# taz.de -- Entlastungen für Länder und Kommunen: Bayern muss weniger zahlen
> Die Bundesregierung kommt Bayern beim Länderfinanzausgleich –
> vorübergehend – entgegen. Die CSU, obwohl Teil der Koalition, meckert
> trotzdem bereits.
(IMG) Bild: Ein Prosit, ein Prosit, der Pfennigfuchserei!
Dass die CSU wenig vom Länderfinanzausgleich hält, ist hinlänglich bekannt.
So bezeichnete ihn Parteichef Markus Söder bei „Markus Lanz“ in seiner
dezenten Art einmal als „die größte Sauerei und ein Riesenscheiß“. Bayern
werde den Vertrag kündigen, so der Ministerpräsident des Bundeslandes,
[1][das am meisten für den Mechanismus zahlt], der die Finanzkraft der
Bundesländer angleichen soll – mit knapp 12 Milliarden Euro im vergangenen
Jahr mehr als die drei weiteren Geberländer Baden-Württemberg, Hessen und
Hamburg zusammen.
2023 reichte Bayern beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen den
Finanzausgleich ein. So fordert der Freistaat beispielsweise eine
Obergrenze für die Belastung der Geberländer und eine neue
Berechnungsgrundlage. Wann es eine Entscheidung aus Karlsruhe geben wird,
steht jedoch noch nicht fest. Laut Bayerns Finanzminister Albert Füracker
(CSU) hat das Gericht ein Urteil noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt.
Am Mittwoch nun hat das schwarz-rote Bundeskabinett eine milliardenschwere
Finanzspritze für Länder und Kommunen beschlossen. Die Hilfen sind auf vier
Jahre befristet. Bereits ab diesem Jahr will der Bund dafür jährlich eine
Milliarde Euro bereitstellen.
Der [2][Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD)] sieht zum
einen vor, hoch verschuldeten Gemeinden finanziell etwas Luft zu
verschaffen, damit diese wichtige Ausgaben schultern können, etwa für
Kitas, Theater oder Schwimmbäder. Adressiert ist das Geld an Kommunen mit
einer Verschuldung von mehr als 100 Euro pro Einwohner. Damit dürfte ein
Großteil an Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und
Niedersachsen gehen. 250 Millionen Euro hat Klingbeil hierfür eingeplant.
## 400 Millionen für die Geberländer
Aber auch Bundesländer sollen entlastet werden. Mit 350 Millionen Euro will
der Bund bis 2029 seinen Anteil an den Kosten für Zusatzrenten aus
DDR-Zeiten von 50 auf 60 Prozent aufstocken. Der größte Brocken
schließlich, 400 Millionen Euro, soll den Geberländern des
Länderfinanzausgleichs zugutekommen.
Ein erster Schritt sei dies, befand Füracker. Damit würde Bayern seinen
Schätzungen zufolge jährlich rund 200 Millionen Euro weniger für den
Länderfinanzausgleich aufbringen müssen. Angesichts des „absurden
Ausmaßes“, das der Länderfinanzausgleich angenommen habe, sei dies jedoch
nur ein Tropfen auf den heißen Stein, zumal die Bundeshilfe ja befristet
sei und lediglich rund zwei Prozent der Summe ausmache, die Bayern im
vergangenen Jahr habe beisteuern müssen.
„Die prekäre Schieflage im Finanzkraftausgleich wird dadurch nicht
nachhaltig verändert und die grundlegende Problematik im Ausgleichssystem
bleibt unberührt – so kann es nicht weitergehen.“ Füracker forderte das
Bundesverfassungsgericht daher auf, wie angekündigt noch in diesem Jahr
eine Entscheidung zu treffen.
Positiv wurde der Gesetzentwurf von der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik
der Unionsfraktion beurteilt. Deren Vorsitzender, der CDU-Politiker Klaus
Mack, mahnte die entsprechenden Bundesländer, die Hilfen für die Kommunen
auch vollumfänglich weiterzugeben. Auch die Geberländer des
Finanzausgleichs und die ostdeutschen Länder forderte er auf, die
gewonnenen finanziellen Spielräume für die Unterstützung der Kommunen zu
nutzen.
15 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /CSU-Klausurtagung-in-Kloster-Seeon/!5907201
(DIR) [2] https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2026/04/2026-04-15-laender-und-kommunalentlastungsgesetz.html
## AUTOREN
(DIR) Dominik Baur
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