# taz.de -- Hohe Spritpreise in Deutschland: Reiche will weder Tempolimit noch Steuerrabatte
> Die Wirtschaftsministerin erwägt allenfalls eine höhere Pendlerpauschale
> und denkt über eine Senkung der Stromsteuer nach. Andere staatliche
> Eingriffe lehnt sie ab.
(IMG) Bild: Katherina Reiche (CDU) macht weiter Klientelpolitik im Sinne der Industrie
Augsburg/Berlin afp/dpa | Bundeswirtschaftsministerin [1][Katherina Reiche]
hat sich gegen die Einführung eines Tempolimits und autofreier Sonntage
ausgesprochen, um Kraftstoff zu sparen. Angesichts hoher Spritpreise hält
sie es für denkbar, [2][die Pendlerpauschale temporär anzuheben]. „Das
entlastet zielgenau die, die auf das Auto angewiesen sind“, sagte die
CDU-Politikerin der Augsburger Allgemeinen.
„Wir überlegen in der Koalition auch, die Stromsteuer für private Haushalte
zu senken. Das hilft zwar an der Tankstelle nicht, aber es hilft, die
Gesamtenergierechnung der Haushalte zu senken. Die ist in Deutschland zu
hoch“, führte die Ministerin aus.
Mit Blick auf Lieferausfälle durch die Sperrung der Straße von Hormus als
Folge des Irankriegs sagte Reiche: „In Deutschland und Europa steht
ausreichend Gas und Öl zur Verfügung, wir beziehen nur sehr geringe Mengen
aus dem Nahen Osten.“ Es sei genügend Benzin, Diesel und auch Kerosin für
Flugzeuge vorhanden.
Nach Ansicht der Ministerin hätte es keinen nennenswerten Effekt, wenn
Autofahrer langsamer über die Autobahn führen oder den Wagen an einem Tag
in der Woche stehen lassen müssten. „Übrigens wird der Preis für Benzin und
Diesel auch nicht auf der deutschen Autobahn gebildet, sondern auf dem
Weltmarkt. Tempolimit und autofreie Sonntage hätten darauf keinen
merklichen Einfluss“, sagte Reiche.
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hatte ein Tempolimit als durchaus
kluges Signal bezeichnet, „damit die Menschen die Situation ernst nehmen“.
Finanzminister Lars Klingbeil und Verbraucherschutzministerin Stefanie
Hubig, beide von der SPD, sprachen sich für einen „flexiblen Preisdeckel“
aus, der extreme Ausschläge an der Zapfsäule verhindern soll.
## Reiche: Zeitweise Kfz-Steuersenkung ist zu unspezifisch
Reiche lehnt trotz hoher Kraftstoffpreise außerdem Steuerrabatte auf Benzin
und Diesel ab. „Das haben wir aktuell nicht vor“, sagte Reiche ebenfalls
der Augsburger Allgemeinen. Mit Blick auf jüngst beschlossene
Steuersenkungen in Italien und Österreich fügte Reiche an: „Die Preise an
den Zapfsäulen sind in den angesprochenen Ländern auch nicht gesunken. So
wie übrigens auch beim deutschen Tankrabatt, den es 2022 nach dem Angriff
Russlands auf die Ukraine gab.“
Auch eine Senkung der Kfz-Steuer sieht Reiche kritisch. Die Ministerin
sagte dazu: „Die Wirkung einer zeitweisen Senkung der Kfz-Steuer ist aus
meiner Sicht zu unspezifisch. Sie käme auch denjenigen zugute, die die
hohen Preise wegen ihres großen Einkommens verschmerzen können oder
denjenigen, die mit ihrem Auto nicht zur Arbeit fahren.“ Entlastungen
müssten „zielgerichtet und zeitlich befristet sein“.
4 Apr 2026
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