# taz.de -- Folgen des Shutdowns: ICE soll für Ordnung an US-Flughäfen sorgen
> Demokraten und Republikaner können sich auf keinen Kompromiss
> verständigen, um die Finanzlücke zu schließen. Jetzt sollen ICE-Beamte an
> die Flughäfen.
(IMG) Bild: US-Grenzschutzbeauftragter Tom Homan schickt ICE-Beamte an Flughäfen
Lange Schlangen und stundenlanges Warten an zahlreichen US-Flughäfen. Das
sind bisher die deutlichsten Folgen des Shutdowns des
Heimatschutzministeriums DHS. Da sich Demokraten und Republikaner bislang
auf keinen Kompromiss verständigen konnten, um die bestehende Finanzlücke
zu schließen, entsendet die US-Regierung nun Beamte der
Einwanderungsbehörde ICE an die betroffenen Flughäfen. Diese sollen dabei
helfen, das dortige Chaos einzudämmen.
Kritiker bezweifeln, dass die kurzfristige Entscheidung, ICE-Beamte zu
entsenden, wirklich einen Unterschied machen wird. Der
US-Grenzschutzbeauftragte Tom Homan erklärte am Sonntag, dass an den
finalen Details noch gefeilt werde, doch ICE-Beamte werden ab Montag an
mehreren Flughäfen stationiert sein, um den Mitarbeitern der
Transport-Sicherheitsbehörde TSA unter die Arme zu greifen. „Wir werden
morgen an den Flughäfen sein und der TSA dabei helfen, die Warteschlangen
zügiger abzuwickeln“, sagte Homan im Interview mit CNN.
Ob ICE-Beamte dazu in der Lage sein werden, die Wartezeiten an den
Sicherheitskontrollen wirklich zu reduzieren, bleibt abzuwarten. Demokraten
sind davon nicht überzeugt. „Das Letzte, was das amerikanische Volk
braucht, ist, dass ungeschulte ICE-Agenten an Flughäfen im ganzen Land
eingesetzt werden – womöglich, um sie zu misshandeln oder, in einigen
Fällen, zu töten“, warnte der demokratische Fraktionsvorsitzende Hakeem
Jeffries.
Die Idee, [1][ICE-Beamte] zur Kontrolle von Flugpassagieren einzusetzen,
wurde zum ersten Mal am Samstag von US-Präsident Donald Trump in einen Post
auf Truth Social geäußert. Grund dafür ist der anhaltende
Finanzierungsstreit im Kongress.
## Shutdown begann im Februar
Demokraten zeigen sich zwar offen dafür, einen neuen Haushaltsplan für das
Ministerium zu verabschieden. Doch nur, wenn es zu grundlegenden Reformen
bei ICE komme. Republikaner lehnen dies bislang ab. Ausbaden müssen das
politische Tauziehen tausende Reisende und TSA-Mitarbeiter, die seit Wochen
ohne Bezahlung ihre Arbeit verrichten müssen. Die Finanzierung des
Heimatschutzministeriums lief am 14. Februar aus. Auslöser waren die
tödlichen Schüsse auf Renée Good und [2][Alex Pretti] durch Beamte von ICE
sowie der Grenzschutzbehörde CBP.
Demokraten forderten nach den Vorfällen in Minneapolis im Januar
Veränderungen, [3][um dem gewalttätigen Vorgehen von ICE] Einhalt zu
gebieten. Da die Einwanderungsbehörde aber nur eine von mehreren Behörden
innerhalb des Ministeriums ist, sind auch die US-Küstenwache, die
Katastrophenschutzbehörde FEMA und eben die für die Sicherheitskontrollen
an Flughäfen zuständige TSA vom Shutdown betroffen.
Seit dem Beginn des Shutdowns gibt es sowohl mehr Abwesenheitsmeldungen als
auch Kündigungen unter TSA-Beamten. Dies führte dazu, dass Passagiere
Wartezeiten von mehreren Stunden an den Sicherheitskontrollen in Kauf
nehmen mussten.
An manchen Flughäfen betrug die Abwesenheitsrate von TSA-Mitarbeitern in
der vergangenen Woche bis zu 40 Prozent. Über 400 Personen haben gekündigt.
US-Verkehrsminister Sean Duffy warnte davor, dass kleinere Flughäfen im
Land den Betrieb vorübergehend ganz einstellen müssten, wenn der Shutdown
nicht schnell ein Ende finden sollte. Die Situation erhöht auch den Druck
auf Demokraten im Kongress. Diese hatten erst am Samstag versucht, ein
Haushaltsgesetz speziell für TSA zu verabschieden. Republikaner blockierten
dies.
ICE selbst ist aufgrund einer Finanzspritze von 75 Milliarden US-Dollar aus
dem vergangenen Jahr vom aktuellen DHS-Shutdown am wenigsten betroffen. Im
Kongress gehen die Verhandlungen weiter. Trotzdem sollten Menschen, die in
den kommenden Tagen eine Flugreise in den USA antreten wollen, viel Geduld
mitbringen.
23 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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