# taz.de -- Kommunalwahl in Niedersachsen: CDU triumphiert trotz Verlust
> CDU und AfD freuen sich über den Ausgang der Kommunalwahlen in
> Niedersachsen, der SPD verschlägt es die Sprache. Dabei geht der
> Stimmungstest für fast niemanden aus wie erhofft.
(IMG) Bild: Sebastian Lechner der siegreich eingebüßten CDU darf sich heute mal freuen
Normalerweise läuft das nach Kommunalwahlen ja so: Die Verlierer sagen,
dass sich daraus gar nicht so viel ableiten lässt, weil Kommunalwahlen nun
einmal etwas ganz, ganz anderes sind. Die Gewinner hingegen finden schon,
dass sie hier ganz grundsätzlich ihre wahre Stärke bewiesen haben.
In Niedersachsen gab es dieses Mal einen Gewinner und einen Verlierer, die
beide vor Kraft kaum laufen können. Da war zunächst die [1][CDU, die
überglücklich konstatierte, dass nicht einmal Merz es schafft, sie in Grund
und Boden zu reiten]. Verluste von mehr als 4 Prozentpunkten sind vor allem
dann ein Anlass zu Glückwünschen, wenn man heimlich mit sehr viel
Schlimmerem gerechnet hatte.
Und dann war da die AfD: Die hatte sich nach einzelnen Umfragen und dem
Rückenwind aus Sachsen-Anhalt zwar schon bei 20 Prozent gesehen, freute
sich am Ende aber auch über eine schlichte Verdreifachung ihres vorherigen
Ergebnisses auf 15,9 Prozent. Vor allem, weil sie dieses Mal auch in
Städten punkten konnte und nicht nur im ländlichen Raum.
Erstaunlich ist dagegen, wie verzagt und verschreckt die SPD reagiert. Die
Verluste können für sie auch keine große Überraschung gewesen sein.
Trotzdem tut man sich schwer, dafür auch nur eine Sprache zu finden. Das
liegt nicht nur an der Stimmung im Bund, sondern auch an der Angst vor der
Landtagswahl im nächsten Jahr.
Klar sind [2][Kommunalwahlen] oft etwas anderes. Nirgendwo sonst haben
einzelne Personen durch ihre lokale Verankerung eine solche Chance, etwas
zu drehen. Und trotzdem lässt sich hier ablesen: Die Mitte bröselt, die
Ränder gewinnen. Selbst im betulichen, beschaulichen Niedersachsen.
Der Amtsbonus, der Kommunalbonus, er greift längst nicht mehr so stark wie
früher. Räte und Kreistage zersplittern, Stichwahlen werden häufiger. Das
erfordert neue Formen der Zusammenarbeit: [3][wechselnde Bündnisse oder
Mehrparteienkoalitionen]. Das funktioniert da gut, wo man nicht in erster
Linie damit beschäftigt ist, die eigene Parteiprofilneurose zu pflegen. Und
es ist schwer, wenn man nur noch Abwehr- oder Überlebenskämpfe führt. Und
das gilt leider auch für den Bund.
14 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Nadine Conti
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