# taz.de -- Ausgaben aus dem Sondervermögen: Jetzt geht’s (langsam) los
> Die Regierung legt Rechenschaft ab, wie schnell sie ihre
> Investitionsmilliarden unter die Leute bringt. Bei Autobahnen geht’s
> voran, bei Schulen noch nicht.
(IMG) Bild: Investitionen für Verkehrsinfrastuktur kommen nur schleppend voran
Das gigantische Investitionsprogramm der Bundesregierung ist [1][nur
langsam gestartet,] kommt aber allmählich in Fahrt. Während 2025 ein
Viertel des Geldes liegen blieb, wird 2026 wohl ein höher Anteil in
Projekte fließen. Bis Ende April dieses Jahres gab der Bund rund 25
Milliarden seiner insgesamt 300 Milliarden Euro aus, steht im ersten
[2][Überprüfungsbericht] an den Bundestag.
Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität haben Union und
SPD mithilfe der Grünen [3][vor gut einem Jahr beschlossen.] Aus
zusätzlichen Schulden des Bundes sind darin 500 Milliarden Euro bis 2037
enthalten. 300 Milliarden davon können diese und die kommenden
Bundesregierungen im Rahmen ihrer normalen Haushalte ausgeben, 100
Milliarden gehen an den Klimafonds, einen Sondertopf des Bundes.
Weitere 100 Milliarden Euro erhalten die Länder, die wiederum einen guten
Teil an die Städte und Gemeinden weitergeben sollen. Die ganze Aktion
verfolgt das Ziel, die reparaturbedürftige Infrastruktur, beispielsweise
Bahntrassen, in Schuss zu bringen oder Krankenhäuser, Schulen und
Sportstätten zu sanieren.
Parallel zum schriftlichen Monitoringbericht stehen auf der Internetseite
[4][bundeshaushalt.de] viele übersichtlich geordnete Zahlen und
Informationen zur Verfügung, die den Bürger:innen zeigen, was geplant,
ausgegeben und realisiert ist. Wer in der Startgrafik des [5][Dashboards]
auf „Mittelabflüsse 2026“ klickt, sieht etwa, dass für die Modernisierung
der Verkehrsinfrastruktur bislang gut 4 Milliarden Euro ausgezahlt wurden.
22 Milliarden stehen dieses Jahr insgesamt zur Verfügung.
Einen Klick weiter ist man bei den Brücken. Von gut 3 Milliarden Euro sind
in den ersten vier Monaten 2026 immerhin 420 Millionen Euro abgeflossen.
Sie dienen zum Beispiel dazu, „85 Erhaltungsmaßnahmen für Autobahnbrücken“
zu starten. So weit, so gut. Beim „Status“ ist allerdings zu lesen:
„ausstehend“. Wie weit die Projekte gediehen sind, ist also nicht zu
erfahren. Aber ein Brückenbau dauert auch ein paar Jahre.
## Schulen flop, Sportstätten top
Die Ergebnisse für die einzelnen Bereiche sind sehr unterschiedlich. So ist
bei den Schulen quasi noch gar nichts passiert. Das Bundesgeld für digitale
Lernangebote und mehr Kitaplätze wurde bisher kaum abgerufen. Die
offizielle Begründung: Die entsprechenden Programme der zuständigen
Bundesländer starten erst in diesem Jahr.
Lahm geht es auch bei der Energieinfrastruktur voran. Von 1,4 Milliarden
Euro, die für [6][klimaneutrale Fernwärme] zur Verfügung stehen, sind
dieses Jahr erst 160 Millionen abgeflossen. Begründung hier: Die Planung
neuer oder besserer kommunaler Wärmenetze gehe 2026 richtig los.
Super läuft es dagegen in den Bereichen Sport und Krankenhäuser. Für die
Sanierung kommunaler Sportstätten sind 60 Prozent der Mittel schon raus,
bei den „Sofort-Transformationskosten Krankenhäuser“ sogar 100 Prozent. An
solchen Posten zeigen sich aber auch die Grenzen und Probleme des
Monitorings, teilweise des ganzen Sondervermögens. Das gute Sportergebnis
liegt daran, dass die Sanierungsträger das Geld in einem Rutsch bekommen,
nicht nach und nach. Und bei den Krankenhäusern handelt es sich zum guten
Teil um Mittel, die nichts mit Investitionen, sondern eher mit
Löcherstopfen zu tun haben.
## Geteiltes Echo
Dennoch sagt Sebastian Dullien vom gewerkschaftlich orientierten Institut
für Makroökonomie: „Das von der Bundesregierung vorgelegte Monitoring ist
ein gewaltiger Schritt nach vorne in der Nachverfolgung der Wirksamkeit
öffentlicher Investitionsprogramme.“
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit „klafft noch eine deutliche Lücke“,
bemängelt dagegen der grüne Haushaltspolitiker Sebastian Schäfer, „vor
allem bei Energie- und Verkehrsinfrastruktur, Digitalisierung sowie
Forschung und Entwicklung kommt die Umsetzung zu langsam voran“.
1 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Sondervermoegen-nicht-ausgeschoepft/!6183161
(DIR) [2] https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/svik-monitoringbericht-2025.pdf?__blob=publicationFile
(DIR) [3] /Gruenen-Politiker-Sven-Christian-Kindler/!6072581
(DIR) [4] http://www.bundeshaushalt.de/
(DIR) [5] https://www.bundeshaushalt.de/DE/SVIK/sondervermoegen-infrastruktur-klimaneutralitaet.html
(DIR) [6] /Die-Zukunft-des-Heizens/!6177805
## AUTOREN
(DIR) Hannes Koch
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