# taz.de -- Streit über Antisemitismusvorwurf: Linke zeigt Dobrindt an
> Der Bundesinnenminister kommentiert in der Sendung „Maybrit Illner“ einen
> Versprecher über die Berliner Linke Elif Eralp. Die stellt Strafanzeige.
(IMG) Bild: Zu weit gegangen? Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
dpa | Die [1][Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp und ihr Landesverband]
haben nach Angaben ihres Anwalts Strafanzeige gegen Bundesinnenminister
Alexander Dobrindt gestellt. Der CSU-Politiker soll sich dem Schriftsatz
zufolge eine Aussage über Eralp als „Antisemitin“ zu eigen gemacht haben.
Dies erfülle den Tatbestand der üblen Nachrede und Beleidigung, erklärte
Anwalt Jasper Prigge der Deutschen Presse-Agentur.
Dabei geht es um eine Passage der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ vom
Donnerstag, in der es zu Wortgefechten zwischen Dobrindt und der
Linken-Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek kam. Moderatorin Illner
versprach sich dabei, korrigierte sich aber sofort: „Elif Eralp sagt, sie
ist Antisemitin … Sie ist keine Antisemitin.“ Darauf sagte Dobrindt: „Na
doch.“
## „Falschbehauptung des Innenministers“
Anwalt Prigge argumentiert, Dobrindt habe sich Illners Versprecher zu eigen
gemacht. Das sei „üble Nachrede“ im Sinne des Strafgesetzbuchs. Dobrindt
stelle eine falsche Tatsachenbehauptung auf. Um eine „Beleidigung“ im Sinne
des Strafgesetzbuchs handele es sich, weil die Bezeichnung als Antisemitin
„in erheblichen Maße ehrabträglich“ sei.
Weiter heißt es im Schriftsatz: „Die Tat ist schließlich auch geeignet, das
öffentliche Wirken von Frau Eralp erheblich zu er schweren. Die Verbreitung
der Falschbehauptung durch den Innenminister im Fernsehen, Frau Eralp würde
sagen, sie sei Antisemitin, ist geeignet, ihre Integrität als politische
Amtsträgerin und damit die Regierungsbildung im Land Berlin zu
beeinträchtigen.“
## Dobrindt mit Vorwürfen gegen die Linke
Eralp war mit der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20.
September mit 25,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden und strebt
das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in einer rot-grün-roten Koalition
an. Gegen ihre Partei werden Antisemitismus-Vorwürfe erhoben, unter
anderem, weil ein [2][propalästinensischer Rapper bei einer
Parteiveranstaltung zu Gewalt gegen die israelische Armee] aufgerufen habe.
Dobrindt hatte vergangene Woche in Kloster Banz gesagt, die Linkspartei in
Berlin dulde „ganz offensichtlich Antisemiten und Extremisten in ihrem
Umfeld“. Eralp hatte sich vor und nach der Wahl [3][von jeglichem
Antisemitismus und von Gewaltaufrufen distanziert] und das Existenzrecht
Israels bekräftigt.
28 Sep 2026
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