# taz.de -- Geplante Einsparungen bei Krankenkassen: Schmaler Grat zwischen gerecht und ungerecht
       
       > Die Regierung will die kostenlose Mitversicherung Familienangehöriger
       > einschränken. Der Plan lässt jedoch noch viele offene Fragen zurück.
       
 (IMG) Bild: Wer ist in Zukunft bei mitversichert? Und wer nicht?
       
       Es ist schon länger ein Gerechtigkeitsthema und wird jetzt wieder aktuell,
       wo die Krankenkassen Geld sparen sollen: In den gesetzlichen Krankenkassen
       soll die kostenlose Mitversicherung von Kindern und Ehepartner:innen
       eingeschränkt werden. Der Vorschlag ist Teil eines Sparpaketes, das am
       kommenden Montag als Diskussionsgrundlage einer Regierungskommission
       offiziell vorgestellt wird.
       
       Bisher sind Ehepartner:innen, deren Einkommen die Minijobgrenze von rund
       600 Euro im Monat nicht übersteigt, kostenlos mitversichert, wenn etwa der
       Mann in einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Gleiches gilt für die Kinder.
       Würde die kostenlose Mitversicherung von Ehefrauen abgeschafft, die weder
       Kinder betreuen noch Angehörige pflegen – dies ist offenbar der Vorschlag –
       so wäre das vertretbar.
       
       Denn wenn sich Frauen quasi per Heirat eine kostenlose Krankenversicherung
       verschaffen können, auch wenn sie nicht oder nur im [1][Minijob] arbeiten
       und keine Kinder betreuen, so ist das eine Ungleichbehandlung gegenüber
       Doppelverdiener-Partnerschaften, wo beide auf ihren Arbeitslohn
       Krankenversicherungsbeiträge entrichten müssen.
       
       ## Kein Wundermittel für Einsparungen
       
       In der Praxis dürfte sich diese Einschränkung so auswirken, dass etwa
       minijobbende Frauen aufstocken auf einen Teilzeitjob, auf den sie dann
       Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Frauen, die nicht arbeiten, müssten
       den Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte in die [2][gesetzliche
       Krankenkasse], also etwa 230 Euro im Monat zahlen. Das ist viel.
       
       Und es bleiben Fragen: Bis zu welchem Alter der Kinder soll die
       Versicherungsfreiheit gelten? Wie zum Beispiel sollen ältere kranke
       Ehepartner:innen ihre Krankenversicherung bezahlen, wenn für sie die
       Gratisvariante nicht mehr existiert? Rein statistisch gibt es etwa eine
       Million kostenlos mitversicherte Ehepartner:innen, die ohne Kinder im
       Haushalt leben. Auch mit Teilzeitjobs würden sie nur geringe
       [3][Krankenkassenbeiträge] entrichten. Ein Wundermittel für Einsparungen
       ist dieser Vorschlag also nicht.
       
       25 Mar 2026
       
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 (DIR) Barbara Dribbusch
       
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