# taz.de -- Demografie und Migration: Her mit den Fachkräften aus dem Ausland!
       
       > Neue Zahlen der Bertelsmann Stiftung belegen, dass Migration den
       > demografischen Wandel abfedern kann. Wann kapiert das endlich die
       > Bundesregierung?
       
 (IMG) Bild: Deutschland braucht dringend Zuwanderung, nicht nur in den Krankenhäusern
       
       Deutschland wird bekanntermaßen alt und älter und hat ein Arbeitsmarkt-,
       Renten- und Sozialversicherungsproblem – entweder mangelt es an Human- oder
       an Finanzkapital. Die Erkenntnis, dass Migration das Dilemma zum Teil lösen
       kann, ist so alt wie das Problem selbst. [1][Die Bertelsmann Stiftung
       belegt das erneut mit aktuellen Zahlen]: Im vergangenen Jahr gab es
       hierzulande nur noch 29 Millionen Beschäftigte mit einem deutschen Pass
       (bei 83,5 Millionen Einwohner:innen), ein Jahr zuvor waren es noch einige
       Hunderttausende mehr. Und so geht das weiter, wenn die Boomer in den
       kommenden Jahren in Rente gehen.
       
       Die Zahl ausländischer Arbeitnehmer:innen indes ist um knapp 200.000
       auf 5,9 Millionen gestiegen. Und trotzdem fehlen allerorten Arbeitskräfte:
       in der Pflege und im Gesundheitswesen, auf dem Bau, in den Kitas und
       Schulen, in der Industrie und im Handel, selbst in den Verwaltungen.
       
       Nun könnten sehr viele und sehr gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland
       kommen – wenn die Bundesregierung das nur wollte. [2][Stattdessen riegelt
       sie das Land ab], schiebt ab, selbst Menschen, die einen Job haben, sich
       also nicht nur selbst finanzieren, sondern auch Geld in die geschröpften
       Sozialkassen spülen. Steuern zahlen sie auch noch. Besser geht's doch gar
       nicht.
       
       Vor allem, weil ausländische Fachkräfte überall dort eingesetzt werden
       können, wo die alten Deutschen demnächst verschwinden. Zu einem Großteil
       werden Migrant:innen auch schon von Pflege-, Reinigungs- und
       Dienstleistungsunternehmen beschäftigt. Und hier liegt ein weiteres
       Problem: Viele der Fachkräfte arbeiten unter ihrer Qualifikation und unter
       ihren Möglichkeiten. [3][Alles ungenutzte Kompetenzen, verschenkte
       Potenziale.]
       
       Das trifft insbesondere Frauen. Die weibliche Expertise von
       Ausländer:innen ist offensichtlich nicht sonderlich gefragt, denn
       eingesetzt werden sie laut Bertelsmann-Erhebung häufig lediglich als
       Hilfskräfte. Auch dann, wenn sie sehr vieles können und Berufsabschlüsse
       haben. Wiederum [4][Frauen mit deutschem Pass sollen mehr arbeiten] – wo
       liegt da die Logik? Das Argument, dass viele nicht ausreichend Deutsch
       sprechen würden, ist fadenscheinig. Denn nirgendwo lernt man schneller eine
       Sprache als in einem Job.
       
       Wann kapiert die Bundesregierung endlich, dass es ohne Zuwanderung nicht
       geht? Und ebenso, dass ihr stetiges Nein zur Migration das
       Demografie-Dilemma zusätzlich verschärft.
       
       5 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2026/zuwanderung-stuetzt-den-deutschen-arbeitsmarkt-doch-die-integration-muss-besser-werden
 (DIR) [2] /Westbalkanregelung/!6192961
 (DIR) [3] /Arbeitsintegration-von-Gefluechteten/!6102370
 (DIR) [4] /Wieso-Minijobs-abgeschafft-werden-muessen/!6189618
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schmollack
       
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