# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Einige Schiffe passieren Straße von Hormus
       
       > Sechs Schiffe haben in den letzten 24 Stunden die Straße von Hormus
       > durchquert. Deutschland nimmt ihre Gespräche mit der Regierung Irans
       > wieder auf.
       
       ## Merz nimmt Gespräche mit Iran wieder auf
       
       Nach der vereinbarten Waffenruhe in Nahost nimmt die Bundesregierung ihre
       Gespräche mit der Regierung im Iran wieder auf. Ziel sei es, damit einen
       Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran
       über ein Ende des Krieges in der Region zu leisten, sagte Kanzler Friedrich
       Merz (CDU) am Donnerstag in Berlin. Er betonte, es öffne sich jetzt „ein
       Zeitfenster für eine Verhandlungslösung“, die Lage sei aber noch „fragil“.
       (afp)
       
       ## Merz kritisiert Israels Militärschläge im Libanon
       
       Kanzler Friedrich Merz kritisiert die israelische Kriegsführung im Libanon.
       Man sehe die Lage in der gesamten Region mit großer Besorgnis, sagte der
       CDU-Politiker – aber mit besonderer Besorgnis die Lage im Süden des
       Libanon.
       
       „Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte den Friedensprozess als
       Ganzes zum Scheitern bringen. Und das darf nicht geschehen“, betonte Merz.
       „Deswegen habe ich gestern auch mit weiteren Staats- und Regierungschefs
       die israelische Regierung gebeten, ihre nochmals verschärften Angriffe zu
       beenden.“
       
       Israel hatte trotz der Feuerpause im Iran-Krieg am Mittwoch in seiner
       Auseinandersetzung mit der Hisbollah-Miliz zahlreiche Ziele im Libanon
       bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des
       libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 182 Menschen
       getötet.
       
       Anders als der Iran sehen Israel und die USA den Libanon nicht in der
       vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Der Iran erwägt
       angesichts des Großangriffs auf die verbündete Hisbollah nach Angaben der
       iranischen Nachrichtenagentur Fars aus der Feuerpause auszusteigen. (dpa)
       
       ## Einige Schiffe passierten Straße von Hormus
       
       Ein Tanker für Ölprodukte und fünf ‌verschiedene Massengutfrachter haben in
       den letzten 24 Stunden die Straße von Hormus durchquert, wie aus einer
       Auswertung von Daten von Schiffsverfolgungsdiensten hervorgeht. Der
       Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge ist praktisch zum
       Erliegen gekommen: Seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den
       Iran am 28. Februar gab es kaum Bewegung, und laut Daten von Kpler, Lloyd’s
       List Intelligence und Signal Ocean passierten durchschnittlich nur wenige
       Schiffe pro Tag die Meerenge. Vor dem 28. Februar fuhren laut
       Marktschätzungen durchschnittlich 140 Schiffe täglich durch die Meerenge.
       (rtr)
       
       ## Iran besteht weiter auf Urananreicherung
       
       Der Iran besteht nach Angaben seines Atomchefs in möglichen
       Friedensgesprächen mit den USA weiter auf das Recht der Urananreicherung.
       Am Rande einer Gedenkfeier für den getöteten Religionsführer Ajatollah Ali
       Chamenei wies Atomchef Mohammed Eslami die Forderung zurück, wie die
       iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. „Das sind ihre Wünsche, und
       diese Wünsche werden zu Grabe getragen“, sagte er mit Blick auf die USA.
       
       Bereits vor dem Krieg hatten Vertreter aus Washington und Teheran über
       Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt. US-Präsident Donald Trump will
       verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Teheran weist zurück,
       solche Pläne zu verfolgen. Über die Jahre hat die Islamische Republik ein
       nationales Nuklearprogramm aufgebaut und reichert auch Uran selbst an.
       (dpa)
       
       ## Mehr als 3000 Tote im Iran während des Krieges
       
       Mehr als ‌3000 Menschen sind dem Leiter der iranischen Gerichtsmedizin
       zufolge während des am 28. Februar begonnenen Krieges im Iran ums Leben
       gekommen. 40 Prozent davon mussten anhand von forensischen Untersuchungen
       identifiziert werden, wie er staatlichen Medien sagt. Erst dann hätten sie
       ihren Familien übergeben werden können. (rtr)
       
       ## Luftraumwarnung für Nahost und Golfregion
       
       Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat ihre Warnung für den
       Luftraum über dem Nahen Osten und der Golfregion verlängert. Die
       Empfehlung, diese Lufträume zu meiden, gelte nun bis zum 24. April, teilt
       die EASA mit. Die Empfehlung galt zuvor bis zum 10. April. (rtr)
       
       ## Landesweites Gedenken für getöteten Chamenei im Iran
       
       Im Iran haben am Donnerstag tausende Menschen des am ersten Tag des Krieges
       getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei gedacht. Das
       Staatsfernsehen zeigte Menschenmengen bei landesweiten Kundgebungen mit
       Porträts des Verstorbenen und Flaggen der Islamischen Republik. Die
       Gedenkfeiern fanden insbesondere in Urmia im Nordwesten des Iran sowie in
       Gorgan im Nordosten statt.
       
       Auch in Teheran, wo die Angriffe seit Inkrafttreten einer Waffenruhe in der
       Nacht zum Mittwoch aufgehört haben, trauerten die Menschen um das ehemalige
       geistliche Oberhaupt, das den Iran fast 40 Jahre lang führte.
       
       Die nationale Gedenkfeier begann am frühen Morgen um 9.40 Uhr (Ortszeit,
       8.10 Uhr MESZ). Genau zu dieser Uhrzeit war am 28. Februar Ali Chamenei bei
       einem israelischen Luftangriff in seiner Residenz in Teheran zusammen mit
       zahlreichen ranghohen Offizieren getötet worden.
       
       Die Nachfolge trat sein Sohn Modschtaba Chamenei an. Er ist seit Beginn des
       Krieges jedoch nicht öffentlich aufgetreten und es wurde auch nicht
       erwartet, dass er sich bei der Gedenkfeier am Donnerstag zeigen würde.
       (afp)
       
       ## Islamabad schließt Schulen und Regierungsämter
       
       Wegen der geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der
       pakistanischen Hauptstadt Islamabad bleiben Schulen und Regierungsämter
       zwei Tage lang geschlossen. Mit der Maßnahme wollen die Behörden die
       Straßen freihalten, während die Delegationen vor Ort über eine mögliche
       Friedenslösung im Iran-Krieg verhandeln.
       
       Islamabad wirkte am Donnerstag ungewöhnlich ruhig. Viele Einwohnerinnen und
       Einwohner blieben angesichts bereits merklich verschärfter
       Sicherheitsvorkehrungen und durch Straßensperren und Verkehrsumleitungen
       verlängerter Pendelstrecken zu Hause.
       
       Hintergrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen sind auch Unruhen im März,
       als schiitische Gruppen in verschiedenen Teilen Pakistans gegen die
       Angriffe der USA und Israels auf den Iran protestierten. (ap)
       
       ## Heftigste israelische Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut seit
       Kriegsbeginn
       
       Libanons Hauptstadt Beirut ist am Tag der Waffenruhe-Einigung zwischen den
       USA und dem Iran von den heftigsten israelischen Angriffe seit dem
       Kriegseintritt der pro-iranischen Hisbollah erschüttert worden. Libanons
       Regierungschef Nawaf Salam erklärte den Donnerstag nach den Angriffen mit
       mehr als 200 Toten zum nationalen Trauertag. Laut US-Präsident Donald Trump
       erstreckt sich die mit Teheran ausgehandelte Feuerpause nicht auf den
       Libanon. International wurden die Angriffe scharf verurteilt, die Hisbollah
       feuerte derweil erneut Raketen auf Israel.
       
       Nach mehreren zeitgleichen Angriffen auf Viertel in Beirut am
       Mittwochnachmittag flog die israelische Armee libanesischen Staatsmedien
       zufolge auch am Abend Angriffe, darunter auf ein Gebäude im Gebiet Tallet
       El-Chajat. Dort stürzte nach Angaben eines Fotografen der
       Nachrichtenagentur AFP ein Wohngebäude teilweise ein. Libanesische
       Staatsmedien zufolge griff Israel am Abend auch die als
       Hisbollah-Hochburgen geltenden südlichen Vororte von Beirut an. (afp)
       
       ## Ölpreise steigen wieder
       
       Am [1][Rohstoffmarkt verteuert] sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee
       um ‌2,5 Prozent auf 97,08 US-Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl WTI
       notiert 3,7 Prozent fester bei 97,91 US-Dollar. Anleger fürchten, dass die
       Energieflüsse durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin
       eingeschränkt bleiben werden, nachdem die [2][ausgehandelte Waffenruhe ‌im
       Irankrieg] nach israelischen Angriffen auf den Libanon zu bröckeln droht.
       „Logistische ⁠Engpässe, Sicherheitsbedenken, erhöhte Versicherungsprämien
       und betriebliche Einschränkungen bedeuten, dass in den nächsten zwei Wochen
       voraussichtlich nur sehr ‌wenig ‌zusätzliche Energie über die ⁠Straße von
       Hormus geliefert werden wird“, sagen die Analysten von ‌Standard Chartered.
       (rtr)
       
       ## Mehr als 180 Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
       
       Am ersten Tag nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und
       Iran hat [3][die israelische Armee] ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Bei
       den massiven Angriffen wurden mindestens 182 Menschen getötet und 890
       weitere verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch
       mitteilte. Israel erklärte, die Waffenruhe gelte nicht für den Libanon.
       US-Präsident Donald Trump bestätigte dies. Frankreichs Präsident Emmanuel
       Macron drängte dazu, den Libanon in die Waffenruhe einzubeziehen.
       
       Die Hauptstadt Beirut erlebte die heftigsten Angriffe seit dem Beginn des
       Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Die Zahl der Todesopfer
       könne weiter steigen, erklärte das libanesische Gesundheitsministerium.
       
       Nach einer Serie von gleichzeitigen Angriffen auf Viertel in Beirut am
       Nachmittag flog die israelische Armee auch am Abend Angriffe, darunter auf
       ein Gebäude im Gebiet Tallet al-Chajat. Dort stürzte nach Angaben eines
       AFP-Fotografen ein Wohngebäude teilweise ein. AFP-Journalisten beobachteten
       Szenen der Panik, als mehrere Angriffe während der Hauptverkehrszeit das
       Zentrum von Beirut trafen. Staatlichen libanesischen Medien zufolge griff
       Israel am Abend auch die südlichen Vororte von Beirut an.
       
       Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte den Donnerstag zum
       Tag der Trauer „für die Märtyrer und Verwundeten der israelischen
       Angriffe“, die sich „gegen Hunderte unschuldiger, wehrloser Zivilisten“
       gerichtet hätten. Öffentliche Verwaltungen sollten geschlossen und Flaggen
       auf halbmast gesetzt werden. Alle politischen und diplomatischen Ressourcen
       des Libanon würden mobilisiert, „um die israelische Tötungsmaschine zu
       stoppen“.
       
       Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor erklärt, die
       israelischen Streitkräfte hätten landesweit „einen Überraschungsangriff auf
       hunderte Hisbollah-Mitglieder ausgeführt“. Es sei „der schwerste Schlag,
       den die Hisbollah seit der Operation ‚Beepers‘ erlitten hat“, sagte Katz.
       Er bezog sich dabei auf von Israel organisierte Angriffe im Jahr 2024, bei
       denen Pager und Walkie-Talkies hunderter Hisbollah-Mitglieder im Libanon
       explodierten und viele von ihnen töteten. (afp)
       
       ## Griechenland: Hormus-Gebühr „völlig inakzeptabel“
       
       Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert nach Ende des
       Irankrieges einen gebührenfreien und sicheren Schiffsverkehr durch die
       Straße von Hormus. „Ich glaube nicht, dass die internationale Gemeinschaft
       bereit wäre zu akzeptieren, dass Iran für jedes Schiff, das die Straße von
       Hormus durchquert, eine Mautstelle einrichtet“, sagte er dem
       US-Fernsehsender CNN. „Das erscheint mir völlig inakzeptabel.“
       
       Griechenland verfügt über eine der weltweit größten Handelsflotten,
       gemessen an der Frachttransportkapazität. Nachdem die USA und Israel am 28.
       Februar den Krieg gegen Iran begonnen hatten, hatte Teheran mit Attacken
       und Drohungen die Schifffahrt durch die Straße von Hormus nahezu zum
       Erliegen gebracht. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen mit den USA
       im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe hat Teheran vorgeschlagen, für eine
       sichere Durchfahrt durch die Meerenge Gebühren für Schiffe zu erheben.
       (dpa)
       
       ## Hisbollah-Miliz: Angriffe auf Israel gehen weiter
       
       Nach den verheerenden israelischen Luftangriffen im Libanon schwört die von
       Iran unterstützte Hisbollah-Miliz, ihre Angriffe gegen Israel fortzusetzen.
       In Reaktion auf Israels „Verstoß gegen die Waffenruhe“ sei in der Nacht der
       Kibbuz Manara im Norden Israels beschossen worden, hieß es in einer
       Erklärung der Schiiten-Miliz. Die Gegenangriffe auf Israel würden so lange
       fortgesetzt, bis die israelisch-amerikanische Aggression aufhöre. Bei den
       israelischen Luftangriffen im Libanon wurden nach Angaben des libanesischen
       Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet.
       
       Trotz der im Irankrieg zwischen den USA und Iran vereinbarten zweiwöchigen
       Waffenruhe will Israel seine Angriffe auf die Hisbollah-Miliz fortsetzen.
       Anders als Iran sehen die USA den Libanon nicht in der vereinbarten
       zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Iran erwägt nach Angaben der
       iranischen Nachrichtenagentur Fars, nun wegen Israels andauernder Angriffe
       auf die Hisbollah aus der Feuerpause auszusteigen. (dpa)
       
       ## Trump wirft Nato im Irankrieg Versagen vor
       
       US-Präsident Donald ‌Trump hat ‌nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär
       Mark Rutte seine scharfe Kritik am Militärbündnis bekräftigt. „Sie wurden
       auf die Probe gestellt und haben versagt“, zitierte eine Sprecherin des
       Weißen Hauses am Mittwoch den Präsidenten mit Blick auf die Rolle der
       Allianz im Irankrieg. Rutte bezeichnete das Gespräch ‌nach dem Treffen als
       sehr offen und ehrlich. Er könne die Enttäuschung Trumps über viele
       Nato-Verbündete nachvollziehen, sagte er dem Sender CNN.
       
       Hintergrund der Spannungen ist der mangelnde Beistand einiger
       Bündnispartner für den US-Militäreinsatz gegen Iran. Mehrere Nato-Staaten
       hatten sich demnach geweigert, US-Militärflugzeugen die Nutzung ihres
       Luftraums zu gestatten oder Seestreitkräfte zur Wiedereröffnung der Straße
       von Hormus zu entsenden. Eine Sprecherin des Weißen Hauses warf ‌den
       Nato-Staaten zudem vor, sie hätten „dem amerikanischen Volk den Rücken
       gekehrt“, das für ihre Verteidigung bezahle. Trump hatte die Nato in den
       vergangenen Wochen ⁠wiederholt als „Papiertiger“ bezeichnet und mit einem
       Austritt der USA aus dem Bündnis gedroht. (rtr)
       
       ## Wirtschaftsweiser erwartet dauerhaft hohe Benzinpreise
       
       Trotz der jüngsten Entspannung an den Ölmärkten werden die Spritpreise in
       Deutschland nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Gabriel Felbermayr auch
       in den nächsten Monaten auf hohem Niveau bleiben. „Tankstellenpreise von
       unter zwei Euro sind illusorisch“, sagte Felbermayr der Welt
       (Donnerstagsausgabe). Auch wenn sich die Lage im Nahen Osten weiter
       beruhige, müsse sich „das gesamte System erst in ein neues Gleichgewicht
       bewegen“.
       
       Schiffe seien umdirigiert worden, hinzu kämen Unsicherheiten bei
       Versicherungsprämien und den Transitgebühren für Fahrten durch die Straße
       von Hormus, erklärte Felbermayr. „Selbst im besten Fall werden uns diese
       Verwerfungen noch Monate beschäftigen.“ Für das Jahresende hält der
       Wirtschaftsweise einen Rohölpreis von rund 80 Dollar für plausibel. Die 60
       Dollar, die es zu Jahresbeginn gab, seien dagegen „auf absehbare Zeit“
       nicht realistisch.
       
       Staatliche Entlastungen der Privathaushalte und der Wirtschaft hält
       Felbermayr derzeit nicht für zwingend, rät der Politik aber, Instrumente
       für einen neuen Preisschub vorzubereiten. Die Politik müsse sich jetzt
       überlegen, welche Lösungen tragfähig seien. „Eine Möglichkeit wäre,
       zusätzliche Umsatzsteuereinnahmen, die der Staat durch steigende
       Energiepreise erzielt, an die Bürger zurückzugeben“, sagte er. „Der Staat
       sollte kein Krisengewinner sein.“
       
       Dass die schwarz-rote Koalition nicht wie andere Regierungen in Europa
       schon in den vergangenen Wochen ein Hilfsprogramm in Milliardenhöhe
       aufgelegt hat, begrüßte Felbermayr. „Es ist gut, nicht bei den ersten
       Verwerfungen sofort wieder eine Art wirtschaftspolitische Vollkasko zu
       versprechen“, sagte er. Dass man den ersten populistischen Reflexen
       widerstanden habe, sei ein gutes Zeichen. (afp)
       
       ## China zur Feuerpause: „kein Frieden, sondern Gelegenheit“
       
       Chinesische Staatsmedien fordern, das „schmale Fenster“ des zweiwöchigen
       Waffenstillstands zwischen den USA und Iran für Friedensverhandlungen zu
       nutzen. Die Feuerpause sei „kein Frieden, sondern eine Gelegenheit“,
       kommentierte die staatliche Zeitung China Daily. Die Versuchung, die Pause
       militärisch zur Neuaufstellung zu nutzen, sei groß. Bei falschen
       Entscheidungen drohe eine viel längere und schädlichere Krise.
       
       Die von der Kommunistischen Partei kontrollierte Global Times schrieb, die
       US-Truppen stünden bereit weiterzukämpfen, auf iranischer Seite hätten die
       Soldaten weiter „die Finger am Abzug“. Sollten die Verhandlungen nur zum
       Zeitschinden genutzt werden, könne der Konflikt jederzeit wieder
       eskalieren. Zugleich wurden Chinas eigene Vermittlungsbemühungen
       herausgestellt. Peking habe seit Ausbruch des Konflikts intensive
       Diplomatie betrieben und werde weiterhin eine konstruktive Rolle spielen,
       hieß es. (dpa)
       
       ## Irankrieg verändert Konsumverhalten in Europa
       
       Der Irankrieg beeinflusst einer Analyse zufolge zunehmend spürbar das
       Konsumverhalten in Europa. Über steigende Kosten für Energie, Düngemittel
       und Logistik wirkt sich der Konflikt direkt auf europäische Haushalte aus,
       wie aus der Auswertung des Marktforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Dies
       zwinge Verbraucherinnen und Verbraucher zu strategischerem Einkaufen. Die
       Analyse fasst mehrere Umfragen und Auswertungen zusammen.
       
       Seit Beginn der Lebenshaltungskostenkrise im Jahr 2022 verharre die
       Preisvorsicht von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf hohen Niveau.
       „Krisen und Kriege, wie der Irankonflikt oder der Ukrainekrieg, verstärken
       strukturelle Veränderungen im europäischen Konsumgütermarkt“, sagte Stefan
       Lohmann, Senior Consultant bei YouGov laut Mitteilung.
       
       „Aktuell steigende Kosten treffen auf ein Konsumumfeld, das bereits durch
       anhaltende Inflation geprägt ist.“ Verbraucher reagierten darauf nicht mit
       abruptem Verzicht, sondern mit einer zunehmend differenzierten und
       selektiven Steuerung ihres Einkaufsverhaltens.
       
       Viele Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa rechnen laut Analyse
       damit, in naher Zukunft Einschnitte vornehmen zu müssen – insbesondere
       jene, die bereits zuvor ihr Budget anpassen mussten. Diese Erwartung wirke
       als zusätzlicher Treiber für Preisbewusstsein und Zurückhaltung beim
       Konsum. Hierzu wurden zwischen dem 11. und dem 25. März mehr als 8.000
       Erwachsene in sechs europäischen Ländern befragt. Die Ergebnisse sind den
       Angaben nach repräsentativ für die Wohnbevölkerungen der jeweiligen Länder
       ab 18 Jahren.
       
       Gleichzeitig zeige sich, dass die Belastung durch steigende
       Lebenshaltungskosten bei vielen bereits im Alltag angekommen ist: In
       mehreren europäischen Ländern berichten Haushalte demnach zunehmend von
       Schwierigkeiten, zentrale Ausgaben wie Energie, Mobilität und Lebensmittel
       zu stemmen – auch in Deutschland, wo sich der Kostendruck über mehrere
       Ausgabenkategorien hinweg verstärkt. (dpa)
       
       ## Israel stellt Waffenruhe auf die Probe
       
       Nach Israels verheerenden Luftangriffen im Libanon droht Iran, die gerade
       erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen. Die USA müssten
       sich entscheiden – „entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via
       Israel. Sie können nicht beides haben“, schrieb Außenminister Abbas
       Araghtschi auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump drohte Iran
       ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem
       umfassenden Abkommen kommen sollte.
       
       Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump in der Nacht zum
       Donnerstag (US-Ortszeit), die Schiffe, Flugzeuge und Soldaten des
       US-Militärs würden, gegebenenfalls auch mit zusätzlicher Ausrüstung, rund
       um Iran stationiert bleiben, bis das „erzielte wirkliche Abkommen
       vollständig eingehalten wird“. Es werde alles bereitgehalten, was für die
       „tödliche Verfolgung und Vernichtung“ eines bereits geschwächten Gegners
       notwendig sei, schrieb der Republikaner weiter.
       
       In Reaktion auf Israels Angriffe im Libanon beschoss die mit Teheran
       verbündete Hisbollah-Miliz derweil nach eigenen Angaben in der Nacht einen
       Kibbuz im Norden Israels. Die Angriffe würden fortgesetzt, bis die
       „israelisch-amerikanische Aggression“ aufhöre, kündigte die Miliz in einer
       Erklärung an. (dpa)
       
       ## UN-Generalsekretär verurteilt Angriffe im Libanon
       
       UN-Generalsekretär António Guterres hat die schweren israelischen Angriffe
       auf den Libanon mit mehr als 180 Toten und Hunderten Verletzten scharf
       kritisiert. Guterres „verurteilt den Verlust von Menschenleben unter
       Zivilisten und ist zutiefst alarmiert über die steigende Zahl ziviler
       Opfer“, hieß es in einer Mitteilung, die sein Sprecher Stéphane Dujarric
       veröffentlichte. Die anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon
       gefährdeten die Waffenruhe im Irankrieg und die Bemühungen um einen
       umfassenden und dauerhaften Frieden in der Region. Guterres fordere alle
       Parteien auf, die Feindseligkeiten unverzüglich einzustellen, hieß es. (ap)
       
       ## Großbritannien: Schifffahrt durch Straße von Hormus muss gebührenfrei
       sein
       
       Großbritannien fordert eine gebührenfreie Schifffahrt durch die Straße von
       Hormus. „Die grundlegenden Freiheiten der Meere dürfen nicht einseitig
       entzogen oder an einzelne Bieter verkauft werden“, sagt Außenministerin
       Yvette Cooper laut vorab veröffentlichten Auszügen aus einer Rede. Damit
       stellt sie sich ‌den Bestrebungen Irans entgegen, die Meerenge zu
       kontrollieren und künftig Gebühren für die Durchfahrt zu erheben.
       
       Vor dem Krieg der USA und Israels gegen Iran galt die Meerenge formell als
       internationales Gewässer. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases
       wird durch die Wasserstraße transportiert. Es dürfe keinen Platz für
       Mautgebühren auf einer internationalen Wasserstraße geben, sagt Cooper.
       Zudem schließt sich Cooper der Forderung an, die kürzlich zwischen den USA
       und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe auf den Libanon auszuweiten.
       Israel hat zuletzt seine bislang schwersten Angriffe auf die von Iran
       unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon geflogen. (rtr)
       
       ## Trump: US-Kampftruppen bleiben in der Region
       
       Die USA wollen ihre verstärkte Militärpräsenz im Nahen Osten nach der
       Ankündigung einer Waffenruhe mit Iran laut Präsident Donald Trump vorerst
       nicht reduzieren. „Alle US-Schiffe, Flugzeuge und das gesamte
       US-Militärpersonal, inklusive zusätzlicher Munition, Waffen und allem
       anderen, was für die tödliche Verfolgung und Vernichtung eines bereits
       erheblich geschwächten Feindes geeignet und notwendig ist, bleiben in und
       um Iran stationiert, bis die tatsächliche Vereinbarung vollständig
       umgesetzt ist“, erklärte er am frühen Donnerstagmorgen (MESZ) auf seiner
       Plattform Truth Social, teils in der für ihn charakteristischen
       Großschreibung.
       
       Wenn dies aus irgendeinem Grund nicht passiere, „was höchst
       unwahrscheinlich ist“, dann werde das Schießen wieder losgehen, „größer und
       besser und heftiger, als es jemals jemand erlebt hat“, schrieb Trump. Trotz
       aller gegenteiligen Behauptungen sei vor langer Zeit vereinbart worden,
       dass der Iran keine Atomwaffen besitzen werde und „die Straße von Hormus
       offen und sicher sein wird“. (ap)
       
       ## Iran: Drei von zehn Verhandlungspunkten bereits verletzt
       
       Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagt, drei zentrale
       Punkte des Zehn-Punkte-Vorschlags seien bereits vor den für Freitag in
       Pakistan geplanten Verhandlungen mit den USA verletzt worden. Zu den
       Verstößen gehörten die Verletzung eines Waffenstillstands im Libanon, das
       Eindringen einer Drohne in ‌den iranischen Luftraum und die Verweigerung
       des Rechts des Iran auf Urananreicherung, schreibt Ghalibaf auf X. Unter
       solchen Umständen seien ein bilateraler Waffenstillstand oder Verhandlungen
       nicht sinnvoll. (rtr)
       
       Israel hebt Beschränkungen weitgehend auf 
       
       Nach der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sollen
       in Israel am Donnerstag zahlreiche Beschränkungen gelockert werden, die zu
       Beginn des Irankriegs Ende Februar im Rahmen des Ausnahmezustands
       eingeführt worden waren. Bis auf das Grenzgebiet zum Libanon im Norden
       könne das Leben in den anderen Landesteilen ab 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr
       MESZ) „zum normalen Maß“ zurückkehren, kündigten die Sicherheitsbehörden am
       Mittwoch an.
       
       Die Aufhebung der Beschränkungen bedeutet, dass Unternehmen wieder normal
       arbeiten und die Schulen wieder öffnen können. Der Donnerstag ist an den
       meisten Schulen der erste Tag nach den Pessach-Schulferien. Außerdem werden
       die heiligen Stätten in Jerusalem wieder geöffnet, darunter die Klagemauer,
       die Grabeskirche und die Al-Aksa-Moschee. Der Flughafen Ben Gurion in Tel
       Aviv erklärte, ab Mitternacht wieder in den Normalbetrieb gehen zu wollen.
       
       Allerdings bleiben Versammlungen in vielen Landesteilen weiter auf 1000
       Teilnehmer beschränkt. Außerdem gelten die neuen Regeln nur bis 20.00 Uhr.
       Die Sicherheitsbehörden warnten darüber hinaus, dass die Beschränkungen
       auch wieder eingeführt werden könnten, wenn sich die Situation verändere.
       (afp)
       
       ## Iran warnt: Straße von Hormus nur nach Abstimmung passieren
       
       Die iranische Hafenbehörde hat Schiffen davon abgeraten, ohne vorherige
       Abstimmung mit den iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus zu
       passieren. Die Behörde verwies in einer Mitteilung, die unter anderem über
       den staatlichen Nachrichtenkanal Khabar-Fouri und den Staatssender IRIB
       verbreitet wurde, auf die Gefahr von Minen in der wichtigen Meerenge nach
       Wochen des Krieges.
       
       Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, Iran habe den
       Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge aus Protest über die
       israelischen Angriffe im Libanon wieder eingestellt. Nach Angaben von Fars
       passierten nur zwei Öltanker die Straße von Hormus seit Beginn der
       Waffenruhe. (dpa)
       
       ## Vance: Libanon ist nicht Teil der Waffenruhe mit dem Iran
       
       Anders als Iran sieht US-Vizepräsident JD Vance den Libanon nicht in der
       vereinbarten Waffenruhe inbegriffen. Dass Iran davon ausgehe, sei ein
       Missverständnis, sagte Vance in Budapest. „Weder wir noch die Israelis
       haben gesagt, dass dies Teil der Waffenruhe sein würde.“
       
       Vance machte deutlich, dass die USA derlei Versprechen nie auch nur
       angedeutet hätten. „Was wir gesagt haben, ist, dass sich der
       Waffenstillstand auf Iran und die Verbündeten der USA konzentrieren würde“.
       Dazu zählen laut Vance neben Israel auch die arabischen Golfstaaten.
       
       Vertreter der iranischen Führung sehen in den andauernden Angriffen Israels
       gegen die mit Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon einen Verstoß
       gegen die Vereinbarung mit den USA. Auch nach Angaben des Vermittlers
       Pakistan gilt die Feuerpause ausdrücklich auch für den Libanon.
       
       Kurz vor den Äußerungen von Vance zog der iranische Parlamentspräsident
       Mohammed-Bagher Ghalibaf die Sinnhaftigkeit der Verhandlungen mit den USA
       in Zweifel. Er warf Washington vor, noch vor Beginn der Verhandlungen ihre
       Zusagen gebrochen zu haben – dabei verwies er wieder auf den Libanon. Zudem
       beklagte er das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum sowie
       dass Iran das Recht darauf verweigert werde, Uran anzureichern. „Daher
       machen Verhandlungen über eine bilaterale Waffenruhe auch keinen Sinn“,
       schrieb der ehemalige Militärkommandeur auf der Plattform X. Er soll
       Berichten zufolge auch die Verhandlungen mit den USA in Islamabad führen.
       (dpa)
       
       ## US-Delegation will Samstag Gespräche in Pakistan führen
       
       Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe im Irankrieg sollen dem Weißen Haus
       zufolge am Samstag direkte Verhandlungen mit Iran in der pakistanischen
       Hauptstadt Islamabad stattfinden. US-Präsident Donald Trump entsende dafür
       eine Delegation um Vizepräsident JD Vance, den Sondergesandten Steve
       Witkoff sowie Jared Kushner, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt in
       Washington. Erste Gespräche sollen demnach am Samstagmorgen (Ortszeit)
       stattfinden. In Pakistan ist es drei Stunden später als in Deutschland.
       
       Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif hatte zuvor Delegationen der USA
       und Irans für Gespräche eingeladen, um über ein endgültiges Abkommen zur
       Beilegung des Konflikts zu beraten. Pakistanischen Quellen zufolge könnten
       auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten an den Gesprächen
       teilnehmen. (dpa)
       
       9 Apr 2026
       
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