# taz.de -- Generalsanierungen der Deutschen Bahn: Zu viele Baustellen, zu wenig Geld
       
       > Vier wichtige Bahntrassen sollten jährlich saniert werden, das
       > Schienennetz Anfang der 2030er fit sein. Das klappt nicht, gab DB-Chefin
       > Palla bekannt.
       
 (IMG) Bild: Die Bahn hat ein Zeitproblem – nicht nur auf dem Fahrplan
       
       Die Deutsche Bahn braucht mehr Zeit als gedacht für die Sanierung der
       Schieneninfrastruktur. Ursprünglich sollten die Arbeiten an rund 40
       wichtigen Strecken Anfang der 2030er fertig sein – jetzt aber sagte Evelyn
       Palla, Chefin der DB AG, dass die sogenannten Korridorsanierungen bis in
       die 2040er Jahre hinein andauern könnten. Zugreisenden wird also noch
       Geduld abverlangt; die Bauarbeiten sollen die Schiene langfristig
       zuverlässig machen, kurzfristig aber sorgen sie für Einschränkungen.
       
       Geplant war, pro Jahr vier hoch ausgelastete Trassen komplett zu sperren
       und mehrere Teile der Infrastruktur in einem Rutsch instand zu setzen. Nach
       Jahren der Unterfinanzierung ist das Schienennetz marode und [1][Grund
       vieler Verspätungen].
       
       Nun hat die Bahn unter Palla das Konzept der Generalsanierungen auf den
       Prüfstand gestellt – und es habe sich gezeigt, dass vier Stück in einem
       Jahr nicht hinhauen, sagte Palla. Für die Zukunft rechnet die Bahnchefin
       mit zwei bis drei Sanierungen pro Jahr, auch aus Geldgründen: „Wir werden
       die Anzahl der Korridorsanierungen pro Jahr an das Finanzierungsvolumen
       anpassen.“ Um die Infrastruktur fit zu machen, hatte die Bundesregierung
       ein Sondervermögen aufgesetzt. Dennoch veranschlage sie [2][zu wenig Geld
       für die Schiene], kritisierten Verbände erst Anfang der Woche.
       
       Auch die Verbindung Berlin–Lehrte, die ab Oktober generalsaniert wird,
       sorgt für Ärger. Am Mittwoch gab die DB bekannt, dass die Lehrter
       Stammbahn, die neben der Schnellfahrstrecke verläuft und als Ausweichroute
       vorgesehen war, erst Ende 2027 elektrifiziert sein wird – ein Jahr später
       als geplant.
       
       Ab Dezember 2026 werden Fernzüge zwischen Berlin und Hannover deshalb über
       Magdeburg und Braunschweig umgeleitet, die Fahrtzeit verlängert sich um 80
       Minuten. Güterzüge können ab Januar zusätzlich über Halle–Eichenberg fahren
       – und trotzdem teilte der Verband der Güterbahnen mit, die vorgestellten
       Pläne [3][„rundweg“ abzulehnen]. Die Umleitung sei „unverantwortlich“.
       
       ## „Eine Verzögerung wäre das völlig falsche Signal“
       
       Ähnlich sieht es der ökologische Verkehrsclub VCD, wenn es um die
       verzögerten Korridorsanierungen geht. „Eine Verzögerung wäre das völlig
       falsche Signal“, sagte die Bundesvorsitzende Christiane Rohleder. Vor allem
       der Bund müsse „dringend die erforderlichen Mittel bereitstellen, damit
       weiterhin vier Korridore pro Jahr saniert werden können“. Auch [4][Probleme
       bei bisherigen Sanierungen] lägen an mangelnden Finanzierungsfreigaben
       durch den Bund, der „auf dem Rücken von Fahrgästen und Verladern sparen
       will“.
       
       10 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Ueberraschende-Halbjahresbilanz/!6200369
 (DIR) [2] /Bundeshaushalt-fuer-2027/!6211410
 (DIR) [3] https://die-gueterbahnen.com/news/infrago-konzept-zur-korridorsanierung-berlinlehrte-gueterbahnen-lehnen-plaene-vollstaendig-ab.html
 (DIR) [4] /Sanierung-der-Bahnstrecke-Hamburg-Berlin/!6155978
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schienenverkehr
 (DIR) Deutsche Bahn
 (DIR) Sanierung
 (DIR) Verspätung
 (DIR) GNS
 (DIR) Schienenverkehr
 (DIR) Barrierefreiheit
 (DIR) Bahnverkehr
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Investitionen im Verkehrssektor: Zu wenig Geld für Schiene und Klimaschutz
       
       Der Bundestag verhandelt über den Haushalt, am Dienstag geht es um den
       Verkehrsetat. Und der wurde an den falschen Stellen gekürzt, sagen
       Verbände.
       
 (DIR) Barrierefreiheit bei der Deutschen Bahn: Der letzte Zug ist weg und der Aufzug kaputt
       
       Aktivist:innen besetzen einen Fernbahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof.
       Sie protestieren, weil der einzige Aufzug dort seit Monaten defekt ist.
       
 (DIR) Streit um Trassenpreise: Wie teuer wird die Schienen-Maut?
       
       Steigende Trassenpreise erzürnen Eisenbahnunternehmen und auch die
       Verkehrsminister der Länder. Sie warnen vor einem Ausbremsen der
       Verkehrswende.