# taz.de -- Reaktionen auf den Koalitionsvertrag: Zwischen Licht und Schatten
> Stimmen aus der Wirtschaft äußern sich gemischt zu den Plänen der
> künftigen brandenburgischen Bündnispartner. Die IHK vermisst im Vertrag
> die Expo.
(IMG) Bild: „Verantwortung für Brandenburg“, ist der Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU betitelt
Mit Lob, aber auch Kritik haben Wirtschaftsverbände, die Berliner
Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)
auf den Entwurf des Koalitionsvertrags reagiert, den die designierten
künftigen brandenburgischen Regierungspartner SPD und CDU [1][am Mittwoch
in Potsdam vorgelegt haben].
„Der Koalitionsvertrag geht in vielen Punkten in die richtige Richtung“,
äußerte sich Alexander Schirp, Chef der Unternehmensverbände
Berlin-Brandenburg (UVB) als Spitzenverband der regionalen Wirtschaft. Er
lobte zudem, dass sich SPD und CDU rasch auf eine Zusammenarbeit geeinigt
hätten.
Rund sechs Wochen lang hatten die beiden Parteien nach dem Ende der
Koalition zwischen SPD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verhandelt.
Über den 37-seitigen Vertragsentwurf als Ergebnis stimmt die Basis beider
Partner bei einem SPD-Landesparteitag und bei einer CDU-Mitgliederbefragung
bis Ende nächster Woche ab.
Schirp sah aber auch Defizite in dem Papier, das den Titel „Verantwortung
für Brandenburg“ trägt. „Wir hätten uns ein stärkeres Bekenntnis zu einer
engeren Zusammenarbeit mit Berlin gewünscht“, sagte der UVB-Chef. Eine
Leerstelle bei einem öffentlich bereits diskutierten Projekt sieht auch der
Berliner IHK-Präsident Sebastian Stietzel. Er vermisst in dem Vertragstext
einen Bezug [2][zur Ausrichtung der Weltausstellung Expo].
## DGB lehnt ausgedünntes Angebot ab
Als Standort hatte der zuvor bei diesem Thema längere Zeit zögernde
Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) – eine Bewerbung schmälerte aus
seiner Sicht die Chancen einer parallelen Olympiabewerbung – jüngst
Schönefeld an der gemeinsamen Landesgrenze vorgeschlagen. „Nachdem die Expo
nicht adressiert wird, ist der Senat wieder aufgefordert, die bisherige
Haltung zu überdenken und für die Hauptstadt ins Rennen zu gehen“, fordert
IHK-Präsident Stietzel.
Vorwiegend positiv äußert sich der für Brandenburg zuständige
Bauindustrieverband Ost. Man sehe „wichtige Weichenstellungen“, gerade bei
der Entbürokratisierung und Beschleunigung von Verfahren, hieß es dort.
Verbandschef Robert Momberg nahm zudem „klare Impulse für den Wohnungsbau“
wahr. SPD und CDU wollen laut Vertragsentwurf unter anderem bezahlbaren
Wohnraum fördern, selbst genutztes Wohneigentum doppelt so stark wie bisher
unterstützen und serielles Bauen stärken.
Lob gab es in einer ersten Reaktion auch von der [3][Vorsitzenden des
DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, Katja Karger]. „Jobsicherheit und gute
Arbeitsbedingungen müssen zentraler Aspekt bei industrie- und
wirtschaftspolitischen Entscheidungen sein, und es freut uns, dass SPD und
CDU dies auch so benennen“, äußerte sich Karger. Kritik übte sie hingegen
daran, dass die Kommunen laut Vertrag zunächst von der Tariftreue-Regelung
ausgenommen sein sollen.
Außerdem sorgt Karger sich wegen des angekündigten Stellenabbaus im
öffentlichen Dienst, bei dem sie lobte, dass die Polizei davon nicht
betroffen, sondern mehr Stellen bekommen soll – Ziel bleiben in diesem
Bereich 9.000. „Arbeitsverdichtung, Mehrarbeit und ein ausgedünntes Angebot
für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort werden wir Gewerkschaften nicht
hinnehmen“, kündigte Karger an.
5 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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