# taz.de -- „Energie-Waffenruhe“ und Diesel-Deal: Übel mitgespielt
       
       > Zwischen angeblicher „Energie-Waffenruhe“ und Trumps Diesel-Deal mit
       > Putin gehen die Angriffe auf die Ukraine weiter. Und die EU ist wieder
       > Zuschauer.
       
 (IMG) Bild: Selenskyj kämpft weiter gegen Putin und Trump
       
       Es ist ein mieses Spiel, das US-Präsident Trump und der Mann im Kreml
       derzeit spielen. Trump möchte so kurz vor den midterms genannten
       Zwischenwahlen in den USA noch Erfolg im Krieg in der Ukraine vermelden,
       [1][verkündet also munter eine sogenannte „Energie-Waffenruhe“], schließt
       einen sinnlosen Diesel-Deal und beschließt damit de facto eine Lockerung
       der Russland-Sanktionen. Der russische Präsident Wladimir Putin geht
       vermeintlich darauf ein, seine Armee will angeblich jetzt keine
       Energieanlagen in der Ukraine mehr angegriffen haben.
       
       Mittendrin steckt die geschundene Ukraine, deren Präsident Selenskyj sich
       erneut der Trump’schen Forderung nach Neuwahlen stellen muss. Und nebenher
       tobt der erbitterte Krieg in seinem Land weiter – gegen die
       Zivilbevölkerung, gegen die Energieversorgung, gegen die Infrastruktur in
       der Ukraine. Ein Ende der Kampfhandlungen ist nicht in Sicht, keine Spur
       von Energie-Waffenruhe.
       
       Selenskyj sieht sich einer Situation ausgeliefert, in der er sich gegen die
       Angriffe Trumps wehren muss, während er gleichzeitig nach wie vor auf die
       USA als größten Waffenlieferanten für die Luftabwehr, bei Munition und
       weiterem Kriegsgerät angewiesen ist, um sich militärisch gegen Putins Armee
       zu verteidigen. Einmal mehr hoffen Selenskyj und die Ukrainer:innen auf
       die Europäische Union. Doch die agiert bei diesem Trauerspiel wie ein
       Zuschauer am Spielfeldrand.
       
       ## Ein neuer Streit bahnt sich an
       
       [2][Die EU-Rekordsanktionen von rund 1.600 Listungen sind zwar ein klarer
       Erfolg gegen das russische Regime.] Bei allen anderen Tiraden, Deals,
       Absprachen und Verhandlungen sitzen die Europäer aber nicht mit am Tisch.
       Stattdessen bahnt sich neuer Streit auf dem nächsten EU-Gipfel in dieser
       Woche an. Streit ums Geld, Streit um Erweiterungskandidaten, Streit um den
       Umgang mit den USA, solange Trump noch im Amt ist.
       
       Dabei müsste nach den neuesten Sabotageakten doch eigentlich klar sein,
       dass es zur Geschlossenheit der EU keine Alternative gibt: [3][Der Brand in
       einer Starlink-Bodenstation in Polen] oder die Drohnenangriffe in
       bulgarischen Gewässern zeigen, dass die Kriegswirren der Ukraine längst
       Nato- und EU-Territorium erreicht haben. Erneut. Was jetzt zählt, ist
       anhaltende Solidarität mit der Ukraine und eine eindeutige Absage an die
       Manöver des Mannes im Weißen Haus.
       
       13 Oct 2026
       
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 (DIR) Tanja Tricarico
       
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