# taz.de -- Wirtschaftsweise für Tempolimit: Sparen drückt die Preise nicht
> Langsamer und überhaupt weniger Auto zu fahren, ist in vieler Hinsicht
> sinnvoll. Nur reicht es als Mittel gegen die hohen Spritpreise nicht aus.
(IMG) Bild: 130 als Tempolimit wäre auch schon schön. Noch besser wären maximal 100 km/h, um der Ölkrise und der Erderwärmung entgegenzuwirken
Endlich mal ein guter Vorschlag aus der marktradikalen Ecke: Die Ökonomin
Veronika Grimm, eine der Lieblingsberater:innen von
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), plädiert für [1][ein
temporäres Tempolimit], um den Bürger:innen zu signalisieren, die Lage
ernstzunehmen und Sprit zu sparen. Doch anders als die üblichen Vorschläge
mit sozialer Schlagseite, die sonst von Grimm kommen, findet dieser leider
nicht den Beifall der Ministerin.
Käme ein Tempolimit, hätte die Energiekrise wenigstens einen
Kollateralnutzen. Dass es wegen des Klimas und weniger Unfalltoten nötig
ist, liegt auf der Hand. Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland will
ohnehin ein Tempolimit. Aber die Christdemokrat:innen nicht. Vorläufig
jedenfalls. Denn die jetzige [2][Ölkrise] könnte auch die hartgesottenen
Geschwindigkeits-Junkies zum Umdenken zwingen.
Entspannt sich die Lage am [3][Persischen Golf] in den kommenden Wochen
nicht, werden nicht nur die Preise weiter steigen. Früher oder später wird
es dann einen Mangel geben. Für diesen Fall muss die Bundesregierung
Vorbereitungen treffen – tritt er nicht ein, umso besser. Kommt aber ein
echter Ölschock, ist eine schnelle Senkung des Verbrauchs wichtig.
Geschwindigkeitsbegrenzungen sind sofort umsetzbar, autofreie Sonntage oder
Homeoffice-Angebote ebenfalls.
Auch die Halbierung der Ticketpreise für den Fernverkehr und eine
Preissenkung für [4][das Deutschlandticket] sind schnell machbar und
sinnvoll. Allerdings: Die „Wirtschaftsweise“ Grimm fordert ein Tempolimit,
um gleichzeitig Maßnahmen zur Preiskontrolle zu verdammen. So einfach ist
die Sache aber nicht. Die hohen Preise sind wegen der damit verbundenen
Inflationsgefahr und der finanziellen Folgen für Gering- und
Durchschnittsverdienende ein Problem, das die Bundesregierung lösen muss.
Das ist komplex, wenn es nicht auf eine bloße Subventionierung der
[5][Mineralölkonzerne] hinauslaufen soll. Eine kluge Kombination von
Preisdeckel und Übergewinnsteuer könnte eine Lösung sein.
6 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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