# taz.de -- Debatte über Weltaustellung 2035: Giffey lässt bei Expo nicht locker
       
       > SPD-Wirtschaftssenatorin drängt nach Desinteresse Brandenburgs an einem
       > gemeinsamen Projekt auf eine alleinige Berliner Bewerbung.
       
 (IMG) Bild: Zumindest mit Werbebannern ist die Expo schon in Berlin – hier in Schöneberg – vertreten. Ob mehr daraus wird, ist offen
       
       Erst wollte sie der Regierende Bürgermeister nicht. Und nun, da CDU-Mann
       Kai Wegner sich für eine Bewerbung um die Weltausstellung Expo im Jahr 2035
       durchgerungen hat und daraus ein Metropolenprojekt machen wollte, hat die
       politische Führung in Brandenburg kein Interesse. Für Wirtschaftssenatorin
       Franziska Giffey (SPD) aber, die schon die erst ablehnende Haltung Wegners
       nicht hinnahm, ist das nicht das Ende aller Expo-Pläne: Sie drängt jetzt
       auf eine alleinige Berliner Bewerbung.
       
       „Wenn es mit Brandenburg nicht geht, dann darf Berlin diese Zukunftschance
       nicht verschenken, sondern muss einen eigenen Weg gehen und jetzt noch
       einmal neu denken“, sagte sie am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur.
       In diese Richtung hat sich jüngst schon Sebastian Stietzel, der Chef der
       Berliner Industrie und Handxelskammer, geäußert.
       
       Regierungschef Wegner hatte lange eine Expo-Bewerbung abgelehnt. Nach
       seinen Worten geschah das nicht, weil er das Projekt schlecht fände. Es
       gefährdete aus seiner Sicht bloß eine Bewerbung, die ihm noch wichtiger
       war: die um die Olympischen Spiele 2036, 2040, 2044. Wegner wollte Hinweise
       bekommen haben, dass das Sportgroßereignis nicht nach Berlin kommen würde,
       wenn Berlin sich um die Expo bewerben sollte.
       
       Ende Januar aber schwenkte er überraschend um und brachte eine Expo im
       brandenburgischen Schönefeld am BER ins Spiel, direkt an der Grenze der
       beiden Bundesländer. Dort ist alle zwei Jahre die Internationale Raum- und
       Luftfahrtausstellung zu sehen. Wegner hielt den von anderen favorisierten
       Standort auf dem Ex-Flughafen Tegel offenbar für ungeeignet.
       
       ## In Brandenburg große Mehrheit gegen Expo
       
       In Brandenburg aber [1][reagierte man ablehnend] – und so, als ob es von
       Wegner nahegelegte Gespräche darüber gar nicht gegeben hätte. Das ließ sich
       Ende Januar noch damit erklären, dass die führenden Köpfe der Landespolitik
       damals primär nicht eine Expo-Bewerbung für 2035, sondern den ganz nahen
       Koalitionsvertrag einer neuen SPD-CDU-Regierung vor Augen hatten. Eine von
       Expo-Befürwortern gehegte Hoffnung auf Interesse zu einem späteren
       Zeitpunkt erlosch vergangenen Mittwoch: Denn als die neuen
       Koalitionspartner da [2][ihren Vertragsentwurf vorlegten], suchte man den
       Begriff „Expo“ auf dessen 37 Seiten vergeblich.
       
       Das andere Großprojekt kommt hingegen vor: „Wir begrüßen die deutsche
       Bewerbung für die Olympischen Spiele und sprechen uns besonders für das
       Konzept Berlin plus aus“, schreiben SPD und CDU auf Seite 17. „Plus“ steht
       dabei für die Einbeziehung von Sportstätten [3][in Brandenburg und drei
       weiteren Bundesländern].
       
       Die Haltung der neuen Koalition spiegelt dabei die Stimmung im Land: Laut
       [4][einer Umfrage im Auftrag der Morgenpost ] von Mitte Februar gibt es in
       der Bevölkerung für eine Expo-Bewerbung deutlich weniger Unterstützung als
       in Berlin. Dort gibt es zwar auch keine Mehrheit, aber immerhin mit 42 zu
       42 Prozent einen Gleichstand mit den Gegnern des Projekts. In Brandenburg
       hingegen sind laut Umfrage nur 26 Prozent für eine gemeinsame
       Expo-Bewerbung, hingegen 53 Prozent dagegen. Der jeweils zu 100 Prozent
       fehlende Rest war unentschieden.
       
       Aus Giffeys Sicht muss die ablehnende Haltung Brandenburgs durchaus nicht
       das Expo-Aus sein. „Dafür gibt es auch in der Stadtgesellschaft und aus der
       Wirtschaft viele sehr engagierte Akteure, die das mit der Politik gemeinsam
       vorantreiben können“, sagt sie. „In einer 4-Millionen-Metropole, der
       größten und innovativsten Stadt Deutschlands, muss es möglich sein,
       geeignete Orte und Konzepte für eine Expo 2035 zu finden und zu
       erarbeiten.“
       
       ## Auch die Grünen wollen die Expo
       
       Befürworter der Bewerbung erhoffen sich von der Weltausstellung ein
       wirtschaftliches Wachstum von 22 Milliarden in Deutschland. Anders als die
       nur zweieinhalbwöchigen Olympische Spiele dauert eine Weltausstellung bis
       zu sechs Monate.
       
       Wie seine Parteifreundin Giffey drängt auch der SPD-Spitzenkandidat für die
       Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, den Regierenden Bürgermeister: „Eine
       Weltausstellung muss doch Chefsache sein – und ich erwarte jetzt von Kai
       Wegner einen Lösungsvorschlag.“ Auf ihren jüngsten Parteitagen
       [5][unterstützten auch die Berliner Grünen] eine Expo-Bewerbung.
       
       8 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/01/wegner-weltausstellung-expo-brandenburg-schoenefeld.html
 (DIR) [2] https://spd-brandenburg.de/wp-content/uploads/sites/111/2026/03/Koalitionsvertrag-von-SPD_CDU-2026-%E2%80%93-2029-Verantwortung-fuer-Brandenburg.pdf
 (DIR) [3] /Berliner-Olympia-Bewerbung/!6087240
 (DIR) [4] https://www.morgenpost.de/berlin/article411257383/fast-jeder-zweite-berliner-ist-gegen-eine-expo-bewerbung.html
 (DIR) [5] /Gruenen-Spitzenkandidat-fuer-Berlin-Wahl/!6131559
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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