# taz.de -- Ende vom Lkw-Fahrverbot an Sonntagen: Lastwagen sind auch keine Lösung
> Güterverkehr auf die Straße zu verlegen, ist wie Feuer mit Benzin zu
> löschen. Mehr Emissionen feuern die Klimakrise an, wodurch Wasserstände
> weiter sinken.
(IMG) Bild: Es braucht mehr als hundert Lkws, um ein Binnenschiff zu ersetzen
Ein Bundesland nach dem anderen setzt wegen des Niedrigwassers das
Sonntagsfahrverbot für Lastwagen aus. „Große Bereitschaft“ der Länder hatte
sich [1][Steffen Bilger] vor gut einer Woche für diese Maßnahme erhofft,
und er stieß auf große Bereitschaft. Ob er auch große Wirkung bekommt? Eine
Symbolwirkung, vielleicht. Für echte Lösungen aber müsste der
frischgebackene Verkehrsminister an anderer Stelle ansetzen.
Am Rhein werden [2][praktisch täglich neue Tiefststände] gemessen. Auch die
Donau und die Elbe führen stellenweise so wenig Wasser wie noch nie seit
Beginn der Aufzeichnungen. Der Schiffsverkehr ist an vielen Orten komplett
lahmgelegt, einige Frachtschiffe probieren sich noch mit wenig Ladung und
wenig Tiefgang.
Die Binnenschiffe auf dem Rhein, der große niederländische Seehäfen mit
industriellen Ballungszentren in Deutschland und Basel verbindet,
transportieren vor allem Massengüter wie Erze, Steine, Mineralölprodukte
wie Diesel, Kohle oder chemische Erzeugnisse. Große Rheinschiffe schaffen
mehr als 3.000 Tonnen, bei normalen Wasserständen. Ein Sattelzug, etwa ein
40-Tonner, kann rund 25 Tonnen laden. Das heißt: Es braucht mehr als
hundert Lkws, um ein Binnenschiff zu ersetzen.
Die Logistikbranche klagt jedoch schon seit Längerem über
Fahrer:innenmangel. Ohne Fahrer:innen ist ein zusätzlicher Lkw-Verkehr
kaum zu machen. Es sei denn, die Rechte der [3][Beschäftigten im
Transportgewerbe], ihre Lenk- und Ruhezeiten werden über Bord geworfen –
und das ist keine gute Sache. Zudem haben viele Lkw-Transportunternehmen
schlicht nicht die passenden Beladeeinrichtungen für die Schiffsfracht.
## Warentransport auf der Schiene
So ist – trotz Sonntagsfahrerlaubnis – die [4][Nachfrage nach
Lkw-Transporten bisher nicht gewachsen], wie das Handelsblatt errechnen
ließ. Ohnehin sollte das Ziel sein, den Güterverkehr auf der Straße zu
reduzieren. Viele Straßen und Brücken sind schon jetzt sanierungsbedürftig.
Noch mehr schwer beladene Lkws machen das Problem nur noch größer.
Die meisten Laster fahren zudem [5][fossil betrieben und feuern so die
Klimakrise weiter an], die Ursache des Niedrigwassers ist. Weit
zielführender wäre es, den Schienengüterverkehr für den Transport von
Massengütern in den Fokus zu nehmen und Lkws nur gezielt im kombinierten
Verkehr, als flexible Zulieferer für den klimafreundlicheren Verkehrsträger
einzuplanen. Nur: Dafür braucht es stabile Infrastruktur.
In Krisen wie dieser rächt sich, dass genau dort jahrelang gespart wurde.
Aber Krisen wie diese bieten auch die Chance, Weichen für den Güterverkehr
der kommenden Jahre zu stellen. Bilger kann sich nicht vorwerfen lassen,
den Schienenverkehr gar nicht auf dem Schirm zu haben. Doch welche
Prioritäten er setzt und für welchen Verkehrsträger er wie viel Geld
springen lässt, wie gut er Klimaschutz mit wirtschaftlichem Gütertransport
verzahnt bekommt und ob das dann mehr als nur Symbolwirkung hat – das wird
er noch zeigen müssen.
14 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Neuer-Verkehrsminister-Steffen-Bilger/!6199434
(DIR) [2] /Zu-wenig-Wasser-im-Rhein/!6203483
(DIR) [3] /Mit-dem-E-Lastwagen-durch-Europa/!6165831
(DIR) [4] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/logistik-nachfrage-nach-lkw-transporten-sinkt-trotz-niedrigwasser-engpass/100246526.html
(DIR) [5] /Deutsche-Emissionen-2025/!6143401
## AUTOREN
(DIR) Nanja Boenisch
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