# taz.de -- Zentralrat bejubelt Irankrieg: Einfach mal die Klappe halten
       
       > Der Zentralrat der Juden bejubelt den amerikanisch-israelischen Krieg
       > gegen Iran. Seine Stellungnahme hätte er dem israelischen Botschafter
       > überlassen sollen.
       
 (IMG) Bild: Josef Schuster, Präsident des zentralrats der Juden in Deutschland
       
       Ausgerechnet Josef Schuster preist öffentlich und in seiner Funktion als
       Präsident des Zentralrats der Juden die Angriffe auf das iranische Regime.
       Musste das sein, fragen sich nun vermutlich vor allem die, die selbst dem
       Judentum angehören. Niemand nimmt Schuster das Recht, die Angriffe zu
       befürworten. Ob öffentlich oder im Privaten werden die meisten Menschen in
       Deutschland darauf hoffen, dass das Terrorregime in Teheran bald ein Ende
       haben wird.
       
       Sei es aus Sorge vor dem Atomforschungsprogramm und eine potenzielle Bombe,
       die in den Händen der Islamisten jeden vernünftigen Menschen beunruhigen
       müsste. Sei es aus Solidarität mit dem israelischen Staat und den dort
       lebenden Menschen, denen Iran wiederholt mit kompletter Zerstörung droht,
       wie nicht zuletzt die „[1][Israel-Restzeituhr]“ auf dem zentralen Teheraner
       Palästinaplatz demonstriert, wo der Countdown zum Untergang des
       zionistischen Staates läuft. Im Jahr 2040 soll es so weit sein.
       
       Und natürlich kann man sich gemeinsam mit den IranerInnen, ob im Exil oder
       daheim, über den Kampf gegen die Ajatollahs freuen. Die mutigen Menschen,
       die, wie besonders in den vergangenen Wochen, ihren Kopf hinhalten, die
       Gefängnis, Folter und Tod riskieren, um in ihrer Heimat endlich in Freiheit
       leben zu können, sind die Helden von heute. Schusters Haltung ist also nur
       zu verständlich.
       
       Nur hätte er sich in seiner Funktion zurückhalten und Stellungnahmen dieser
       Art besser dem israelischen Botschafter überlassen müssen. Es ist auch
       nicht das erste Mal, dass sich der Präsident des Zentralrats der Juden zu
       weit aus dem Fenster hängt. So kritisierte er Bundeskanzler Friedrich Merz
       für den teilweisen [2][Lieferstopp von Waffen an Israel]. Und das zu einem
       Zeitpunkt, als im Gazastreifen schon weit über 60.000 Menschen getötet
       worden waren. Wie viel besser hätte er daran getan, zur israelischen
       Kriegsführung auf Abstand zu gehen und gleichzeitig den Dialog mit in
       Deutschland lebenden Palästinensern zu suchen.
       
       4 Mar 2026
       
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 (DIR) Susanne Knaul
       
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