# taz.de -- Westbalkanregelung: Zuwanderung aus Südosteuropa soll begrenzt werden
       
       > Weniger Menschen aus Nicht-EU-Staaten des Westbalkans sollen nach
       > Deutschland kommen. Die Koalition will statt 50.000 im Jahr nur 25.000
       > aufnehmen.
       
 (IMG) Bild: Die Westbalkanregelung erleichtert es Menschen aus Nicht-EU-Staaten Südosteuropas zum Arbeiten herzukommen
       
       Union und SPD haben als Teil ihres Reformpakets auch bekräftigt, die
       sogenannte Westbalkanregelung zusammenkürzen zu wollen. Diese erleichtert
       es Menschen aus Nicht-EU-Staaten Südosteuropas zum Arbeiten herzukommen.
       Begründet wird der Schritt, der auch schon im Koalitionsvertrag angekündigt
       war, indem auf „Zeiten steigender [1][Arbeitslosigkeit]“ verwiesen wird.
       Die offensichtliche Logik: Weniger Ausländer hereinlassen, damit diese den
       Deutschen nicht die knappen Jobs wegnehmen. Hinweise, dass das bisher der
       Fall ist, gibt es allerdings nicht.
       
       Die Westbalkanregelung ermöglicht es bisher jährlich 50.000 Menschen aus
       Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und
       Serbien nach Deutschland zu kommen. Die Obergrenze soll jetzt auf 25.000
       pro Jahr reduziert werden. An den sonstigen Regelungen ändert sich nichts:
       Die Einwanderer*innen brauchen nur eine Jobzusage, ohne dass es
       Bedingungen zur Berufsart und Qualifikation gibt.
       
       Für Zuwanderung aus anderen Nicht-EU-Staaten sind dagegen anerkannte
       Qualifikation oder Berufserfahrung zusätzlich zu einem Jobangebot nötig.
       Mit der Chancenkarte und entsprechenden Qualifikationen wie etwa
       Sprachkenntnissen ist es seit einigen Jahren aber auch möglich, ohne eine
       in Aussicht stehende Arbeitsstelle einzuwandern.
       
       Die Westbalkanregelung war 2016 eine Reaktion darauf, dass viele Personen
       vom Balkan in Deutschland aussichtslose Asylanträge stellten, die den
       Behörden viel Arbeit machten. Parallel zur Einführung wurden die sechs
       Balkanländer als sogenannte sichere Herkunftsstaaten eingestuft.
       Asylanträge von Menschen aus solchen Staaten können besonders leicht und
       schnell abgewiesen werden. Tatsächlich ist die Zahl der Asylanträge durch
       Menschen vom Balkan seitdem dramatisch gefallen, während weit mehr als
       hunderttausend Menschen von dort als Arbeitskräfte einwanderten.
       Entsprechend gilt die Regelung unter Expert*innen als großer Erfolg.
       Belege, dass dadurch Deutsche aus dem Arbeitsmarkt verdrängt wurden, gibt
       es nicht.
       
       ## Zugewanderte Arbeitskräfte stützen deutsche Sozialsysteme
       
       Und auch wenn deutsche Firmen zuletzt teils Zehntausende Mitarbeitende
       entließen, herrscht in anderen Branchen weiter Fachkräftemangel. [2][Wie
       eine am Donnerstag vorgestellte Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt],
       ließe sich hier auch schon Abhilfe schaffen, indem Migrant*innen besser
       in den Arbeitsmarkt eingeführt werden. So arbeiten etwa ein Drittel der
       eigentlich gut ausgebildete Zugewanderten in Berufen, für die sie nicht
       qualifiziert sind. In Helferberufen und in Branchen wie der
       Gebäudereinigung seien Ausländer*innen weiter extrem überrepräsentiert.
       
       Die Studie zeigt auch einmal mehr, dass zugewanderte Arbeitskräfte mit
       ihren Beiträgen die deutschen Sozialsysteme stützen – was ja laut
       Bundesregierung auch eins der Kernziele der großen Reformvorhaben ist. Auch
       hier ließe sich der positive Effekt noch steigern, wenn zugewanderte
       Fachkräfte als solche erkannt werden und auch in den Branchen Jobs finden,
       für die sie ausgebildet sind.
       
       2 Jul 2026
       
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 (DIR) Frederik Eikmanns
       
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