# taz.de -- Spionieren, sabotieren, angreifen: Das böse Ungewisse und ein Held
       
       > Der Drohnenfall in Leipzig passt zur hybriden Kriegsführung. Auch eine
       > vereitelte Attacke bringt die Verunsicherung mit sich, die sie erreichen
       > will.
       
 (IMG) Bild: Die für einen Angriff ausgerüstete Drohne war nahe einer ukrainischen Transportmaschine sichergestellt worden
       
       Da sind sie wieder – die „fremden Mächte“. Klingt mysteriös, gruselig, wenn
       nicht gar religiös-spirituell. Gemeint sind staatliche Akteure, die
       spionieren, sabotieren, angreifen. Zum Beispiel Deutschland, wie
       Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in dieser Woche mitteilen musste.
       Zumindest schließt er Aktivitäten „fremder Mächte“ nicht aus.
       
       Eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne wurde auf dem Flughafen
       Leipzig entdeckt – [1][in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom
       Typ Antonov.] Zum Glück explodierte das unbekannte Flugobjekt nicht und
       niemand kam zu schaden. Laut Berichten hatte ein Mitarbeiter des Flughafens
       die Drohne gestoppt. Mit dem Fuß. Der Vorfall hat alle Zutaten, die es für
       eine dramatische Geschichte braucht: das böse Ungewisse, Gefahr und zum
       Schluss auch noch einen Helden.
       
       Leider handelt es sich bei der Drohne in Leipzig nicht um eine Geschichte,
       sondern um einen bitteren Realitätscheck. Der Begriff der „fremden Mächte“
       wird tatsächlich von Sicherheitsleuten und Geheimdienstbehörden genutzt.
       Dabei kommt eine kleine, aber feine Reihe an staatlichen Akteuren in Frage:
       Russland, China, Iran, Nordkorea. Ab und an gibt es auch unheilige
       Allianzen zwischen ihnen. Ihr Ziel ist es, den Staat, den sie im Visier
       haben, zu destabilisieren.
       
       ## Allein die Vorstellung reicht, es hätte passieren können
       
       Um das zu erreichen, [2][müssen diese Angriffe nicht einmal gelingen.] Sie
       müssen auch nicht unerkannt bleiben, im Gegenteil: Auch jede entdeckte,
       jede vereitelte Attacke bringt die Verunsicherung mit sich, die sie
       erreichen will. Dazu muss kein Flugzug explodieren, es reicht bereits die
       Vorstellung, es hätte passieren können. Feine Geste einer fremden Macht,
       die noch dazu zunächst unerkannt bleibt.
       
       Ein Anfang wäre, ihr die Mystik zu nehmen, sie klar zu benennen. Bestimmt
       nicht sofort, aber dann doch in nicht allzu ferner Zukunft.
       
       7 Aug 2026
       
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