# taz.de -- Steuerfreie 1.000-Euro-Entlastungsprämie: Millionen Beschäftigte der Länder sollen leer ausgehen
> Die Bundesländer stellen sich quer: Von der geplanten steuerfreien
> 1.000-Euro-Prämie werden ihre Beschäftigten wohl keinen Cent sehen.
(IMG) Bild: Daraus wird wohl diesmal nix: die steuerfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte in Höhe von 1.000 Euro
dpa/taz | Die von der Bundesregierung vorgeschlagene steuerfreie
Entlastungsprämie für Beschäftigte in Höhe von 1.000 Euro droht immer mehr
zum Rohrkrepierer zu werden. Nachdem am Donnerstag bereits der
Arbeitsgeberverband BDA erklärt hatte, [1][dass eine umfassende Beteiligung
der Privatwirtschaft nicht zu erwarten sei], stellen sich nun wohl auch die
Bundesländer quer.
Laut einem Bericht der Bild-Zeitung habe eine Umfrage unter allen 16
Landesregierungen ergeben, dass derzeit kein einziges Land bereit ist, die
Bonuszahlung an seine Beamten und Angestellten auszuschütten. Allein im
öffentlichen Dienst der Bundesländer arbeiten über zwei Millionen Menschen,
im gesamten öffentlichen Dienst – also inklusive Bund und Kommunen – sind
rund 5,4 Millionen Personen tätig.
Brandenburgs Finanzminister Daniel Keller (SPD) erklärte dazu, er könne
sich eine solche zusätzliche Zahlung zum jetzigen Zeitpunkt nicht
vorstellen. Auch [2][Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)]
lehnt den Bonus ab und verwies auf die Kosten der jüngsten Tariferhöhung im
öffentlichen Dienst, die sein Land bereits rund 500 Millionen Euro koste.
Ähnliche Signale kommen demnach aus dem grün-schwarz regierten
Baden-Württemberg und Sachsen mit seiner CDU-SPD-Minderheitsregierung, wo
man weitere Zahlungen angesichts der finanziellen Belastungen durch
bestehende Tarifabschlüsse ebenfalls für „nicht angezeigt“ hält.
Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) kritisierte
demnach zudem die Kostenverteilung des Konzepts. Mit der steuerfreien
Prämie verlagere der Bund die finanzielle Verantwortung weitgehend auf die
Arbeitgeber, was für Länder und Kommunen eine erhebliche Belastung ohne
bisher vorgesehenen Ausgleich bedeute.
## Bundesregierung will Prämie auf 2027 ausweiten
Die Bundesregierung peilt unterdessen eine Ausweitung [3][der geplanten
Steuerfreiheit] auf das Jahr 2027 an. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am
Donnerstag gesagt, das Angebot solle „für das Jahr 2026 und auch für das
Jahr 2027 gelten“. Damit sei es auch zugänglich für Vereinbarungen, die
Betriebsparteien oder Tarifvertragsparteien schließen.
Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer sagte nun, die Umsetzung der Regelung
sei in der regierungsinternen Abstimmung, sie solle möglichst schnell in
Kraft treten. Nachdem sich der Kanzler dafür ausgesprochen habe, den
Begünstigungszeitraum flexibler auszugestalten und dabei neben 2026 das
Jahr 2027 genannt habe, habe man wahrgenommen, dass auch Vizekanzler und
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) dafür Offenheit gezeigt habe. Gespräche
würden auch auf Ebene der Bundestagsfraktionen geführt.
Unabhängig davon zeichnet sich auch für die Bundesbeamten keine Entlastung
ab. Unions-Fraktionsvize Jens Spahn (CDU) sieht aktuell keine Grundlage für
eine entsprechende Prämie auf Bundesebene. Damit stößt die Forderung von
Beamtenbund-Chef Volker Geyer auf Ablehnung, der verlangt hatte, der Staat
müsse als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen.
17 Apr 2026
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