# taz.de -- Investitionen im Verkehrssektor: Zu wenig Geld für Schiene und Klimaschutz
> Der Bundestag verhandelt über den Haushalt, am Dienstag geht es um den
> Verkehrsetat. Und der wurde an den falschen Stellen gekürzt, sagen
> Verbände.
(IMG) Bild: Wenn weniger in die Bahn investiert wird, drohen noch mehr Verspätungen und Ausfälle
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erntet immer mehr Kritik für
den für 2027 geplanten Verkehrshaushalt. Verbände und Opposition beklagen,
dass es an Mitteln für Schienennetz und Brückensanierungen fehle – trotz
des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK).
Besonders die Posten, die den Verkehr klimafreundlicher machen könnten,
würden drastisch eingedampft, obwohl der Sektor seine Klimaziele seit
Jahren einreißt.
Der Bundestag verhandelt in dieser Woche über den Bundeshaushalt für das
kommende Jahr, Bilger will den Verkehrsetat wohl am Dienstag vorlegen.
Darin veranschlage er zum Beispiel 1,3 Milliarden Euro weniger als 2026 für
Sanierung und Ausbau des Gleisnetzes, kritisiert ein Verbändebündnis unter
Federführung der Klima-Allianz Deutschland. Dabei machten Verspätungen und
Ausfälle nicht nur Privatreisenden zu schaffen. Auch in der Industrie
drohten immer mehr Verzögerungen in Lieferketten.
Schon 2025 und 2026 hatte die schwarz-rote Bundesregierung Geld aus dem
klassischen Verkehrsbudget [1][ins kreditfinanzierte SVIK verlagert], das
eigentlich zusätzliche Investitionen ermöglichen sollte. Andere Posten
waren in den Klima- und Transformationsfonds oder den Etat des
Verteidigungsministeriums gewandert.
## Kürzungen bei E-Bussen und Radverkehr
Nun wolle die Koalition die Verkehrsinvestitionen 2027 mit neuen
Haushaltstricks größer aussehen lassen als sie tatsächlich sind, kritisiert
Swantje Michaelsen, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag.
Der reine Verkehrsetat habe sich seit 2025 halbiert.
„Und die Bundesregierung setzt völlig falsche Prioritäten“, meint
Michaelsen. Die Investitionen in Autobahnen würden steigen, während für den
Erhalt der Bundesstraßen bis 2029 rund 4,3 Milliarden Euro fehlten. Auch
bei E-Bussen und emissionsarmen Nutzfahrzeugen wolle Schwarz-Rot sparen –
„selbst nach diesem [2][Sommer mit Hitze, Waldbränden und Extremwetter]“.
Der Verband der Güterbahnen bedauert außerdem, dass die sogenannte
Trassenpreisförderung laut Haushaltsentwurf fast halbiert werden soll.
Zuletzt wurden die Trassenpreise, die Zugbetreiber für die Nutzung des
Schienennetzes zahlen müssen, mehrmals deutlich erhöht; die Förderung
wiederum soll die steigende Schienenmaut abpuffern. Schwarz-Rot hatte eine
Reform des Trassenpreissystems versprochen, die lässt jedoch auf sich
warten.
Und: Auch die Radverkehrsmittel sollen 2027 auf rund 544 Millionen Euro
sinken – um fast 10 Prozent, verglichen mit 2026. Der Bund will etwa die
Finanzhilfen für kommunale Radverkehrsprojekte und Radwege an Bundesstraßen
zusammenstreichen. Dabei hatte eine Studie des Bundesverkehrsministeriums
ergeben, dass 55 Prozent der Menschen in Deutschland [3][gerne öfter
Fahrrad oder E-Bike fahren] würden. „Das passt nicht zusammen“, findet der
Branchenverband Zukunft Fahrrad.
8 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Nanja Boenisch
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