# taz.de -- Nach Starlink-Brand in Polen: Drei Sabotage-Verdächtige in Deutschland gefasst
       
       > Im September brannte eine Station des Internetanbieters Starlink in
       > Polen. Nun gab es Festnahmen in Baden-Württemberg und Berlin. Polen geht
       > von Sabotage durch Russland aus.
       
 (IMG) Bild: Die Polizei vor Ort in Wola Krobowska nach dem Brand der Starlink-Bodenstation
       
       Drei mutmaßliche Saboteure, die Ende September eine [1][Bodenstation des
       US-Internetanbieters Starlink] in Polen in Brand gesetzt haben sollen,
       wurden in Deutschland festgenommen: Zwei Männer mit türkischem Pass in
       Nürtingen in Baden-Württemberg, und eine weitere verdächtige Person in
       Berlin. Die dritte Person soll der Kopf des kleinen Kommandos und für die
       Logistik des Brandanschlags zuständig gewesen sein. Auf X bestätigte Polens
       Premier Donald Tusk den deutsch-polnischen Fahndungserfolg. Er gehe von
       einer baldigen Überstellung der Verdächtigen an polnische
       Strafverfolgungsbehörden aus.
       
       Wola Krobowska, rund 50 Kilometer südlich von Warschau gelegen, ist nur
       selten in den Schlagzeilen. Doch das knapp 300 Seelen große Dorf ist von
       zentraler Bedeutung für die stabile Internetversorgung eines großen Teils
       Mittelosteuropas und insbesondere der Ukraine. Denn hier steht die
       Bodenstation des satellitengestützten Internetanbieters Starlink mit seinen
       markanten weißen Kuppeln und der Anbindung an das reguläre Glasfasernetz.
       Ohne die Starlink-Bodenstation kann sich die Ukraine nicht gegen den
       russischen Aggressor verteidigen.
       
       Als am 23. September Feuer in dieser Station ausbrach und dies gleich an
       mehreren Stellen, lag der Verdacht eines russischen Sabotageaktes nahe. Das
       Feuer erfasste den Stromgenerator und einen Teil der Stromversorgungskabel.
       Tatsächlich fiel das Internet unter anderem für das ukrainische Militär für
       eine kurze Zeit aus. Doch die polnischen Dienste ließen den angerichteten
       Schaden nicht nur sehr schnell reparieren, sondern betrieben auch enormen
       Aufwand, um alle Beweise für den Brandanschlag zu sichern. Es gelang ihnen,
       unter den vielen DNA-Spuren von Mitarbeitern und Kontrolleuren diejenigen
       der Täter zu identifizieren.
       
       ## Verdächtige sollen sich vor polnischer Justiz verantworten
       
       Dann leitete Polen die Fahndung nach den Tätern über den Europäischen
       Haftbefehl ein. Die Regierung geht davon aus, dass Deutschland die drei
       verhafteten Verdächtigen schon bald an Polens Strafverfolgungsbehörden
       überstellen wird. Sie sollen sich vor polnischen Gerichten verantworten.
       
       Polens Innenminister Marcin Kierwiński sagte am Montag, sobald die
       gefassten Tatverdächtigen nach Polen gebracht würden, werde [2][man ihnen
       Sabotage und die Tätigkeit im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes]
       zur Last legen. Der Minister für die Koordinierung der Geheimdienste,
       Tomasz Siemoniak, betonte, es gebe „keinerlei Zweifel daran, dass hinter
       diesem Sabotageakt russische Geheimdienste stehen“. Diese würden immer
       häufiger auf Personen zurückgreifen, die Verbindungen zur kriminellen Welt
       hätten.
       
       Ein Problem bleibt die Sicherung der Starlink-Bodenstation, die leicht
       sogar über Google Maps zu finden ist, wie viele polnische Internetportale
       berichten, die sich auf Militär- und Verteidigungsfragen spezialisiert
       haben. Eine russische Kampfdrohne könnte die Bodenstation vollständig
       zerstören, warnen sie und deuten an, dass Polens Militär daran arbeite,
       diese Gefahr für die Internetversorgung Mittelosteuropas zu minimieren oder
       sogar weitgehend auszuschließen.
       
       13 Oct 2026
       
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