# taz.de -- Vorfall in Nordrhein-Westfalen: Drohnen über Bundeswehrstandort gesichtet
       
       > Nach den Ereignissen am Flughafen Halle/Leipzig wird nun eine weitere
       > Drohnensichtung bekannt. Unterdessen kündigt Dobrindt ein neues
       > Forschungszentrum an.
       
 (IMG) Bild: Einfahrt der Bleiberg-Kaserne: Über einem Militärstützpunkt in Mechernich in Nordrhein-Westfalen wurden zwei Drohnen gesichtet
       
       dpa/afp | Kurz nach dem [1][Drohnenfund am Leipziger Flughafen] ist ein
       weiterer Vorfall bekannt geworden: In Nordrhein-Westfalen wurden Drohnen
       über einem Bundeswehrstandort gesichtet. Ein Sprecher des operativen
       Führungskommandos der Bundeswehr bestätigte am Samstag der
       Nachrichtenagentur AFP den Fall. Demnach meldete am Donnerstag gegen 22.00
       Uhr die Sicherheitszentrale des Bundeswehrstandortes Mechernich die
       Sichtung zweier Drohnen. Daraufhin wurde die Militärpolizei entsandt.
       
       Der Sachverhalt sei der Polizeidienststelle Euskirchen übergeben worden,
       erklärte der Sprecher. Diese habe Ermittlungen aufgenommen. Das
       Bundeswehr-Führungskommando wollte sich zu diesen nicht äußern.
       
       Zuerst hatten am Freitag Süddeutsche Zeitung, WDR und NDR über die
       Drohnen-Sichtung berichtet. Demnach sollen Mitarbeiter einer privaten
       Sicherheitsfirma zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen insgesamt sechs
       Überflüge in Mechernich beobachtet haben.
       
       Es handelt sich dabei über einen besonderen Bundeswehrstandort: 130 Meter
       tief unter der Erde lagern auf rund 30.000 Quadratmetern
       Ausrüstungsgegenstände und Ersatzteile. Die Bundeswehr selbst spricht von
       einem „unterirdischen Materiallager“. Wie die drei Medien berichteten, wird
       dort zudem das Flugabwehrsystem Patriot gewartet.
       
       Dieses spielt eine zentrale Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und
       Infrastruktur. Nato-Staaten haben der Ukraine mehrere Patriot-Systeme zur
       Verfügung gestellt und liefern auch die Raketen. Deutschland gehört dabei
       zu den wichtigsten Lieferanten sowohl von Systemen als auch von
       Patriot-Munition.
       
       Erst in der Nacht zum Mittwoch war auf dem Frachtbereich des Flughafens
       Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt und [2][von
       einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht] worden. Experten der Bundespolizei
       entschärften den Sprengsatz. In der Nähe des Drohnenfunds befanden sich
       mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz
       für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine.
       
       Zudem kollidierte ein Flugzeug, das kurz nach der Sperrung durchstarten
       musste, mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer
       zweiten Drohne.
       
       ## Dobrindt: Neues Zentrum soll zu Drohnensicherheit forschen
       
       Unterdessen hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigt,
       die Forschung zur Drohnensicherheit ausbauen zu wollen. „Das Wettrüsten der
       Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten
       zu können“, sagte er der Bild am Sonntag. Demnach soll am 18. August am
       Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in
       Cochstedt in Sachsen-Anhalt eine Forschungseinrichtung für
       Drohnensicherheit errichtet werden.
       
       „Gemeinsam mit dem DLR errichten wir mit dem neuen Technologiezentrum eine
       bundesweit einzigartige Einrichtung, in der innovative Technologien für die
       Drohnensicherheit in Reallaboren erforscht, entwickelt und erprobt werden“,
       sagte Dobrindt. Ziel sei es, wissenschaftliche Exzellenz, technologische
       Innovation und Anforderungen der Sicherheitsbehörden zusammenzuführen.
       
       „Das spürbare strategische Ziel fremder Mächte ist es, uns politisch und
       gesellschaftlich zu bezwingen. Verunsicherung, das Schüren von Ängsten,
       Destabilisierung sind Wesensmerkmal [3][hybrider Attacken]“, sagte er zudem
       der Bild am Sonntag. Darauf müsse sich Deutschland weiter einstellen.
       
       „Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider
       Kriegsführung“, sagte der Minister. „Spionage, Sabotage, Cyberangriffe oder
       verdeckte Aktionen fremder Mächte mit dem Ziel, Deutschland zu
       destabilisieren oder direkt Schaden zuzufügen, sind ständige Realität.“
       
       ## Neuer Wachposten am Leipziger Flughafen
       
       Als [4][Reaktion auf den Drohnenvorfall] hat die Polizei am Flughafen
       Leipzig/Halle nun einen Posten mit speziellem Radar eingerichtet. Die
       Technik wurde auf der Besucherplattform des alten Towers installiert, wie
       ein dpa-Fotograf beobachtete.
       
       Aus einsatztaktischen Gründen würden keine Details dazu bekanntgegeben,
       sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Laut dem
       Nachrichtenportal Tag24 handelt es sich um ein EchoShield-Radarsystem, das
       anfliegende Drohnen auf größere Distanzen erkennen und ihre Flugbahnen
       verfolgen kann.
       
       9 Aug 2026
       
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