# taz.de -- Israel und die Hisbollah: Kein Aufatmen im Libanon – stattdessen noch mehr Krieg
> Netanjahu will seine Militäroffensive in Libanon weiterführen. Libanesen
> haben zu Recht Angst, dass diese bis zu den israelischen Wahlen andauert.
(IMG) Bild: Die israelischen Luftangriffe auf Beirut, Libanon, gehen weiter
Die ganze Welt atmet nach dem Waffenstillstandsdeal zwischen den USA und
Iran auf. Nur nicht Libanon. Denn Israel möchte das Abkommen mit Blick auf
Iran berücksichtigen – aber in Libanon ignorieren. Obwohl Pakistan als
Waffenstillstandsvermittler sagt, der Deal gelte auch für Libanon. Das ist
fatal, denn es gibt keine eigene diplomatische Initiative für einen
Libanon-Israel-Deal.
Während die Hisbollah Raketenangriffe eingestellt hat, geht die
[1][israelische Offensive in Libanon] weiter. In der Nacht auf Mittwoch war
die israelische [2][Überwachungsdrohne in Beirut] so laut wie selten, am
Mittag vibrierte die Erde der libanesischen Hauptstadt mal wieder wegen der
israelischen Bombardierung.
Ein Déjà-vu: Auch am 27. November 2024 trat ein Waffenstillstand in Kraft,
ausgehandelt zwischen Israels und Libanons Regierung. [3][Die Hisbollah
schoss keine Rakete mehr] ab, Israel griff in Libanon trotzdem täglich an.
Überwachungsdrohnen surrten am Himmel über Libanon, Soldaten besetzten fünf
Punkte militärisch, israelische Panzer rollten sporadisch im Südlibanon
ein. Ein Komitee aus libanesischem Militär, Vertretern der USA, Frankreich
und der UN-Mission Unifil sollte Verstöße überwachen, war aber unfähig, die
über 10.000 gezählten Verstöße zu ahnden oder verhindern.
Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Iran waren die einzige
Hoffnung für einen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel.
Bisher hatte Iran als [4][größter Finanzier der Hisbollah] darauf
bestanden, dass ein USA-Iran-Abkommen auch Libanon mit einschließt. Auch
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verwies darauf, dass das
Iran-USA-Abkommen auch für Libanon gelte. Die libanesische Regierung hatte
Israel direkte Gespräche angeboten, die Israel bisher abgelehnt hat.
Denn dem wegen Kriegsverbrechen mit Haftbefehl gesuchten Benjamin Netanjahu
drohen seine rechtsextremen Minister, die Koalition auseinanderfliegen zu
lassen. Die Menschen in Libanon haben zu Recht Angst, dass der Krieg nicht
endet. Zumindest so lange nicht, bis es in Israel Wahlen gibt. Die sind
erst für Herbst angesetzt.
8 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Julia Neumann
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