# taz.de -- Teures Benzin: Sorry, liebe Wutbürger!
> Vermutlich muss Sprit noch viel teurer werden, bis es auch der letzte
> Autofahrer merkt, dass er sich nur mit einem Stromer von der Ölmafia
> lösen kann.
(IMG) Bild: Da geht noch was, da ist noch Raum nach oben
Sorry, liebe Wutbürger: Auch wenn der Preishammer an den Tankstellen vielen
und gerade den sozial Schwächeren wehtut – die Spritpreise sind in
Deutschland einfach noch viel zu niedrig. Das ist keine grünversiffte
Illusion, das ist Klimaschutz und die einzig mögliche Antwort auf eine
bereits weit vorangeschrittene Verkehrswende.
Donald Trump führt die USA gerade in den zweiten Kriegsschlag ums Öl – seit
Jahresbeginn. Die beste Versicherung gegen die Abhängigkeit von den
Fossilen sind E-Autos. Sie helfen dem Klima, schaffen Jobs und schützen uns
vor fossilen Oligarchen. Wer jetzt schon mit grünem Strom fährt, ist gegen
die Flummibewegungen der neuen Geopolitik ganz gut gefeit. Der Preisschock
an den Zapfsäulen durch den [1][Iran-Krieg] belastet die Fahrer*innen
von Benzinautos fünfmal so stark wie jene von Stromern.
Alle [2][E-Autos] weltweit sparen heute schon zwei Drittel des Öls ein, das
durch die [3][Straße von Hormus] transportiert wird. Außerdem werden sie
preislich immer attraktiver gegenüber Benzinern. Doch EU und
Bundesregierung setzen auf ein ökologisches Rollback. Am Dienstag berieten
die EU-Umweltminister*innen über abgeschwächte Flottengrenzwerte und
Aufweichung des Verbrenner-Verbots.
Das wird den Umstieg in Europa verlangsamen – und könnte die deutschen
Hersteller, die weiter auf PS setzen, eines Tages als die Nokias der
Autobranche enden lassen. Gleichzeitig schwächt [4][Wirtschaftsministerin
Katherina Reiche] günstige heimische Energiequellen wie Wind und Sonne. Und
sie präsentierte am Dienstag ein Tankstellenpaket, über das selbst der ADAC
sagte, dass es vorerst die Spritpreise sogar anziehen lassen werde.
Man müsste sie dafür fast beglückwünschen. Noch besser sollte Reiche
fossile Subventionen abbauen und Diesel und Benzin verteuern. Als die
Grünen Ende der 90er 5 Mark für einen Liter Benzin forderten, wurden sie
bei den Wahlen abgestraft. Wahrscheinlich muss der Sprit heute aber noch
viel kostspieliger werden, bis der letzte Autofahrer merkt, dass er sich
nur mit einem Stromer von der Ölmafia lösen kann.
17 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Kai Schöneberg
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