# taz.de -- Konsequenzen aus den ICE-Skandalen: US-Heimatschutzministerin Kristi Noem abgesetzt
> Sie hatte der brutalen US-Abschiebungskampagne durch die ICE-Einheiten
> ein Gesicht gegeben. Jetzt muss Heimatschutzministerin Kristi Noem gehen.
(IMG) Bild: Zeigte sich als hart und unmenschlich: Kristi Noem posiert in El Salvadors berüchtigtem Cecot-Gefängnis
Es ist der erste große Personalwechsel in US-Präsident Donald Trumps
zweiter Amtszeit. Die immer stärker in die Kritik geratene
Heimatschutzministerin [1][Kristi Noem] muss nach etwas mehr als einem Jahr
im Amt den Platz räumen. Dies verkündete Trump am Donnerstag in einem Post
auf Truth Social. Als möglichen Nachfolger nannte er den republikanischen
Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma.
Die ehemalige Gouverneurin des US-Bundesstaates South Dakota wird aber
nicht ganz aus der Regierung ausscheiden. Trump erklärte, dass Noem künftig
als Sonderbeauftragte für die „Shield of Americas“-Initiative agieren
würde. Diese neue Sicherheitsinitiative für die gesamte westliche
Hemisphäre soll vom US-Präsidenten am Wochenende offiziell vorgestellt
werden.
„Ich danke Kristi für ihre Dienste für das Heimatland“, schrieb Trump auf
Truth Social. Er hob auch hervor, dass Noem während ihrer umstrittenen Zeit
an der Spitze des US-Heimatschutzministeriums (DHS) „zahlreiche und
spektakuläre Ergebnisse“ erzielt habe, besonders im Bereich des
Grenzschutzes. Laut der US-Regierung ist die Zahl der täglichen Aufgriffe
von illegalen Einwanderern im Vergleich zu den Spitzenwerten unter
Ex-Präsident Joe Biden [2][um mehr als 95 Prozent zurückgegangen].
In ihrer neuen Position soll Noem gemeinsam mit Außenminister Marco Rubio
und Verteidigungsminister Pete Hegseth den Kampf gegen Drogenkartelle
weiter vorantreiben. Zwar erwecken die offiziellen Meldungen der Regierung
den Eindruck, dass Noem lediglich versetzt worden sei, doch dieser Eindruck
täuscht. Der Schritt vom Ministerposten im Regierungskabinett zu einer
Sonderbeauftragten ist eine klare Degradierung.
## Zu viele Fehltritte
US-Medienberichten zufolge war es Noems desaströse Vorstellung während
einer Senatsanhörung in dieser Woche, die für Trump das Fass zum Überlaufen
brachte. Der republikanische Senator John Kennedy hatte Noem bezüglich
einer Werbekampagne befragt, in der Noem illegale Einwanderer auffordert,
das Land freiwillig zu verlassen. Diese Werbekampagne soll über 220
Millionen Dollar gekostet haben.
Auf die Frage, ob der Präsident davon gewusst habe, sagte Noem: „Ja.“ Am
Donnerstag erklärte Trump gegenüber Reuters allerdings, dass er die
Werbekampagne nicht abgesegnet habe.
Bereits vor der Senatsanhörung geriet Noem aufgrund ihrer
verschwenderischen Reisen, möglichen krummen Geschäften und einer
angeblichen Affäre immer mehr in die Kritik. Ihr Auftreten in
schusssicherer Weste und viel Make-up brachte ihr zudem den Spitznamen „ICE
Barbie“ ein. Die Einwanderungsbehörde ICE ist ein Teil des Ministeriums.
Unter Noem hat das DHS die Einwanderungsrazzien im ganzen Land drastisch
ausgeweitet. Im Januar kam es dann zu den [3][tödlichen Schüssen] auf Renée
Good und Alex Pretti in Minneapolis. Abgedrückt hatten in beiden Fällen
jeweils Beamte von ICE und CBP, die der DHS unterstellt sind. Das führte zu
großen Protesten und [4][Rücktrittsforderungen].
Demokraten zogen sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen Noem in Erwägung.
Viele von ihnen bejubelten daher die jetzige Entscheidung des Präsidenten.
Senatorin Amy Klobuchar aus Minnesota sagte, dass die Entscheidung „lange
überfällig“ gewesen sei. Der Fraktionsvorsitzende im US-Repräsentantenhaus
Hakeem Jeffries erklärte auf einer Pressekonferenz: „Gut, dass wir sie los
sind. Sie war eine Katastrophe.“
## Wie geht’s weiter mit dem Ministerium?
An der Parteiposition zum anhaltenden [5][Shutdown des Ministeriums], der
seit 14. Februar besteht, ändere der Personalwechsel allerdings nichts,
fügte Jeffries hinzu. Republikaner haben Demokraten in den vergangenen
Tagen dazu aufgefordert, die Finanzierung des Ministeriums wieder
herzustellen, da sich mit dem Angriff auf Iran auch die Sicherheitslage
innerhalb der USA verschärft habe. Demokraten verlangen eine Reform von
ICE, bevor sie einer DHS-Finanzierung zustimmen.
Mit dem Senator Markwayne Mullin hat Trump einen loyalen Anhänger als
Nachfolger auserkoren. Der aus Oklahoma stammende Mullin sitzt seit 2013 im
US-Kongress. Nach zunächst zehn Jahren als Abgeordneter im
Repräsentantenhaus ist er seit 2023 Senator.
Es wird davon ausgegangen, dass Mullin, sollte er vom Senat bestätigt
werden, die Einwanderungspolitik des Präsidenten weiter rigoros fortsetzen
wird. Mullin, der Teil des indigenen Volkes der Cherokee ist, gehört zum
MAGA-Flügel der Republikaner. Trotzdem unterstützt er das militärische
Vorgehen des Präsidenten in Iran.
Laut Trump soll Mullin bereits am 31. März Noems Ministerposten einnehmen.
Ob dies auch so sein wird, hängt vom Senat ab.
6 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /US-Ministerin/!6080582
(DIR) [2] https://www.dhs.gov/news/2026/03/05/thanks-president-trump-and-secretary-noem-america-safer
(DIR) [3] /Wieder-toedliche-Schuesse-in-Minneapolis/!6148489
(DIR) [4] /Nach-ICE-Einsaetzen-in-den-USA/!6150018
(DIR) [5] /Demokraten-verlangen-ICE-Reformen/!6153268
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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