# taz.de -- Entlastungsprämie: Arbeitgeber dämpfen Erwartungen
> Arbeitgeber können ihren Beschäftigten 2026 eine steuerfreie Prämie von
> 1.000 Euro zahlen. Der Arbeitgeberverband übt Kritik und sagt: Es werden
> deutlich weniger sein.
(IMG) Bild: „Keine Lohnanpassungen in der chemischen Industrie“: Der Arbeitgeberverband bremst die Erwartungen
afp | Der Arbeitgeberverband BDA erwartet, dass erheblich weniger
Unternehmen die geplante steuerfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro an
Beschäftigte auszahlen werden als eine ähnliche Einmalzahlung im Jahr 2022.
„Es werden deutlich weniger sein“, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen
Kampeter der Bild (Donnerstagsausgabe). Beispielsweise sei vor wenigen
Wochen in der [1][chemischen Industrie] vereinbart worden, dass es keine
Lohnanpassung in diesem Jahr geben werde.
„Die werden jetzt nicht noch sagen bei den vielen 100.000 Beschäftigten,
wir zahlen da einfach noch mal oben drauf. Das ist weder in der Kalkulation
noch in der Gesamtdynamik des Tarifvertrages. Das ist ja der zentrale
Fehler“, sagte Kampeter. [2][Die 2022 beschlossene sogenannte
Inflationsausgleichsprämie] hatten mehr als 80 Prozent der
Tarifangestellten erhalten.
Scharfe Kritik übte Kampeter an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Beide hätten mit der Prämie
„Erwartungen geschürt und die Erfüllung dieser Erwartung bei anderen
abgeladen. Das macht man nicht, das gehört sich nicht“, sagte Kampeter.
Anders als 2022 seien Arbeitgeber und Gewerkschaften auch nicht in die
Entscheidung eingebunden gewesen.
Die schwarz-rote Koalition hatte am Montag beschlossen, dass Arbeitgeber
ihren Beschäftigten 2026 eine steuerfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro
zahlen können. [3][Zudem kündigte sie an, die Mineralölsteuer auf Benzin
und Diesel für zwei Monate um 17 Cent pro Liter zu senken.]
Kritik an der Entlastungsprämie kam auch vom Steuerzahlerbund. „Eine
wirklich sachgemäße Lösung zur Entlastung wäre eine Erhöhung der
Entfernungspauschale für alle, die Auto oder Bus und Bahn nutzen müssen, um
zur Arbeit zu kommen“, sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler,
Reiner Holznagel, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
In Wirklichkeit sei die Prämie ein Versprechen zulasten Dritter. „Die
Politik rechnet hier mit Entlastungen, die auf die Rechnung von
Arbeitgebern geht.“ Ob Betriebe, deren Umsatz wegen steigender Kosten
zurückgehe, die 1.000 Euro überhaupt zahlen könnten, sei völlig offen.
16 Apr 2026
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