# taz.de -- J. D. Vance in Budapest: Attacken auf Brüssel, Schulterschluss mit Orbán
> US-Vizepräsident Vance nennt angebliche EU-Einmischung in ungarische Wahl
> „schändlich“. Von einer Bedrohung Ungarns durch die Ukraine will er
> nichts wissen.
(IMG) Bild: US-Vize-Präsident Vance und Ungarns Präsident Orban bei einer Pressekonferenz in Budapest
US-Vizepräsident J. D. Vance hat bei seinem Besuch in Budapest dem
ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán demonstrativ den Rücken
gestärkt. Die Reise fand nur fünf Tage [1][vor der ungarischen
Parlamentswahl] statt, die Orbán den Umfragen zufolge verlieren könnte. Sie
stand zudem im Schatten eines auslaufenden US-Ultimatums an Iran, das auch
die Journalistenfragen dominierte.
Vance erklärte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, er sei vor allem wegen
der „moralischen Zusammenarbeit“ der beiden Länder nach Budapest gereist,
als „Bekenntnis zur Verteidigung der westlichen Zivilisation“. Er wolle den
Ungarn nicht sagen, wen sie wählen sollen, sagte Vance. Um sich wenig
später dann offen für Orbán auszusprechen.
Mit harschen Worten griff Vance die „EU-Bürokraten“ und deren angebliche
„Einmischung“ in die bevorstehende Wahl an. „Sie haben versucht, Ungarns
Wirtschaft zu zerstören.“ Außerdem wirft er der EU vor: „Sie haben
versucht, die Kosten für ungarische Verbraucher in die Höhe zu treiben. Und
das alles, weil sie diesen Mann hassen“, sagte Vance in Richtung Orbán, der
sich bei dem Medientermin betont zurückhielt und die Bühne ganz seinem Gast
überließ.
Der US-Vizepräsident warf Westeuropa außerdem Versagen in der
Energiepolitik vor. Orbán hingegen sei in Fragen der Energiesicherheit „bei
weitem führend in Europa“. Tatsächlich ist es der ungarische
Ministerpräsident, der bei jeder Gelegenheit eine Energiekrise wittert,
weil angeblich [2][die Ukraine die Reparatur der von Russland beschädigten
Druschba-Pipeline] verzögere. Ungarn ist nach wie vor in höchstem Ausmaß
von russischem Öl und Gas abhängig.
## Schlüsselrolle in Verhandlungen
Für die [3][Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine] sprach
Vance Ungarn eine Schlüsselrolle zu. Trotz seiner geringen Größe sei das
Land ein weit wichtigerer und konstruktiverer Friedenspartner als fast
jedes andere weltweit.
Auf die Frage eines Journalisten nach einer angeblichen
Sicherheitsbedrohung Ungarns durch den ukrainischen Präsidenten Selenskyj
antwortete Vance knapp: „Mir ist nicht bekannt, dass Präsident Selenskyj
Viktor Orbán bedroht hat.“ Damit distanzierte er sich von Orbáns zentraler
Erzählung, dass die Ukraine eine existenzielle Bedrohung für Ungarn
darstelle.
7 Apr 2026
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(DIR) Florian Bayer
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