seats
       BLUE in North Carolina, South Carolina, Ohio, Kansas, Iowa and Texas. 
       
       We are beyond proud of this team. Whether you’ve donated, knocked doors,
       made calls, sent texts, or volunteered at campaigns – thank you for being a
       part of this movement. 
       
       You have changed the course of history tonight. 
       
       We hope you’re filled with as much joy and hope as we are. If you’re ready
       to turn that hope into action, please, consider chipping in a $7 investment
       to power our work to keep control of Congress and take back the White House
       in 2028. We can’t let this blue tsunami end tonight – we need you on our
       team.“ 
       
       Wer sich jetzt immer noch nicht aus diesen Listen austrägt, ist wirklich
       hardcore. (pkt)
       
       06.15 Uhr: Auch Maine wird demokratisch
       
       Aus Portland, Maine, berichtet eine CNN-Reporterin, die langjährige
       republikanische Senatorin Susan Collins habe ihren demokratischen
       Herausforderer Troy Jackson angerufen und ihm zum Wahlsieg gratuliert. Das
       ist eigentlich früh: In Maine sind erst rund 65 Prozent der Stimmen
       ausgezählt. Allerdings liegt Jackson mit 52,2 gegen 47,7 Prozent von
       Collins vorne. Damit gewinnen die Demokraten einen weiteren Senatssitz
       hinzu, jetzt sind es schon sieben. (pkt)
       
       ## 06.12 Uhr: Warum kommt Michigan nicht voran?
       
       In Michigan, wo der linke Demokrat Abdul El-Sayed gern erster muslimischer
       Senator der Vereinigten Staaten werden möchte, sind noch immer erst 44
       Prozent der Stimmen ausgezählt. Das liegt an Wayne County, dem Bezirk, zu
       dem auch Detroit gehört. Hier leben rund 18 Prozent der Bevölkerung des
       Bundesstaates, und die Gegend wählt demokratisch, zählt aber furchtbar
       langsam. Erst 3 Prozent der Stimmen sind ausgezählt – und wohl auch deshalb
       steht es zwischen El-Sayed und dem republikanischen Kandidaten Mike Rogers
       gerade nur 50,0 % zu 48,1 %. Eine blöde Zitterpartie, die eigentlich klar
       für El-Sayed ausgehen müsste. Es wäre im Übrigen kein Zugewinn für die
       Demokraten, der Sitz war auch vorher schon demokratisch. (pkt)
       
       06.05 Uhr: Iowa ist jetzt blau
       
       Auch in Iowa nehmen die Demokraten den Republikanern einen Senatssitz ab.
       Der vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama unterstützte Demokrat Josh
       Turek setzte sich gegen Ashley Hinson durch, meldet nach den Fernsehsendern
       auch die Agentur AP.
       
       Der Erfolg ist entscheidend für den Kampf um die Mehrheit in der 100 Sitze
       zählenden Parlamentskammer. Iowa galt lange als politisch umkämpfter
       Bundesstaat, hatte sich bei vergangenen Wahlen aber zunehmend zu einer
       Hochburg der Republikaner entwickelt. (dpa)
       
       ## 05.56 Uhr: Trump will bei Fox News eingreifen
       
       Fox-News-Moderator Sean Hannity macht den Krieg im Iran für die Niederlage
       der Republikaner verantwortlich und behauptet, die Fundamente der
       Wirtschaft seien solide. Er spielt das Ergebnis als typisches
       Midterm-Ergebnis herunter, bei denen die Opposition immer gut abschneide.
       Trump wütet derweil gegen Fox, zweifelt die Prognosen an und beklagt, dass
       Fox „viel zu viel Zeit auf die gestörten Demokraten verwendet.“ Er
       versucht, in eine laufende Sendung einzugreifen in dem er dem Moderator
       Greg Gutfield eine SMS schickt. Seine Partnerin im Studio, Jessica Tarlov,
       die Trump als „dumm wie ein Stein“ bezeichnet hatte, sagt: „Drück das
       einfach weg.“ (sem)
       
       ## 05.53 Uhr: „USA, USA“- und „F*CK DONALD Trump“-Rufe in Washington
       
       Im Außenbereich der Metrobar ist die blaue Hölle los. Die Demokraten haben
       den Senat gewonnen. Die Menschen werfen ihre Arme in die Luft und schreien
       abwechselnd „USA, USA“ und „F*CK DONALD Trump“. Ein junger Mann,
       eingewickelt in eine US-Flagge, versucht über den Lärm hinweg am Telefon
       jemandem die Wahlergebnisse zu erläutern. Um ihn herum fällt man sich
       gegenseitig um den Hals.
       
       „Das ist das beste Ergebnis, das wir uns hätten wünschen können!“, sagt
       Rohan Singh aus Michigan. „Ich hatte gehofft, das wir den Senat kriegen,
       aber ich dachte, wir müssen bis morgen früh warten, bis wir sicher sind“.
       Im Heimatstaat des 26-Jährigen lässt das Ergebnis für den linken
       Senatskandidaten Abdul El-Sayed wohl noch etwas auf sich warten. Aber Rohan
       ist auch hier zuversichtlich. (fsch)
       
       ## 05.47 Uhr: „Das Volk hat gesehen, was wir gesehen haben – und fand es
       abscheulich.“
       
       Der [13][umstrittene linke Streamer Hasan Piker] gibt ein Interview auf
       Democracy Now. „Trump hat es sich nach seinem knappen Sieg 2024 zu bequem
       gemacht. Er dachte, er sei beliebt. Aber das amerikanische Volk hat
       gesehen, was wir gesehen haben – und fand es abscheulich.“ Was die linke
       Agenda angeht, sagt er: „Wir wollen lediglich moderate sozialdemokratische
       Veränderungen, wie viele Länder sie längst genießen.“ (sem)
       
       ## 05.44 Uhr: Trump: Alle anderen sind schuld
       
       Trump schreibt auf Truth Social, wenn der texanische Gouverneur Greg Abbott
       nicht so ein „RINO“ geworden wäre, hätte er gewonnen. RINO steht für
       Republican in Name Only (Republikaner nur dem Namen nach). Ausgerechnet
       Abbott, einer der krassesten rechten Hetzer und Migrationsfeinde! Dass
       Trump in den letzten Wochen zigmal in Texas aufgetreten ist und den Leuten
       gesagt hat, sie sollten so abstimmen, als stünde sein Name auf dem
       Stimmzettel – egal. Es sieht aber ganz so aus, als hätten die Wählenden
       genau das gemacht. (pkt)
       
       05.29 Uhr: Erdrutschsieg der Demokraten!
       
       Die Midterm Elections 2026 sind die schwerste Klatsche für eine
       US-Regierungspartei seit langer Zeit. Die Republikaner verlieren die
       Mehrheiten in beiden Häusern des Kongresses. Im Senat stehen die Demokraten
       derzeit bei 50 Sitzen – als Nächstes dürfte auch in Iowa der demokratische
       Sieg bestätigt werden (NBC hat das schon entsprechend bestätigt, New York
       Times und CNN noch nicht), damit haben sie die Mehrheit. Und ein paar Sitze
       kommen noch dazu.
       
       Dass die Republikaner das Repräsentantenhaus verlieren würden, war erwartet
       worden. Schon um diese Zeit ist klar, dass es so kommt – und der bisherige
       demokratische Fraktionschef Hakeem Jeffries im nächsten Kongress zum
       Sprecher des Hauses gewählt werden wird. „Amerika ist wieder da!“, rief
       Jeffries bei einer Demokratischen Wahlparty aus. Wie groß die Mehrheit sein
       wird, stellt sich in den nächsten Stunden heraus.
       
       Bemerkenswert: Der Sieg der Demokraten ist derart eindeutig, dass bislang
       von den befürchteten Sabotageaktionen und Anfechtungen durch die
       Republikaner nichts zu sehen ist. (pkt)
       
       ## 05.28 Uhr: Hakeem Jeffries, Speaker of the House
       
       Hakeem Jeffries spricht in Washington zu seinen Wählern. Der Abgeordnete
       aus New York wird der neue Sprecher des Repräsentantenhauses und somit der
       mächtigste Demokrat im Land. „Das amerikanische Volk hat gesprochen, im
       Norden und Süden, im Osten und Westen: Sie haben genug vom Extremismus und
       von der Korruption. Dies ist kein blauer Augenblick und kein roter. Das ist
       ein rot-weiß-blauer. Heute hat Amerika gewonnen.“ (sem)
       
       ## 05.18 Uhr: Bestätigt: Demokraten gewinnen Kansas
       
       Das ewig republikanische Kansas schickt den Demokraten Adam Hamilton nach
       Washington, den ersten demokratischen Senator seit 94 Jahren. (pkt)
       
       05.07 Uhr: Demokraten gewinnen in Texas und Ohio
       
       Jetzt wird es wirklich crazy. In Texas gewinnt nicht nur [14][James
       Talarico] den Senatssitz, auch der Gouverneursposten geht den Repulikanern
       verloren. Greg Abbott, einer der konservativsten Gouverneure der USA, ist
       abgewählt, stattdessen bekommt Texas mit Gina Hinojosa die erste Latina an
       der Spitze des Staates.
       
       Und in Ohio geht auch der frühere Senatssitz von Trumps Vize JD Vance an
       die Demokraten. Wahnsinn!! (pkt)
       
       ## 05.00 Uhr: Texas geht an Talarico
       
       Texas geht an den christlichen Kapitalismuskritiker James Talarico.
       Erstmals seit 1988 gewinnt hier ein Demokrat das Rennen um einen
       Senatssitz. Sein Gegner Ken Paxton war intensiv von Donald Trump
       unterstützt worden. (fsch)
       
       04.56 Uhr: Vivek Ramaswami in Ohio geschlagen
       
       Bei der Gouverneurswahl in Ohio ist Trumps Kandidat Vivek Ramaswamy
       vernichtend geschlagen. Neue Gouverneurin wird die Demokratin Amy Acton,
       die im Wahlkampf einer besonders widerlichen Schmierenkampagne ausgesetzt
       war. (pkt)
       
       ## 04.55 Uhr: „Trump ist ein Irrer“
       
       In Colorado wird die Demokratische Sozialistin Melat Kiros mit 78,3 Prozent
       der Stimmen in den Kongress gewählt. Im Interview mit Democracy Now sagt
       sie „Trump ist ein Irrer, eine gestörte Person, der keinen Respekt vor
       menschlichem Leben hat. Wir müssen ihn zur Rechenschaft ziehen.“ (sem)
       
       ## 04.52 Uhr: So reden schlechte Verlierer …
       
       „Ich stand nicht auf dem Stimmzettel, und wenn ich darauf gestanden hätte,
       hätten wir einen ERDRUTSCHSIEG errungen! Vielen Dank für Ihre
       Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit“, schreibt US-Präsident Donald Trump
       auf Truth Social. Seine miserablen Beliebtheitswerte und die vielen
       Republikaner, die im Wahlkampf nichts mit ihm zu tun haben wollten,
       sprechen eine andere Sprache. (fsch)
       
       ## 04.35 Uhr: What's the matter with Kansas?
       
       Wurde in Kansas mit Adam Hamilton gerade der erste demokratische Senator
       seit 1932 gewählt? Nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmen liegt
       Hamilton mit 53 zu 44 Prozent vorn. (sem)
       
       ## 04.30 Uhr: Ergriffene Moderatoren
       
       Bei CNN sprechen Jon King und Jake Tapper schon über die Charakteristiken
       einer Welle, und das Expertenpanel diskutiert, ob Trump mit seiner Rolle
       als „lame duck“ irgendwie klarkommen kann.
       
       Wer übrigens Fan von Jon Kings „magic wall“ ist, kann sich die inzwischen
       [15][auch auf dem eigenen Rechner anschauen], das macht schon Spaß. (pkt)
       
       ## 04.28 Uhr: Trumps Wählerbasis schwindet
       
       Nachwahlbefragungen zufolge zeigt Trumps Wählerbasis
       Auflösungserscheinungen. Demnach verzeichneten die Republikaner bei den
       Zwischenwahlen deutliche Rückgänge bei männlichen Schwarzen, Latinos,
       Jüngeren, evangelikalen Christen und Wählern ohne Hochschulabschluss. Die
       Unterstützung für die Partei unter den 18- bis 29-Jährigen fiel von mehr
       als 40 Prozent im Jahr 2024 auf 25 Prozent. Bei den Hispanics sank sie von
       fast der Hälfte auf rund ein Drittel, bei Schwarzen Männern von 21 auf 13
       Prozent. Eine andere Altersgruppe ging jedoch zahlreich zur Wahl und könnte
       den Republikanern helfen, ihre Verluste zu begrenzen: Über 65-Jährige
       stellten bei den Zwischenwahlen einen größeren Anteil der Wähler als 2024.
       Sie tendieren leicht zu Trumps Partei. (rtr/ras)
       
       ## 04.22 Uhr: Ekstase bei der episkopalischen Kirchengemeinde
       
       Auf der Upper West Side von New York ist die Stimmung bei der Wahlparty
       einer episkopalischen Kirchengemeinde extatisch. Weingläser klirren, Fäuste
       werden in die Luft gereckt. Eine Gästin sagt „die amerikanischen Wähler
       sind endlich aufgewacht.“ Das Gefühl macht sich breit, dass dies der Anfang
       von Trumps Ende ist. (sem)
       
       ## 04.09 Uhr: Tsunami! Tsunami! Tsunami!
       
       „Tsunami, Tsunami, Tsunami!“, brüllen die Kids vor den Fernsehern in der
       Metrobar in Washington DC als Annie Andrews den Senatssitz für South
       Carolina holt. Die Demokraten haben jetzt 2 Plätze im Senat dazugewonnen.
       Für eine Mehrheit brauchen sie 4. (fsch)
       
       ## 04.08 Uhr: Pizza für die blaue Welle
       
       In der Metrobar im todsicher demokratisch wählenden Washington DC gibt es
       im Falle einer blauen Welle für alle eine Pizza um sonst. In einem alten
       U-Bahnwagon quetschen sich Millennials mit Baseballkappen und warten auf
       die Ergebnisse, die bei NPR auf einer Leinwand übertragen werden. Als die
       Demokratin Keisha Lance Bottoms als „projected Winner“ in Georgia verkündet
       wird, rastet die Menge aus.
       
       Der klare Star des Abends: James Talarico, dessen Chancen im Senatsrennen
       in Texas immer größer werden. „Er ist ein Christ aber kein christlicher
       Nationalist“, sagt ein junger Mann mit Cowboyhut einem „I'm a
       Talafreako“-T-Shirt. Seinen Namen will er lieber nicht sagen, aus
       beruflichen Gründen. „Ich glaube, dass er das richtige für die
       Arbeiterklasse tun wird“, fügt er hinzu. (fsch)
       
       ## 04.06 Uhr: In New York schließen die Wahllokale
       
       Hier in New York haben gerade die Wahllokale geschlossen. In Florida war
       die Wahl schon vor zwei Stunden zu Ende. In kaum einem Staat haben die
       Republikaner so aggressiv [16][die Wahlbezirke neu gezogen], wie dort.
       Trotzdem haben Demokraten drei der vier neuen Wahldistrikte für das
       Repräsentantenhaus gewonnen, im vierten liegen sie vorne. Ähnliches wird
       für Texas und North Carolina erwartet. Es ist nicht einfach, die
       Schadenfreude zu unterdrücken. (sem)
       
       ## 04.05 Uhr: Virginia stimmt für Abtreibungsrecht
       
       In Virginia holen sich die Menschen per Referendum wieder, was der
       [17][konservative Oberste Gerichtshof ihnen 2022 genommen hat]: Mit rund
       zwei Dritteln der Stimmen entscheiden die Wähler*innen, dass reproduktive
       Rechte inklusive Abtreibung in der Verfassung des Bundesstaates verankert
       werden. (pkt)
       
       04.01 Uhr: Historischer Sieg in Georgia
       
       Die Demokratin Keisha Lance Bottoms gewinnt in Georgia und wird erste
       afroamerikanische Gouverneurin der USA. In Florida gewinnt der Republikaner
       Byron Davis, ebenfalls Afroamerikaner. Das sind zwei schwarze Gouverneure
       im tiefen Süden. (sem)
       
       ## 04.00 Uhr: Guten Morgen, guten Abend!
       
       Ab jetzt verfolgen wir die US-Wahlnacht, vor Ort und am Rechner. In New
       York ist Sebastian Moll am Start, in Washington DC Hansjürgen Mai und
       Fabian Schroer, in Berlin hängt Bernd Pickert am Rechner, und Raoul Spada
       baut alles in den Ticker ein und verfolgt die Agenturen.
       
       Zu diesem Zeitpunkt scheinen die Demokraten ihr erstes Ziel bereits
       erreicht zu haben: Sie werden das Repräsentantenhaus kontrollieren. Drei
       Sitze mussten sie den Republikanern nur abnehmen. Bislang sind es schon
       vier, und laut der fortlaufenden CNN-Rechnung liegen Demokratische
       Kandidaten in 59 weiteren bislang republikanischen Wahlkreisen vorne.
       
       Um auch die Kontrolle des Senats zu übernehmen, müssen Demokraten den
       Republikanern mindestens 4 Sitze abnehmen und keinen verlieren. Einen haben
       sie bereits: North Carolina schickt den Demokraten Roy Cooper nach
       Washington.
       
       Derzeit liegen die Demokraten überall vorne, wo sie sich Chancen auf
       Zugewinne ausgerechnet haben. Geht das auch nur ungefähr so aus, ist das
       heute nach tatsächlich ein „Bluenami“, ein Erdrutschsieg für die
       Demokraten.
       
       Aber dafür ist es noch zu früh. (pkt)
       
       ## 01.50 Uhr: Scharia hinterm Kapitol
       
       Im Union Pub direkt hinter dem Kapitol in Washington ist es so laut wie bei
       einem Footballspiel. Der Ton der ungefähr 50 Fernseher, die die aktuellen
       Umfragen auf CNN übertragen, ist voll aufgedreht, trotzdem versteht man
       kein Wort. Hier treffen sich Politikerinnen, Regierungsangestellte und eine
       Menge Medienmenschen mit Kameras. Man denkt, das müssten alles Demokraten
       sein. Doch in der Schlange vorm Herrenklo sagt ein Mann im Poloshirt zu
       seinem Kumpel: „Wenn Abdul El-Sayed in Michigan gewinnt, führt er sofort
       die Scharia ein.“ (fsch)
       
       🐾 Wer? Wann? Was? Wie?
       
       Die Zwischenwahlen am 3. November können entscheidend sein für die Zukunft
       der USA. Aber was passiert da genau? Amerika-Redakteur Bernd Pickert
       [18][erklärt, worauf es ankommt].
       
       🐾 Wann gibt es welche Ergebnisse?
       
       In den USA geht es nicht nur um die zwei Kammern des Kongresses. Auch
       zahlreiche Gouverneursposten und Landesparlamente werden neu gewählt. Wann
       gibt es welche Ergebnisse? Die [19][wichtigsten Fragen und Antworten zur
       Wahlnacht].
       
       🐾 Was macht Trump, wenn er die Wahlen verliert?
       
       Sollten die US-Demokraten die Kongresswahlen gewinnen, können die
       Republikaner einiges sabotieren. Manche Tricks sind illegal – manche
       schlicht bizarr. US-Korrespondent Sebastian Moll [20][zum schlechtesten
       aller Verlierer im Weißen Haus].
       
       4 Nov 2026
       
       ## LINKS
       
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