# taz.de -- Ministerin Reiche und das EU-Klimaziel: Ministerium will keine Angriffe auf Emissionsziele erkennen
       
       > Wirtschaftsministerin Reiche fordert auf einer fossilen Energiekonferenz
       > mehr Flexibilität beim EU-Klimaziel. Hinterher heißt es, das bedeute
       > nichts.
       
 (IMG) Bild: Verursachte Unklarheit: Katherina Reiche (CDU)
       
       Nachdem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf der fossilen
       Energiekonferenz Ceraweek Ende März die EU-Klimaziele infrage gestellt hat,
       will ihr Ministerium davon nun nichts mehr wissen.
       
       Die Bundesregierung stehe zu den deutschen und europäischen Klimazielen und
       verfolge „einen Ansatz, der Klimaschutz, wirtschaftliche
       Wettbewerbsfähigkeit und soziale Ausgewogenheit zusammenbringt“, schreibt
       Staatssekretär Frank Wetzel in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des
       Grünen-Abgeordneten Julian Joswig, die der taz vorliegt. „Dort, wo diese
       Ausgewogenheit zu Lasten der Wirtschaftsleistung nicht gegeben ist, werden
       Anpassungen geprüft“, schreibt Wetzel weiter. Darauf weise Reiche „in
       öffentlichen Statements“ hin.
       
       Auf der Ceraweek sagte Reiche in Bezug auf das EU-Klimaziel, es müsse
       akzeptiert werden, „dass bis 2050 vielleicht noch eine Lücke von etwa 5
       oder 10 Prozent bestehen könnte“. So berichtet es das [1][Nachrichtenportal
       Politico]. „Wir müssen wieder flexibler werden, uns nicht nur mit
       100-prozentigen Lösungen zufriedengeben.“
       
       Die EU hat sich jedoch gesetzlich dazu verpflichtet, bis 2050 klimaneutral
       zu sein, also nur so viel CO2 auszustoßen wie auch gebunden wird. Eine
       „Lücke von etwa 5 oder 10 Prozent“ [2][widerspricht dem].
       
       ## Ministerium: Reiche hat sich zu Klimazielen bekannt
       
       „Ja, was denn nun?“, fragt deswegen der Grünen-Abgeordnete Joswig. „Mit
       solchen Aussagen wird Reiche zum Standortrisiko für eine zukunftsfähige
       Wirtschaft.“ Günstige und bezahlbare Energie gebe es nur mit erneuerbaren
       Energien und ausreichenden Speicherkapazitäten. „Darum sollte sich die
       Ministerin kümmern, statt ständig bereits beschlossene Ziele infrage zu
       stellen.“
       
       Im Koalitionsvertrag [3][bekennt sich die Bundesregierung] zu den deutschen
       und europäischen Klimazielen. Das Bundeswirtschaftsministerium teilt auf
       taz-Anfrage mit, Reiche habe sich mehrfach öffentlich zu den Klimazielen
       bekannt, auch während der Ceraweek. Daran habe sich nichts geändert. Ob
       diese Bekenntnisse zu den Klimazielen und ihre Aussagen zur Lücke von 5 bis
       10 Prozent sich nicht widersprächen, ließ ein Sprecher offen.
       
       7 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.politico.eu/article/german-energy-minister-katherina-reiche-says-eu-should-relax-net-zero-target/
 (DIR) [2] /Auf-fossiler-Energiekonferenz-in-Texas/!6165526
 (DIR) [3] /Klimaaktivistin-ueber-Letzte-Generation/!6164563
       
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 (DIR) Jonas Waack
       
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