# taz.de -- Prämie für Elektroautos: Der bessere Tankrabatt
> Für die neue E-Auto-Kaufprämie hat die Bundesregierung ausnahmsweise Lob
> verdient. Denn sie ist wesentlich sinnvoller als andere
> Entlastungsmaßnahmen.
(IMG) Bild: Vielleicht doch mal auf die klimafreundliche Alternative zum Verbrenner umsteigen
Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Und so ist nicht alles schlecht
an der Bundesregierung. Für die [1][neue Kaufprämie für Elektroautos] hat
sie ausnahmsweise mal Lob verdient, auch wenn Kanzler Merz und sein Team
sie nicht mal an die große Glocke hängen. Sowohl aus sozialen als auch
ökologischen Gründen sind die drei Milliarden Euro, die Schwarz-rot dafür
ausgeben will, weitaus besser angelegtes Geld als [2][der umstrittene
Tankrabatt], mit dem die Bundesregierung die autofahrende Bevölkerung vor
hohen Spritpreisen schützen will.
Seit Dienstag können Interessierte die Prämie beantragen, wenn sie ein
Elektroauto leasen oder kaufen wollen. Bis zu 6.000 Euro sind drin –
abhängig vom Autotyp und dem Haushaltseinkommen. Bei einem Jahreseinkommen
von maximal 90.000 Euro ist Schluss. Dadurch wird sichergestellt, dass nur
Familien mit mittleren und geringen Einkommen in den Genuss dieser
Förderung kommen. Unter dem Schlagwort Social Leasing fordern die
Gewerkschaften ein solches Programm schon länger.
Nun kommt die Förderung ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die
Republik über [3][zu hohe Spritpreise stöhnt]. Da wird die Prämie bei den
einen oder anderen Autofahrer*innen der letzte entscheidende Stupser
sein, jetzt endlich auf die klimafreundliche Alternative zum Verbrenner
umzusteigen. Zumal mittlerweile neue, erschwinglichere Elektromodelle auf
dem Markt sind. Das elektrische Tanken ist sowieso günstiger als das
fossile. Wird der E-Flitzer zu Hause geladen, kosten 100 Kilometer deutlich
unter 10 Euro, während beim Benziner locker das doppelte fällig ist.
## Mehr Geld für Nahverkehr!
Natürlich ist die Kaufprämie nicht die Lösung aller Probleme. Der
schwächelnden hiesigen Automobilindustrie wird sie nur sehr bedingt helfen,
was auch deren eigene Schuld ist. Schließlich sind [4][VW & Co.] nicht
gerade dafür bekannt, erschwingliche E-Autos zu bauen. Mit der Prämie
werden vermutlich eher französische oder [5][asiatische Modelle gekauft].
Und klima- sowie sozialpolitisch noch sinnvoller wäre mehr Geld für den
öffentlichen Nahverkehr. Denn für viele Menschen ist auch noch ein
günstiges Auto unerschwinglich, sie sind allein schon wegen ihres klammen
Geldbeutels auf den Nahverkehr angewiesen. Gleichzeitig zwingt der gerade
oft auf dem Land schlecht ausgebaute Nahverkehr viele Menschen, mit dem
Auto zu fahren.
Würde die Bundesregierung dies angehen, dann würde bei ihr die Ausnahme zur
Regel werden, sie klimapolitisch doch nicht so schlecht sein. Doch
vielleicht hat Merz mit seiner Bundesregierung vor einer Sache am meisten
Angst: Als Klima-Kanzler zu gelten.
19 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Praemie-fuer-E-Autos-vom-Bund/!6179597
(DIR) [2] /ADAC-und-Kartellamt-schlagen-Alarm/!6176114
(DIR) [3] /wortwechsel/!6172373&s=Spritpreise/
(DIR) [4] /Mercedes-sieht-Zukunft-beim-Militaer/!6179326
(DIR) [5] /Messe-Auto-Beijing/!6174614
## AUTOREN
(DIR) Simon Poelchau
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