# taz.de -- Zuckersteuer: Es geht nur übers Geld
       
       > Eine Zuckersteuer wird Cola-Trinker:innen sicher nicht gefallen. Doch sie
       > ist nötig – aus gesundheitlichen wie auch aus ökonomischen Gründen.
       
 (IMG) Bild: Zu viel Zucker schadet auf Dauer
       
       Na, alle Schoko-Osterhasen weggenascht? Auch alle Limos für den
       langweiligen Nachmittag mit Oma ausgetrunken? Gut so, dann kann jetzt
       wieder umgestellt werden auf einen Alltag mit gesunden Lebensmitteln. Nicht
       falsch verstehen, gegen Sahnetorte, Marzipaneier und Cola ist nichts zu
       sagen – solange die eine Ausnahme bleiben und nicht täglich verputzt
       werden. Im Grunde wissen es (fast) alle: Zu viel Zucker schadet. Neben
       anderen ungesunden Genussmitteln wie Tabak und Alkohol führt zu viel Zucker
       zu schweren Krankheiten: Diabetes, Übergewicht, Gelenk- und
       Herz-Kreislaufproblemen, Krebs.
       
       Unabhängig davon, dass ein Dasein mit Übergewicht, kaputten Knien und
       knappem Atem die Lebensqualität erheblich vermindert, kosten die
       Behandlungen die Kassen zig Milliarden. Hinzukommen [1][60 Milliarden Euro]
       für Menschen, die durch diese Beschwerden arbeitslos werden, Suchttherapien
       machen, in Frührente gehen, gepflegt werden müssen.
       
       Was liegt da näher, als Zuckerprodukte teuer zu machen und für Softdrinks
       eine Steuer einzuführen – so wie das die Kommission zur [2][Reform der
       gesetzlichen Krankenversicherungen] unter anderem plant und wie es in
       anderen Ländern längst Praxis ist? In Großbritannien beispielsweise müssen
       Softdrinkproduzenten mittlerweile zwischen 18 und 24 Pence pro Liter
       Steuern zahlen, abhängig vom Zuckergehalt des Getränks. Der Effekt ist
       deutlich: Der Zuckerkonsum ist um fast die Hälfte gesunken, es gibt weniger
       Übergewicht.
       
       Hierzulande würde die neue Steuer auf zuckerhaltige Getränke rund 100
       Millionen Euro einbringen. Klingt zunächst nicht viel, ist aber nicht
       zuletzt mit Blick auf das persönliche Leid und die ökonomischen Folgekosten
       richtig. Eine [3][Zuckersteuer] dürfte vielen, für die Cola ein
       Grundnahrungsmittel ist, nicht gefallen. Ihnen mit dem gesundheitlichen
       Nutzen zu kommen, wird ebenso wenig funktionieren. Mit der Zuckersteuer
       verhält es sich wie in anderen Bereichen: Ein Umdenken setzt dann ein, wenn
       es ans eigene Portemonnaie geht.
       
       8 Apr 2026
       
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