# taz.de -- Kommunalwahl in Niedersachsen: Grüne bleiben stabil
       
       > Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen haben die Grünen respektabel
       > abgeschnitten. Und das nicht nur in den Ballungsräumen, auch in der
       > Fläche.
       
 (IMG) Bild: Hat selbst nur Außenseiterchancen aufs OB-Amt, kann aber mit dem Abschneiden seiner Grünen zufrieden sein: Volker Bajus
       
       Es gibt Wahlabende, da liegen Triumph und Ernüchterung nahe beieinander.
       Der 13. September 2026 ist für die niedersächsischen Grünen ein solcher
       Abend.
       
       Auf Kreisebene kommen die Grünen laut dem am Montagmorgen veröffentlichten
       vorläufigen Ergebnis auf 14,1 Prozent der Stimmen. Das ist ein gutes
       Ergebnis. Nur zweimal waren sie besser: 2011 mit 14,3 Prozent. Und 2021 mit
       15,9 Prozent, dem besten Ergebnis seit ihrem Erstantritt 1981, mit dem
       Schwung der Klimabewegung.
       
       Bitter für die Grünen: Seit Sonntag sind sie nur noch vierte Kraft in
       Niedersachsen. Denn diesmal ist es die AfD, die 15,9 Prozent abgreift.
       
       Der Grünen-Landesvorsitzende Maximilian Strautmann fasst der taz die Lage
       am Wahlabend so zusammen: „Landesweit haben die Grünen stark abgeschnitten
       und viele Stichwahlen, wie in den Unistädten Göttingen, Lüneburg, Oldenburg
       oder auch in Rotenburg, Bevensen und Elbtalaue, erreicht.“
       
       ## Hannovers OB Onay deklassiert seinen Stellvertreter
       
       Belit Onay, Hannovers grüner Oberbürgermeister, der sich erneut zur Wahl
       stellte, habe „gegen alle Widerstände mit 45 Prozent [1][ein sensationelles
       Ergebnis erreicht]“ und gehe „als klarer Favorit“ in die Stichwahl. Das sei
       „herausragend“. Pikant dabei: Axel von der Ohe (SPD), Onays Mitbewerber,
       mit knapp 22 Prozent allerdings weniger als halb so stark, ist in Hannover
       Finanzdezernent und Erster Stadtrat, zudem Onays Stellvertreter.
       
       Volker Bajus, parlamentarischer Geschäftsführer und Vize-Vorsitzender der
       grünen Landtagsfraktion, ist in Osnabrück als Oberbürgermeister-Kandidat
       angetreten. Er holte 22,3 Prozent der Stimmen. „Unser Ziel war, in die
       Stichwahl gegen die Amtsinhaberin zu kommen“, sagt Bajus der taz am
       Wahlabend. „Das haben wir erreicht. Jetzt werden die Karten neu gemischt,
       und wir werden alles tun, um mit unseren Themen bezahlbarer Wohnraum,
       Verkehrswende und Klimaschutz die Menschen zu mobilisieren.“ Katharina
       Pötter, CDU, mit 42,2 Prozent fast doppelt so stark wie Bajus, ist
       allerdings klare Favoritin.
       
       Im Stadtrat von Osnabrück sind die Grünen mit 24,7 Prozent der Stimmen
       erneut stärkste Kraft, aber ein wenig unter den 29,2 Prozent von 2021.
       
       Auch Anna Kebschull, die 2019 im Landkreis Osnabrück [2][Deutschlands erste
       grüne Landrätin] wurde, hat bei ihrer zweiten Kandidatur mit 33,8 Prozent
       der Stimmen erneut einen CDU-Kandidaten auf Platz zwei verwiesen – in einem
       Landkreis, der seit Jahrzehnten von der CDU dominiert wird.
       
       In der Landeshauptstadt Hannover wurden die Grünen mit 28,4 Prozent der
       Stimmen stärkste Kraft. Ebenso in den Stadträten von Göttingen mit 28,6
       Prozent, Lüneburg mit 29,3 Prozent und Oldenburg mit 24,9 Prozent.
       
       In Lüneburg erreichte [3][Claudia Kalisch], eine der wenigen grünen
       Oberbürgermeisterinnen in Niedersachsen, bei ihrer erneuten Kandidatur 36,1
       Prozent – sie war parteilos angetreten. Hier steht jetzt eine Stichwahl an.
       
       In Göttingen kam Onyeka Oshionwu, die grüne Kandidatin für die
       Oberbürgermeisterwahl, auf souveräne 41,4 Prozent – ihr
       Stichwahl-Konkurrent von der CDU liegt knapp 14 Prozent dahinter.
       
       In Oldenburg kam der grüne [4][Oberbürgermeister-Kandidat Jascha Rohr] auf
       30,5 Prozent – und gegen seinen nur unwesentlich stärkeren SPD-Konkurrenten
       ebenfalls in die Stichwahl.
       
       Bei der Landratswahl im Landkreis Osterholz landete der Grüne Kim
       Fürwentsches mit 28,5 Prozent auf Platz eins.
       
       Insgesamt zeigt sich: Die Grünen sind nicht nur in den Ballungsräumen
       stark, ihren klassischen urbanen Hochburgen. Sie fahren auch in der Fläche
       solide Ergebnisse ein, auf dem eher konservativ geprägten Land.
       
       Die Landkreise Oldenburg, Ammerland, Osterholz, Harburg und Lüneburg sind
       Beispiele dafür; die Grünen liegen hier über ihrem Landesdurchschnitt,
       teils deutlich. Es gibt allerdings auch das Gegenteil: In Landkreisen wie
       Vechta, Cloppenburg, Emsland, Aurich oder Wittmund schneiden die Grünen
       weit unter dem Landesdurchschnitt ab, vereinzelt bei unter 7 Prozent.
       
       Am 27. September stehen die Stichwahlen an. Dann entscheidet sich, wie die
       Endbilanz der Grünen aussieht.
       
       14 Sep 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Harff-Peter Schönherr
       
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