# taz.de -- Die MAGA-Bewegung und der Irankrieg: Netanjahus Lebenstraum könnte Trumps Albtraum werden
       
       > Dass der Iran-Krieg Trump nutzt, ist nicht ausgemacht. Im Gegenteil: Es
       > ist für den US-Präsidenten das vielleicht größte innenpolitische Risiko
       > seiner Amtszeit.
       
 (IMG) Bild: Washington D.C.: Um sich aus der Verantwortung zu stehlen, hat Trump neben dem Regimesturz auch andere Ziele ausgegeben
       
       Für den ehemaligen demokratischen US-Arbeitsminister Robert Reich ist die
       Sache klar: Mit dem Angriff auf Iran lenke US-Präsident Donald Trump
       praktisch von allem anderen ab, was seine Präsidentschaft ausmacht: Von den
       Misserfolgen der Wirtschaftspolitik bis zum Ausbruch der Masern, von den
       Brutalitäten seiner ICE-Paramilitärs bis zu den Epstein Files, [1][schreibt
       Reich in einem Beitrag auf Substack].
       
       Das scheint arg einfach gedacht – denn es ist keineswegs ausgemacht, dass
       der Krieg gegen Iran Trump politisch auch nur irgendwie nutzt. Im
       Gegenteil: Der Angriff mit dem erklärten Ziel, das Regime in Teheran zu
       stürzen, ist vermutlich der politisch riskanteste Schritt von Trumps
       bisheriger zweiter Amtszeit.
       
       Denn er läuft allem zuwider, was Trump seiner eigenen MAGA-Bewegung bislang
       [2][als Grundfesten seiner „America First“-Strategie erklärt hat]. Schon
       zwei Tage nach Beginn sind die Benzinpreise weltweit [3][deutlich
       angestiegen] – das merken US-Amerikaner*innen direkt im Geldbeutel, und das
       unter einem Präsidenten, der schon bislang sein wahlentscheidendes
       Versprechen, die Verbraucherpreise zu senken, nicht hatte erfüllen können.
       
       Er wolle keine weiteren Kriege mit ungewissem Ausgang anfangen, hatte Trump
       stets verkündet – und ist nun noch mitten drin in genau so einem Krieg, der
       auch bereits die [4][ersten US-Todesopfer gefordert hat].
       
       ## Die Begründung glaubt ihm niemand
       
       Die Begründung dafür, den Krieg verbotenerweise ohne vorherigen Beschluss
       des Kongresses begonnen zu haben – das sei als Ausnahme möglich, denn man
       habe gegen die unmittelbare Bedrohung der Sicherheit der USA vorgehen
       müssen –, glaubt ihm überparteilich niemand. Sie weckt Erinnerungen an
       George W. Bushs Lügengeschichten von irakischen Massenvernichtungswaffen
       vor dem Einmarsch 2003. Und auch das ist nichts, was Trump gefallen kann.
       Der Krieg ist unpopulär.
       
       Um sich gegebenenfalls aus der Verantwortung stehlen zu können, hat Trump
       neben dem Regimesturz – den allerdings die Iraner*innen selbst
       vollziehen sollen – auch noch andere Ziele definiert, darunter die
       Garantie, dass Iran keine Atomwaffen produzieren kann. Das war nun
       seinerzeit mit dem von Präsident Obama, der EU, China und Deutschland
       ausgehandelten Atomdeal sichergestellt. Den kündigte Trump in seiner ersten
       Amtszeit auf, schon damals ohne Sinn und Verstand, aber sehr [5][zum
       Gefallen Benjamin Netanjahus], der auch damals schon israelischer
       Ministerpräsident war.
       
       Für Netanjahu geht mit dem Angriff auf Iran [6][ein Lebenstraum in
       Erfüllung]. Netanjahu braucht dafür keine durchdachte Exitstrategie, kein
       klar definiertes Ziel. Für Trump und seine MAGA-Republikaner hingegen kann
       dieser Krieg der Beginn eines politischen Albtraums sein. Wenn das nicht
       auf Kosten der Iraner*innen und womöglich der gesamten Region ginge: Es
       wäre ihm zu gönnen.
       
       2 Mar 2026
       
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 (DIR) [1] https://robertreich.substack.com/p/sunday-thought-the-mounting-costs
 (DIR) [2] /Angriff-auf-Iran/!6158971
 (DIR) [3] /Strasse-von-Hormus/!6159021
 (DIR) [4] /Israel-und-USA-im-Krieg-mit-Iran/!6159024
 (DIR) [5] /Angriffe-auf-Iran/!6158818
 (DIR) [6] /Israel-unter-Beschuss/!6158963
       
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 (DIR) Bernd Pickert
       
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