# taz.de -- „Global Sumud Flotilla“: Israel lässt Gaza-Aktivisten frei
       
       > Nach dem Stopp der Gaza-Flotte vor Kreta wurden zwei Teilnehmer nach
       > Israel verschleppt. Die Kritik daran war laut. Jetzt werden sie
       > abgeschoben.
       
 (IMG) Bild: Vor der Abschiebung: der spanisch-palästinenische Aktivist Saif Abu Keshek am 6. Mai vor einem israelischen Gericht in Beersheba
       
       dpa/afp | Israel hat zwei Aktivisten abgeschoben, die [1][nach dem Stopp
       der Gaza-Hilfsflotte nach Israel gebracht] worden waren – den Spanier Saif
       Abu Keschek und den Brasilianer Thiago Ávila. Dies sei geschehen, nachdem
       die Ermittlungen gegen die beiden abgeschlossen worden seien, teilte ein
       Sprecher des israelischen Außenministeriums auf der Plattform X mit. Ihnen
       wurde Provokation vorgeworfen. Israel werde „keinen Verstoß gegen die
       rechtmäßige Seeblockade des Gazastreifens zulassen“. Weitere Details zur
       Abschiebung wurden zunächst nicht mitgeteilt.
       
       Die beiden Aktivisten waren [2][vor mehr als einer Woche von ihrem Schiff
       vor Kreta verschleppt und nach Israel gebracht worden]. Die
       Menschenrechtsorganisation Adalah, die die beiden vor Gericht vertrat,
       sprach von ihrer „rechtswidrigen Entführung“. Israel dagegen warf Abu
       Keschek, der palästinensische Wurzeln hat, Verbindungen zur
       Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor. Spanien forderte seine
       sofortige Freilassung. Ávila wurden „illegale Aktivitäten“ vorgeworfen.
       
       Nach der Festnahme von Saif Abu Keshek hatte das Außenministerium in Madrid
       erneut die israelische Geschäftsträgerin einbestellt. Die Regierung habe
       mit diesem Schritt gegen die „inakzeptable und untragbare“ Festnahme
       protestiert, erklärte der spanische Außenminister José Manuel Albares am
       Donnerstag vor dem Parlament. Zuvor war der Gewahrsam Abu Kesheks sowie des
       ebenfalls festgenommenen brasilianischen Aktivisten Thiago Ávila in Israel
       bis Sonntag verlängert worden.
       
       ## Flottille in internationalen Gewässern gestoppt
       
       Die israelische Marine hatte am 30. April bei Kreta mehr als 20 Schiffe der
       „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern abgefangen und nach
       eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Dieses Vorgehen hatte [3][in
       vielen Ländern Proteste hervorgerufen]. Mehrere EU-Staaten, darunter auch
       Deutschland, äußerten Zweifel an der Vereinbarkeit dieser Aktion in
       internationalen Gewässern mit dem Völkerrecht. Israel behauptete, das
       Vorgehen gegen die Aktivisten stehe im Einklang mit dem Völkerrecht.
       Griechenland nahm die meisten der Aktivisten auf und organisierte ihre
       Rückreise in die Herkunftsländer.
       
       Die Beziehungen zwischen Spanien und Israel sind seit Beginn des
       Gaza-Krieges, der im Oktober 2023 durch den brutalen Angriff der Hamas auf
       Israel ausgelöst worden war, angespannt. Der spanische Regierungschef Pedro
       Sánchez bezeichnete Israels Militäreinsatz im Gazastreifen als
       „Völkermord“. Brasilien protestierte ebenfalls formell gegen die
       Überstellung seines Staatsbürgers Ávila nach Israel. Auch die
       brasilianisch-israelischen Beziehungen gelten als stark angespannt.
       
       [4][Die propalästinensischen Aktivisten] wollten erneut versuchen, die seit
       2007 bestehende Seeblockade des Gazastreifens durch Israel, die auch von
       Ägypten mitgetragen wird, zu durchbrechen und Hilfsgüter in die
       Konfliktregion zu bringen. Die „Global Sumud Flotilla“ wollte sich nach
       Angaben der Organisatoren im türkischen Hafen Marmaris neu formieren. Wann
       die Aktivisten erneut mit Hilfsgütern von Marmaris aus in Richtung
       Gazastreifen auslaufen wollen, blieb zunächst unklar.
       
       Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen
       zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine
       aufgebracht; die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und anschließend
       ausgewiesen.
       
       10 May 2026
       
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