# taz.de -- Ölkrise und Iran-Krieg: Merz rüffelt US-Pläne für Kauf von Putins Öl
       
       > Die US-Regierung lockert die Sanktionen auf russisches Öl, wenn auch nur
       > befristet. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert den Schritt scharf.
       
 (IMG) Bild: Merz in Norwegen: „Druck auf Moskau erhöhen“
       
       ap/dpa/taz | Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert die Entscheidung der
       USA zu einer Lockerung von Sanktionen auf russisches Öl. „Jetzt Sanktionen
       zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch“,
       sagte der CDU-Politiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
       Ministerpräsident Jonas Gahr Støre auf der norwegischen Insel Andoya.
       
       Merz wies darauf hin, dass Russland weiter keine Verhandlungsbereitschaft
       zu einer Beendigung seines Krieges gegen die Ukraine zeige. „Wir werden
       deshalb und müssen den Druck auf Moskau weiter erhöhen.“
       
       US-Finanzminister Scott Bessent hatte in der Nacht zu Freitag mitgeteilt,
       dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf
       Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern.
       Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.
       Bessent versicherte, der Schritt werde der russischen Regierung „keine
       wesentlichen finanziellen Vorteile bringen“.
       
       Friedrich Merz sagte, dass im Kreis der Staats- und Regierungschefs der
       großen Industriestaaten (G7) kürzlich auch mit US-Präsident Donald Trump
       über die Frage der Öl- und Gaslieferungen aus Russland gesprochen worden
       sei. „Es gab eine sehr klare Meinung von sechs Mitgliedern der G7, dass
       dies nicht das richtige Signal ist. Wir haben dann heute Morgen erfahren,
       dass sich die amerikanische Regierung offensichtlich anders entschieden
       hat.“
       
       ## Explodierende Rohölpreise durch Irankrieg
       
       Die USA haben wegen des russischen Invasionskrieges gegen die Ukraine
       russisches Öl mit Sanktionen belegt. Nach Beginn des Iran-Kriegs vor knapp
       zwei Wochen [1][sind die Rohölpreise jedoch in die Höhe geschossen], weil
       Teheran die Straße von Hormus praktisch gesperrt hat.
       
       Durch diese Meerenge [2][werden etwa 20 Prozent des weltweit geförderten
       Erdöls verschifft]. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur
       sind das normalerweise etwa 20 Millionen Barrel pro Tag. Experten schätzen,
       dass in der vergangenen Woche etwa 125 Millionen Barrel russisches Öl auf
       Tankern verladen waren.
       
       US-Präsident Trump hatte Anfang dieser Woche signalisiert, dass er weitere
       Maßnahmen ergreifen werde, um die Beschränkungen für sanktioniertes Öl zu
       lockern und so den Ausfall von Öl auf dem Markt auszugleichen. „Wir haben
       Sanktionen gegen einige Länder verhängt“, sagte Trump am Montag. „Wir
       werden diese Sanktionen aufheben, bis die Straße (von Hormus) wieder offen
       ist.“
       
       ## Der US-Finanzminister und seine vorübergehende Störung
       
       Der vom Finanzministerium verkündete Schritt folgt auf die vorübergehende
       Genehmigung der Trump-Regierung, Indien den Kauf von russischem Öl zu
       erlauben. Bessent versicherte im Kurznachrichtendienst X, der rasante
       Anstieg der Rohölpreise sei nur „eine kurzfristige und vorübergehende
       Störung, die langfristig einen enormen Nutzen für unser Land und unsere
       Wirtschaft bringen wird“.
       
       Russland und Iran gelten als Verbündete im „Kampf gegen den Westen“. Die
       Reaktionen des Kremls auf die Tötung des iranischen Obermullahs Ali
       Chamenei [3][fielen dementsprechend scharf aus]. Russlands Präsident
       Wladimir Putin gratulierte dann auch Ali Chameneis Sohn und Nachfolger
       Modschtaba Chamenei herzlich zu seinem neuen Diktatorenamt. Praktische
       Unterstützung seitens Moskau blieb aber aus.
       
       13 Mar 2026
       
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