# taz.de -- Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig: Busfahrer trat, Nationaler Sicherheitsrat tagt
> Nur durch Glück und einen tollkühnen Mitarbeiter wurde am Dienstag
> womöglich ein Anschlag verhindert. Jetzt gab es eine Krisenschalte des
> Kanzleramts.
(IMG) Bild: Innenminister Alexander Dobrindt (CSU)
rtr/dpa | Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Freitag mit Teilen der
Bundesregierung über [1][den mutmaßlichen Anschlagsversuch mit einer
Sprengstoffdrohne] am Flughafen Leipzig/Halle beraten. Der Nationale
Sicherheitsrat habe sich unter dem Vorsitz des Kanzlers telefonisch „zu dem
Ereignis am Flughafen Leipzig/Halle am 4. August 2026 ausgetauscht“,
teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin mit. Der Kanzler stehe
dazu in fortwährendem Austausch mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU)
und anderen Mitgliedern der Bundesregierung.
Am Dienstagabend war auf dem Gelände des Flughafens die mit Sprengstoff
beladene Drohne entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft hat die
Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Dobrindt
hatte von einem „hybriden Anschlagsszenario“ gesprochen und „fremde Mächte“
als Urheber nicht ausgeschlossen. Der Vorfall löste eine breite Debatte
über die Drohnenabwehr an kritischer Infrastruktur aus.
Der CDU-Obmann im Innenausschuss des Bundestages, Detlef Seif, schilderte
am Freitag Details zum Hergang. „Ein Busfahrer hat die Drohne im
Niedrigflug weggetreten“, sagte Seif der Nachrichtenagentur Reuters. „Diese
stürzte dann ab und blieb auf dem Boden liegen. Ob sie flugunfähig war,
ist unklar.“
Die Drohne sei mit Explosivmaterial präpariert gewesen. „Die Aktion des
Busfahrers war sehr gewagt und mutig, aber auch sehr gefährlich“, sagte
der CDU-Politiker. „Eventuell hat der Busfahrer mit seinem Eingreifen das
Anschlagsziel verhindert.“ Welches Ziel die Drohne gehabt habe sowie die
Hintergründe seien jetzt Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
## Grüne wollen sich nicht auf Busfahrer verlassen
Die Grünen im Bundestag bemängeln gravierende Lücken bei der Drohnenabwehr.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) müsse erklären, warum Deutschland
trotz der bekannten Bedrohungslage noch immer keine schlagkräftige und
flächendeckende Drohnenabwehr habe, sagte der innenpolitische Sprecher der
Fraktion, Marcel Emmerich, der dpa.
„Wir können uns nicht darauf verlassen, dass ein Busfahrer oder ein anderer
Beschäftigter am Flughafen zufällig eine Drohne am Himmel entdeckt“,
betonte Emmerich. Er pocht auf eindeutige Zuständigkeiten und einen
Rechtsrahmen für die Betreiber kritischer Infrastrukturen.
[2][Mehr als 40 Behörden] seien in Deutschland mit Aufgaben der
Luftsicherheit befasst, erklärte Emmerich. Bund, Länder, Polizei,
Bundespolizei, Luftsicherheitsbehörden und Bundeswehr teilten sich die
Verantwortung. „Dieses Zuständigkeitswirrwarr ist im Ernstfall ein
Sicherheitsrisiko.“ Er kritisierte: „Dass Alexander Dobrindt bis heute
keine klaren Zuständigkeiten bei der Drohnenabwehr geschaffen hat, ist
angesichts der bekannten Bedrohungslage ein gravierendes
sicherheitspolitisches Versäumnis.“
7 Aug 2026
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