# taz.de -- Vorschläge der Rentenkommission: Minijobs gehören abgeschafft
       
       > Minijobs sind gut für Arbeitnehmer:innen und notwendig für
       > Unternehmen? Nein. Sie sorgen für Altersarmut und spülen kaum Geld in die
       > Rentenkasse.
       
 (IMG) Bild: Minijobs suggerieren nur, dass es sich hierbei um ein gutes Angebot handelt
       
       Den rund 6,8 Millionen Minijobber:innen in Deutschland geht es jetzt
       an den Kragen – bis auf ein paar Ausnahmen. Sie alle landen im sozialen
       Elend, Unternehmen, die mit ihnen arbeiten, geraten an den Rand der Pleite,
       der ohnehin schon schwächelnde Arbeitsmarkt kollabiert. Und schlecht für
       die Demokratie ist das auch noch. So in etwa – zugegeben überspitzt
       formuliert – klingt die Kritik am [1][Vorschlag der Rentenkommission],
       Minijobs massiv einzuschränken.
       
       Aber Moment! Gehen wir noch mal kurz zurück auf Los: Die Kommission soll
       Ideen erarbeiten, mit denen das zu erwartende Rentenfiasko abgemildert und
       mehr Geld in die Rentenkasse gespült werden kann. An dieser Stelle kommen
       die Minijobs ins Spiel. Die gehören nämlich zu Recht abgeschafft, denn nur
       etwa [2][32 Prozent der Millionen Minijobber:innen zahlen in die
       Rentenkasse] ein. Für die Unternehmen sind Minijobs – bei denen die
       Verdienstgrenze derzeit bei 603 Euro liegt und für die nur geringe
       Sozialabgaben und Steuern gezahlt werden müssen – also ein gutes Geschäft.
       
       Für die Betroffenen allerdings – unabhängig von ihren aktuellen
       Notwendigkeiten und Bedürfnissen – sind sie langfristig eine soziale
       Sackgasse. [3][Sie verdienen zu wenig, um davon leben zu können, und erst
       recht zu wenig, um damit eine mehr oder weniger einträgliche Rente zu
       haben]. Minijobs bedeuten Altersarmut. Punkt. Auch die Rentenkasse
       profitiert davon nur minimal – weil Minijobber:innen eben viel zu
       wenig einzahlen. Minijobs suggerieren also nur, dass es sich hierbei um ein
       gutes Angebot handelt, in Wirklichkeit sind sie das Gegenteil davon:
       prekäre Arbeitsverhältnisse.
       
       Sie manifestieren zudem eine viel beklagte Ungerechtigkeit, die endlich
       abgeschafft gehört: Es sind vielfach Frauen, die in Minijobs arbeiten und
       damit nicht nur ihre Rente aufs Spiel setzen, sondern auch ihre
       Unabhängigkeit – ob vom Partner oder vom Staat. Wenn Minijobs für die
       Unternehmen angeblich so wichtig sind, warum können sie dann nicht einfach
       in reguläre Stellen umgewandelt werden?
       
       22 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Vorschlaege-der-Rentenkommission/!6189419
 (DIR) [2] https://www.minijob-zentrale.de/DE/service/minijob-statistik/Digitaler_Quartalsbericht_/Digitaler_Quartalsbericht
 (DIR) [3] /Mikrozensus-des-Statistischen-Bundesamts/!5517921
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schmollack
       
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