# taz.de -- Debatte um Softdrink-Steuer: Extra Zucker? Extra teuer
> Eine Steuer auf mit Zucker gesüßte Getränke? Der Rückhalt dafür bei
> Expert:innen und Bevölkerung ist groß. Ärzt:innen fordern nun eine
> Umsetzung.
(IMG) Bild: Zucker drin, Preis rauf? Das fordern Expert:innen
Knapp 4.000 Ärzt:innen haben sich in einem offenen Brief für eine
Zuckersteuer ausgesprochen. Hersteller sollten dazu verpflichtet werden,
die Abgabe auf „zuckergesüßte Getränke“ zu entrichten, heißt es in dem
[1][Schreiben], das die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch initiiert
und dafür Unterschriften gesammelt hat. „Bei der Zuckersteuer ist die Lage
klar: Ärzteschaft, Fachwelt und eine Mehrheit der Bevölkerung befürworten
eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke“, erklärte Klaus Reinhardt,
Präsident der Bundesärztekammer und einer der Unterzeichner:innen.
In dem Brief fordern die Unterzeichnenden eine abhängig vom Zuckergehalt
gestaffelte Abgabe auf Limonaden und andere mit Zucker gesüßte Getränke wie
Limonaden und Energydrinks. Gerade bei Kindern und Jugendlichen trügen
diese wesentlich zur täglichen Zuckeraufnahme bei. Damit steige das Risiko
deutlich, Karies zu entwickeln sowie an Adipositas oder Typ-2-Diabetes zu
erkranken. Eine entsprechende Abgabe setze dagegen einen Anreiz für die
Hersteller, den Zuckergehalt zu reduzieren. Damit sinke der Zuckerkonsum in
der Bevölkerung, und die entsprechenden Ausgaben des Gesundheitssystems zur
Behandlung von Folgeerkrankungen gingen zurück.
Das Schreiben richtet sich an die Ministerpräsident:innen der
Bundesländer. Denn derzeit läuft eine Bundesratsinitiative, gestartet von
Schleswig-Holstein, für eine entsprechende Abgabe. Auch eine
Expert:innenkommission legte kürzlich in einer Empfehlung zum Senken
von Kosten im Gesundheitssystem eine Zuckersteuer nahe. Eine [2][Studie]
von Wissenschaftler:innen der Technischen Universität München kam
bereits 2023 zu dem Ergebnis, dass eine entsprechende Abgabe in Deutschland
zu durchschnittlich 2 bis 3 Gramm weniger Zuckerkonsum pro Person und Tag
führen würde. Innerhalb von 20 Jahren würde die Bevölkerung so bis zu
250.000 gesunde Lebensjahre gewinnen. Zudem würden volkswirtschaftliche
Einsparungen von rund 16 Milliarden Euro entstehen.
Widerstand kommt aus der Lebensmittelindustrie. Sie zweifelt den
gesundheitlichen Nutzen einer Zuckersteuer an und fordert stattdessen
Bildung.
27 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/appell-aerztinnen-und-aerzte-fuer-die-zuckersteuer
(DIR) [2] https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1004311
## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
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