# taz.de -- Regierungswechsel in Brandenburg: Koalition kommt in trockene Tücher
> Das rot-schwarze Bündnis soll am Samstag offiziell werden. Die SPD stimmt
> bei einem Landesparteitag ab, die CDU hat ihre Mitglieder befragt.
(IMG) Bild: Dietmar Woidke (SPD) und Jan Redmann CDU), hier bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags, sind das Führungsduo von Rot-Schwarz
SPD und CDU in Brandenburg wollen ihre seit Mitte Januar verhandelte
Koalition am Samstag endgültig beschließen. Bei den Sozialdemokraten
entscheidet ein um 11 Uhr beginnender Landesparteitag über den
Koalitionsvertrag, den die Verhandler beider Parteien [1][vor zehn Tagen
vorgestellt haben.] Bei der CDU will der Landesvorstand um 12 Uhr das
Ergebnis einer Online-Mitgliederbefragung bekanntgeben.
Stimmen beide Parteien zu, sind über zwei Monate Minderheitsregierung in
Brandenburg vorbei. Ministerpräsident Dietmar Woidke, der zugleich
SPD-Landesvorsitzender ist, hatte am 6. Januar die vormalige Koalition
zwischen SPD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) für beendet erklärt.
Voran gegangen waren heftige Streitereien in der BSW-Landtagsfraktion. Als
deren Folge verließen fünf ihrer 14 Abgeordneten die Fraktion und traten
aus dem BSW aus.
Zu denen, die die Fraktion verließen, gehörte auch Finanzminister Robert
Crumbach, der das BSW in die Landtagswahl im September 2024 geführt hatte.
Ihn bat Woidke wie die beiden weiteren vom BSW gestellten, [2][aber
ebenfalls aus der Partei ausgetretenen Kabinettsmitglieder] Britta Müller
(Soziales) und Detlef Tabbert (Infrastruktur), bis zur Bildung einer neuen
Regierung im Amt zu bleiben.
Anders als Müller und Tabbert wird Crumbach nach SPD-Ankündigungen [3][auch
zur künftigen Regierung gehören]. Dort soll er Minister für Infrastruktur
werden. Zu Monatsbeginn ist Crumbach auch wieder in die SPD eingetreten,
der er vor seiner BSW-Mitgliederschaft 41 Jahre angehört hatte.
## Die Koalition hat schon ohne Vertrag funktoniert
In der neuen Landesregierung wird die CDU laut Koalitionsvertrag wie zuvor
das BSW drei Ministerien leiten, die SPD sechs. Außerdem stellen die
Sozialdemokraten die Ministerin in Woidkes Staatskanzlei. Alle drei
künftigen CDU-Ressorts sind bisher in SPD-Hand gewesen, das
Bildungsministerium sogar seit 1994. Überraschenderweise überließ die SPD
der CDU auch das Inneministerium, an dessen Spitze sie erst im Mai 2025 den
damaligen Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), René Wilke, geholt hatte.
Auch ohne Koalitionsvertrag haben SPD und CDU in den Parlamentssitzungen im
Januar und Februar bereits einen gemeinsamen Antrag eingebracht und
beispielsweise ein noch von SPD und BSW vorbereitetes Gesetz zu Windrädern
gemeinsam beschlossen. Im Landtag haben beide Parteien inzwischen eine
Mehrheit von 46 der 88 Sitze, weil sich neben Crumbach noch ein anderes
früheres BSW-Mitglied der SPD-Fraktion angeschlossen hat. Die übrigens drei
Ex-BSW-Abgeordneten streben eine eigene Gruppe im Parlament an, deren
Rechtmäßigkeit noch geprüft wird.
Anders als bei einer Koalitionsbildung zu Beginn einer Wahlperiode gibt es
keine erste Bewährungsprobe durch eine Wahl des Regierungschefs: Die Wahl
von Woidke zum Ministerpräsidenten vom Dezember 2024 gilt weiter. Die neuen
Regierungsmitglieder sind in der Landtagssitzung in der kommenden Woche
nicht zu wählen, sondern nur zu vereidigen.
14 Mar 2026
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