# taz.de -- Hybride Angriffe in Deutschland: Hunderte Drohnen über Einrichtungen der Bundeswehr
       
       > Das deutsche Militär registriert fast täglich Vorfälle mit Drohnen
       > unbekannter Herkunft. Auch zum Vorfall in Leipzig vor einer Woche gibt es
       > neue Details.
       
 (IMG) Bild: Eine Drohne der Polizei am Flughafen Leipzig/Halle nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne
       
       Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren mehrere Hundert
       sicherheitsrelevante Zwischenfälle mit Drohnen verzeichnet. „Seit Beginn
       der völkerrechtswidrigen russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar
       2022 hat das Meldeaufkommen auch zu Drohnensichtungen mit Bezug zur
       Bundeswehr deutlich zugenommen und sich verstetigt“, sagte ein Sprecher des
       Operativen Führungskommandos der Bundeswehr den Zeitungen des
       Redaktionsnetzwerks Deutschland. Wer hinter den Flügen steckt, ist unklar.
       
       „In Summe sind in den vergangenen Jahren einige Hundert mutmaßliche
       Drohnenüberflüge im Bereich der Bundeswehr gemeldet worden“, sagte der
       Sprecher weiter. „Die Meldungen umfassen dabei vorrangig einzelne Drohnen,
       aber mitunter auch Drohnenschwärme.“
       
       Details zu den Vorfällen nannte der Sprecher nicht. Er verwies aber darauf,
       dass Deutschland täglich hybriden Bedrohungen wie Desinformation, Fake
       News, Cyberangriffen, Spionage und Sabotage ausgesetzt sei. Auch wenn
       [1][deutsche Behörden und Politiker*innen] dies nicht so klar
       aussprechen, wird insbesondere Russland verdächtigt, hinter derartigen
       Aktionen zu stecken.
       
       Zuletzt war am vergangenen Wochenende bekannt geworden, dass über einem
       Militärstützpunkt in Mechernich in Nordrhein-Westfalen [2][zwei Drohnen
       gesichtet wurden.] Der Fall wurde laut Bundeswehr an die Polizei übergeben.
       
       ## Leipziger DNA-Spuren führen zu Vorfall von 2024
       
       Einige Tage zuvor hatte der Fund einer [3][Sprengstoffdrohne am Leipziger
       Flughafen] für Aufregung und Besorgnis gesorgt. Videoaufnahmen ergaben
       inzwischen, dass diese in der vergangenen Woche gezielt die Tragfläche
       einer dort geparkten ukrainischen Frachtmaschine anflog und darauf
       aufprallte – dort wo sich auch der Treibstofftank befindet. Die Drohne war
       mit einem Sprengstoffpaket versehen, das aber aus unbekannten Gründen nicht
       detonierte.
       
       Zu dem Vorfall kamen auch am Mittwoch weitere Details ans Licht. Die Zeit
       berichtete von Zeug*innen, die zum fraglichen Zeitpunkt am Leipziger
       Flughafen eine Explosion gehört haben wollen. Demnach gebe es Hinweise,
       dass die Drohnenpiloten versucht hätten, ihre Spuren zu verwischen, indem
       sie ihre Ausrüstung sprengten. Die Polizei hat inzwischen offenbar eine
       Antenne sowie eine Art Relaisstation in der Nähe des Flughafens gefunden,
       die den Tätern zugerechnet werden.
       
       Da es sich bei dem nahe der Drohne gefunden Sprengstoff um Semtex handelt,
       wie er von Militäreinheiten eingesetzt wird, spricht viel für staatliche
       Stellen als Strippenzieher. US-Geheimdienste gehen laut Medienberichten
       davon aus, dass russische Stellen hinter dem missglückten Angriff stecken.
       Ermittler*innen fanden an der Drohne zudem DNA-Spuren, die 2024 auch
       bei einem versuchten Brandanschlag auf Frachtflüge der DHL aufgetaucht
       waren. Auch hier sprach bereits viel für eine Aktion russischer
       Geheimdienste.
       
       Ein Motiv hätte Russland jedenfalls: Leipzig ist in den vergangenen Jahren
       zu einem wichtigen Logistikdrehkreuz geworden. Auch ein substanzieller Teil
       der militärischen Unterstützung für die Ukraine wird hier verladen.
       
       12 Aug 2026
       
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