# taz.de -- Krankenkasse und Spardebatte: Ehepartner:innen sollen extra zahlen
       
       > Die Finanzkommission Gesundheit schlägt Einschränkungen bei der
       > kostenlosen Familienversicherung der Gesetzlichen Krankenkassen vor. Es
       > folgt Empörung.
       
 (IMG) Bild: Für manche bisher Mitversicherte könnte die Krankenversicherung teurer werden
       
       Berlin taz | Sparvorschläge aus der Finanzkommission Gesundheit, die vorab
       schon bekannt geworden sind, ernten heftige Proteste. Aus Medienberichten
       geht hervor, dass die Kommission in ihrem Sparpaket unter anderem den
       Vorschlag macht, die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen in
       der gesetzlichen Krankenkasse einzuschränken, um Geld zu sparen. Die
       Vorschläge sollen am Montag vorgestellt werden.
       
       Nach einem Bericht des [1][Handelsblatts] soll die [2][kostenlose
       Mitversicherung für Ehepartner:innen] abgeschafft werden, wenn diese
       keine Kinder im Alter von unter sechs Jahren betreuen oder Angehörige
       pflegen. Den bekanntgewordenen Plänen zufolge soll künftig ein Beitrag von
       monatlich 225 Euro für die Kranken- und Pflegeversicherung fällig werden,
       wenn ein:e Ehepartner:in vorher kostenlos mitversichert war.
       
       CSU-Chef Markus Söder hat den Vorschlag in der Augsburger Allgemeinen
       bereits kritisiert, es sei „völlig absurd, Familien zusätzlich zu
       belasten“. Die Präsidentin des Sozialverbandes, Verena Bentele, erklärte,
       wer die Familienversicherung abschaffe, „schwächt den sozialen
       Zusammenhalt“. Der Deutsche Gewerkschaftsbund mahnte: „Care-Arbeit darf
       nicht bestraft werden.“
       
       Allerdings geht es bei dem Vorschlag nicht darum, die kostenlose
       Mitversicherung von Kindern abzuschaffen oder von Eltern, die Kinder
       betreuen. Es geht, soweit bekannt, nur um Ehepartner:innen, die nicht oder
       nur wenig arbeiten und keine kleinen Kinder haben.
       
       ## Anteil der Familienversicherten sinkt
       
       Bisher können Ehepartner:innen und Kinder beitragsfrei versichert
       werden, wenn der oder die Hauptverdiener:in in der gesetzlichen
       Krankenkasse versichert ist und das Einkommen der Partner:in im Monat 565
       Euro oder, bei einem Minijob, 603 Euro im Monat nicht überschreitet.
       
       Von den rund 74 Millionen Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen
       sind insgesamt 15,6 Millionen Personen beitragsfrei mitversichert, davon
       aber sind [3][die meisten Kinder] und nur etwas über 2 Millionen davon sind
       Ehepartner:innen. Der Anteil der kostenlos Mitversicherten ist in den
       vergangenen Jahren stetig [4][zurückgegangen,] auch weil immer mehr Mütter
       arbeiten.
       
       Laut Bundesstatistik lebt die Hälfte der Eheleute in Haushalten ohne
       Kinder. Schätzungsweise wären also mehr als eine Million Personen, zumeist
       Ehefrauen, von der Kürzung betroffen.
       
       ## Schon ein Teilzeitjob führt zur Krankenversicherung
       
       Allerdings kann schon ein Teilzeitjob über der Minijobgrenze, ein
       sogenannter [5][Midijob,] dazu führen, dass eine bislang kostenlos
       versicherte Ehefrau eine eigene Krankenversicherung bekommt und einen
       eigenen Krankenversicherungsbeitrag zahlt. Für einen Teilzeitjob von 700
       Euro etwa, einem sogenannten Midijob, sind als Arbeitnehmerbeitrag rund 29
       Euro monatlich an die Krankenkasse zu zahlen. Die Arbeitnehmerbeiträge
       dieser gering bezahlten Jobs sind laut Gesetz reduziert.
       
       Die in dem Papier genannte Zahl von monatlich 225 Euro an Kranken- und
       Pflegeversicherungsbeiträgen könnte also nur gelten, wenn etwa die Frau gar
       nicht arbeitet. Die 225 Euro entsprechen in etwa dem Mindestbeitrag, der
       für freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherte fällig wird.
       
       In der Vergangenheit wurde die kostenlose Mitversicherung oft kritisiert,
       auch weil sie Ehefrauen davon abhalte, sich eine Tätigkeit zu suchen, die
       mehr ist als ein beitragsfreier Minijob. Die kostenlose Mitversicherung
       führe zur „Minijobfalle“, so die Kritik.
       
       25 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gesundheitsreform-koalition-will-mitversicherung-von-ehepartnern-abschaffen-02/100207217.html
 (DIR) [2] /Zahl-der-Eheschliessungen-auf-Rekordtief-Das-Fehlen-der-feministischen-Maenner/!6151016
 (DIR) [3] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Statistiken/GKV/Mitglieder_Versicherte/KM1_Januar_bis_Februar_2026.pdf
 (DIR) [4] http://ww.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Gesundheitswesen/Datensammlung/PDF-Dateien/abbVI6.pdf
 (DIR) [5] https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Arbeitnehmer-und-Selbststaendige/04_Mini-Midi-und-Nebenjobs/mini-midi-und-nebenjobs_node.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Barbara Dribbusch
       
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