# taz.de -- Wolfram Weimer auf der Buchmesse: Unfreundlicher Empfang für den Kulturkampf-Staatsminister
       
       > Kulturstaatsminister Weimer wird bei der Eröffnung der Leipziger
       > Buchmesse ausgebuht. Der Börsenverein erneuert seine Generalkritik an dem
       > Politiker.
       
 (IMG) Bild: Buhs und Zwischenrufe: Wolfram Weimer bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Mittwochabend
       
       dpa/epd/taz | In Leipzig hat am Donnerstag die Buchmesse für
       Besucher:innen geöffnet. Insgesamt 2.044 Verlage und Medienunternehmen
       aus 54 Ländern beteiligen sich bis Sonntag an dem Frühjahrsbranchentreff.
       Überschattet wird die Messe von den andauernden Debatten um
       Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos, für CDU).
       
       Weimer wollte zunächst am ersten Messetag einen Rundgang absolvieren,
       [1][sagte diesen Programmpunkt jedoch wenige Tage zuvor ab]. Wegen seiner
       umstrittenen kulturpolitischen Entscheidungen demonstrierten anlässlich der
       feierlichen Eröffnung der Buchmesse am Mittwochabend nicht nur mehrere
       hundert Menschen auf der Straße gegen Weimers Politik.
       
       Auch beim Eröffnungs-Festakt selbst im Leipziger Gewandhaus kam der
       Kultur-Mann schlecht weg. Ein Teil des Publikums buhte den Staatsminister
       aus. Zudem wurde seine Rede immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen.
       
       Weimer hatte bei der Gelegenheit erklärt, er nehme die Kritik ernst. Er
       habe selbst als Journalist und Verleger für die Meinungsfreiheit und gegen
       einen übergriffigen Staat gekämpft. „Die Kategorie der Freiheit und die
       Kategorie der Förderung aber sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Damit
       es ganz klar ist.“ Wenn es um eine aktive Förderung mit Steuergeld gehe,
       habe der Staat eine Sorgfaltspflicht. „Mein Staat sollte alle Extremisten
       gleichermaßen ablehnen: Rechte, Linke, Islamisten“, sagte Weimer.
       
       ## Börsenverein: Weimer beschneidet Meinungskorridor
       
       Unterdessen hat der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels,
       Sebastian Guggolz, das Vorgehen von Wolfram Weimer [2][im Zusammenhang mit
       dem Deutschen Buchhandlungspreis] erneut scharf kritisiert. Im
       WDR-5-„Morgenecho“ sagte er am Donnerstag, Weimer mache „links die Räume
       enger“ und beschneide damit den von ihm selbst propagierten breiten
       Meinungskorridor.
       
       Anlass ist die Entscheidung, [3][drei Buchhandlungen in Berlin, Bremen und
       Göttingen von der Nominiertenliste zu streichen]. Weimer hatte die
       Streichung der Buchläden mit „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“
       begründet. Guggolz bemängelte nun, Weimer bezeichne die Häuser weiterhin
       als „linksextrem“ oder „Verfassungsfeinde“, ohne dass dafür eine belastbare
       Faktenlage vorliege.
       
       „Und diese Intransparenz des kompletten Vorgangs von A bis Z, die müssen
       wir Herrn Weimer nach wie vor vorwerfen“, kritisierte Guggolz. Weder seien
       konkrete Vorwürfe offengelegt noch die betroffenen Buchhandlungen angehört
       worden. Entscheidungen ohne nachvollziehbare Grundlage erzeugten
       Verunsicherung in der Branche und seien „hochbedenklich“, sagte er.
       
       Weimer hatte beim Eröffnungs-Festakt der Buchmesse vorgeschlagen, den
       Buchhandelspreis mit dem Börsenverein und anderen Partnern
       weiterzuentwickeln.
       
       19 Mar 2026
       
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       reichlich spät.